portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

...mehr

Meistgelesene Artikel


Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 13.255,50 -0,21%
TecDAX 2.966,75 +0,58%
EUR/USD 1,1002 -0,05%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

E.ON 9,06 +0,89%
RWE ST 26,47 +0,53%
MERCK 109,60 +0,32%
DT. BANK 6,65 -4,14%
CONTINENTAL 123,80 -2,23%
HEID. CEMENT 64,96 -1,67%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
ETFS Metal Securit SF 170,13%
Source Markets plc SF 146,15%
H2O Multibonds R E RF 122,50%
DWS Invest Brazili AF 107,98%
JPMorgan Funds US AF 105,54%

mehr

Vorsorge
27.04.2015

Systemfehler bei der Vergütung



Preisfrage: Würde man dem ersten Friseur des Lebens über 80 Prozent aller zukünftigen Friseurrechnungen zahlen, wissend, dass der nächste Friseur dann nur 20 Prozent seiner Leistungen bezahlt bekommt? Und würde man bei neuen Frisuren (Dynamiken) dem ersten Friseur vorab schriftlich garantieren, dass er alle zukünftigen Erträge zu 100 Prozent bekommt, der neue Friseur jedoch nichts. So ist es bei unfairen Versicherern immer noch üblich. Ein guter Friseur, Berater, Arzt oder Anwalt – sie alle sind ihr Geld wert und sollten angemessen entlohnt werden.

Ich halte von der bisherigen Form der „Leibeigenschaft“ gar nichts, auch wenn ich selbst davon schon profitiert habe. Mein Vorschlag: Alle Courtagen werden mit 5,0 Prozent Diskontierungszins auf den Tag des Abschlusses addiert (2.173 Euro). Von dieser Summe dürfen dann maximal zehn Prozent für den Abschluss verwendet werden. Das wären im Beispiel 217,30  Euro. Der Rest wird in gleichen Raten über die Restlaufzeit verteilt. Es sollte immer der Berater die ausstehenden Courtagen bekommen, dem der Kunde aktuell verbunden ist, etwa durch einen Maklervertrag. Bei Dynamiken und Vertragsanpassungen anfallende Abschlussvergütungen fließen ebenfalls dem aktuellen Berater zu.

Berater könnten sich dann intensiver als bisher um den Kunden kümmern und auch „schwierige“ Verträge betreuen, etwa Kfz-Versicherungen. Das geht nicht, höre ich schon den Aufschrei vieler Kollegen. Mit Verlaub: Bei Kompositversicherungen ist das schon lange üblich. Dort gibt es meist keine Abschluss-, sondern nur Betreuungscourtagen. Es liegt nicht zuletzt am mündigen Kunden, ob es zu Änderungen kommt. Und dessen Berater hat ja auch großen Einfluss. Fragen Sie sich als Makler, ob Sie im Zweifel bereit sind, die betreuten Verträge mit allen Rechten und Pflichten freizugeben und auf einen anderen Berater übertragen zu lassen, wenn der Kunde das wünscht. Das ist die Nagelprobe für ernsthafte und faire Veränderungen bei der Vergütung.

portfolio international 28.04.2015

 
Alexander Kirschweng

Kommentare

Den Meinungen von Gerhard Bürkert und Bert Heidekamp schließe ich mich ohne Einschränkung an. Sie zeigt, wie Unternehmen erfolgreich geführt werden müssen. Darüber hinaus zeigt sich immer wieder, dass finanziell gut ausgestattete Vermittler hervorragende Arbeit, hohe Beratungsqualität bieten und eine dauerhafte Verantwortung dem jeweiligen Geschäftspartner gegenüber erbringen. Aus finanziell schwacher Position heraus ist eine auf Dauer angelegte Geschäftsbeziehung als wirklicher Versicherungsmakler nicht darstellbar. Aus einer solchen schwachen Position heraus gegebener Empfehlungen wird meiner Erfahrung nach auch von keinem potentiellen und gut situierten Geschäftspartner akzeptiert. Dieser erkennt auch meist recht schnell, dass die gegebenen Empfehlungen meist nur dem jeweiligen Produktgeber nutzen. Meine abschließende Empfehlung ist, endlich eine Berufsordnung für Versicherungsmakler zu schaffen, ähnlich den Freiberuflern wie Rechtsanwälte/Steuerberater. Verbunden mit der jeweiligen gesetzlich geregelten Honorarordnung lässt sich das Berufsbild dann abrunden. Inszeniert und umgesetzt werden müsste dies von den großen Verbänden. Ob allerdings das ganze von den Versicherern oder der Politik gewollt wird, wage ich sehr zu bezweifeln.

Die Dynamik ist natürlich eine Abschlusscourtage. Die Courtage ist eine "Erfolgsvergütung" und keine Tätigkeitsvergütung. Leider wird sie zwischenzeitlich von Versicherern dazu gemacht. Zweifelsfrei hat der Ursprungsmakler den Beratungsaufwand gehabt und auch "den Erfolg herbeigeführt". Für "Abstaubmakler" wäre dies natürlich ein gefundenes Fressen, sich hier einfach einzuklinken.

Ich verstehe die ganze Aufregung der meisten Kollegen gar nicht. Herr Kirschweng hat doch recht. Worin besteht denn die Beratungsleistung der Dynamisierung? Hier wird doch schlicht nur Vergütungsoptimierung betrieben, die praktisch keine Arbeit macht, die den Kunden aber im Laufe der Jahre richtig Geld kostet. Ob er damit günstig fährt, sollte sein späteren Berater ohnehin kritisch hinterfragen. Womöglich ist in späteren Lebensphasen anderes als Dynamik wichtig. Vielleicht muss die Dynamik auch angepasst werden. Spätestens dann sollte sie dem aktuellen Berater zugeordnet werden.

Seite 1 von 3 123 >>
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige