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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Beratung
03.08.2015

Schweizer-Franken-Darlehen ohne Schutz I

Wolfgang Herfurtner

Der Kursrutsch des Schweizer Franken führt vermehrt zu Prozessen gegen Finanzdienstleister und Banken. Es geht um die Frage, ob Anleger korrekt aufgeklärt wurden. Bisher gibt es jedoch kaum Urteile. Teil I

Die Stadt Bad Bramstedt hat Medienberichten zufolge 140.435 Euro durch Kursschwankungen des Schweizer Franken verloren, und zwar mit Krediten, die an diese Währung gekoppelt waren. Sie verklagte dann den Vermittler, der das Finanzgeschäft empfohlen hatte, die Bannasch AG. Und scheiterte. Das Landgericht München I wies die Klage als unbegründet zurück. Nur ein Beispiel von vielen.

Beobachter rechnen dennoch vermehrt mit solchen Prozessen. Meist geht es um Fremdfinanzierungen, die an den Schweizer Franken gekoppelt waren. Auch Rechtsanwalt Wolfgang Herfurtner, Inhaber einer auf Bank-, Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht spezialisierten Kanzlei in Essenbach bei Landshut, weiß von mehreren Klagen und bereitet einige davon auch selbst vor. „In der Regel geht es hier um Falsch­beratung bei Immobilienfinanzierungen, wo in vielen Fällen die Verluste bei über 100.000 Euro liegen. Auch Kommunen sind verstärkt betroffen.“ Der Münchener Rechtsanwalt Nikolaus Sochurek, Partner der Sozietät Peres & Partner, bestätigt: „Wegen geschlossener Fonds mit Fremd­finanzierung in Schweizer Franken werden bundesweit vermutlich täglich Klagen eingereicht.“ Auch diese Kanzlei führt Rechtsstreitigkeiten in verschiedenen Instanzen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie seinerzeit richtig über Fremdwährungskredite aufzuklären war. Juristen gehen davon aus, dass Banken, Finanzierungsberater und Vermittler ihre Kreditnehmer über alle wesentlichen Umstände des Fremdwährungskredites informieren mussten. Dazu gehörten insbesondere Hinweis-, Aufklärungs- und Beratungspflichten, die die Risiken eines spekulativen Darlehensvertrages erklären und die wirtschaftlichen Folgen für jeden Kunden verständlich und nachvollziehbar beschreiben.

 
Barbara Moormann
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