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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Beratung
31.07.2017

Mifid 2 betrifft künftig auch Fondspolicen I

Ursprünglich war in der Diskussion, Vermittlern von Fondspolicen, also auch Maklern, bei der Zulassung weitreichende Investmentkenntnisse abzufordern beziehungsweise eine Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung zu verlangen. Das ist vom Tisch. „Jetzt geht es in erster Linie um verschärfte Aufklärungs- und Transparenzvorschriften“, weiß Daniel Berger (siehe auch Kasten). Für den Vertrieb gilt: Fondspolicen bleiben weiterhin ein Versicherungsprodukt nach Paragraf 34d, eine Lizenz nach Paragraf 34f ist nicht erforderlich.

Diskussion um Fondspolicen
Im Vertrieb bleibt also vorerst alles beim Alten. Versicherungsmakler mit Zulassung nach Paragraf 34d Gewerbeordnung dürfen weiter Kapitalversicherungen und damit auch fondsgebundene Produkte vermitteln. „Eine Fondspolice an sich ist kein komplexes Produkt“, sagt Johanna Bröcker, Produktvorstand der Standard Life Versicherung Deutschland. Kompliziert werde es erst im Zusammenhang mit Garantien. „Entscheidend ist die Kompetenz, aber nicht, nach welchem Buchstaben der Gewerbeordnung der Berater zugelassen ist.“ Da Garantien von Standard Life als Ertragsbremsen angesehen werden, bietet die Gesellschaft seit über zwei Jahren Fondspolicen nur noch ohne Garantien an.

Brüssel will offenbar vergleichbare Wohlverhaltensregeln für Anlageprodukte aller Vertriebswege erreichen. Das wird sowohl mit IDD, derzeit aber noch mehr mit Mifid2 durchgesetzt. „Es geht vor allem um mehr Transparenz für Kunden, etwa höhere Anforderungen für die Entgegennahme von Provisionen in der Beratung, anfängliche und fortlaufende Kostenaufstellung, Offenlegung von Interessenkonflikten, Erfragen seiner Risikoneigung, Aufzeichnung sämtlicher Telefonate, Product Governance samt Definition von Zielmärkten für jedes Produkt“, erklärt Berger.

rechtsanwalt Berger erwartet, dass sich die Regeln von 34f und 34d zukünftig angleichen werden. „In der Anlageberatung dürften künftig Bestandsprovisionen nur noch statthaft sein, wenn sie durch zusätzliche laufende Dienstleistungen, etwa jährliche Bestandsanalysen und Gespräche, gerechtfertigt sind“, schätzt Dr. Gunter Reiff, Rechtsanwalt und Steuerberater beim Wirtschaftsprüfer RP Asset Finance Treuhand.

Beim Paragrafen 34f gebe es mit der Umsetzung von Mifid 2 schon jetzt Änderungen für die freien Finanzanlagenvermittler. Das mündet in eine Geeignetheitsprüfung, die angeblich eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen Beratungsprotokoll sein soll. Künftig muss wohl nicht mehr der Inhalt des Beratungsgesprächs dokumentiert werden, sondern nur die Empfehlung muss der Berater schriftlich begründen.

34f-Vermittler: Vorerst weiter so
„Meines Erachtens macht kein Vermittler etwas falsch, wenn er erst einmal so weitermacht, wie es die Finanzanlagenvermittlerverordnung derzeit vorschreibt“, so Berger. Für Fondspolicenvermittler (nach 34d) werden Details in einer noch kommenden Verordnung geregelt. Es bleibt also spannend, auch und gerade für Vermittler von fondsgebundenen Vorsorgeprodukten.

Fazit: Ab 3. Januar 2018 wird das Zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz, das die Mifid2-Richtlinie umsetzt, den Vertrieb von Investmentfonds verändern. Es wurde am 12. Mai vom Bundesrat ohne Änderungen bestätigt. Betroffen sind von den freien Vermittlern vor allem Berater mit Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung. „Provisionsvertrieb darf sich wahrscheinlich nur noch als abhängige Beratung bezeichnen“, sagt Nils Wein, Chefjustitiar von Standard Life Deutschland. Einiges sei noch offen, zumal die Verordnung über die Finanzanlagenvermittlung vom Bundesfinanzministerium noch nicht angepasst worden ist. Die nachvertragliche Anlageberatung gewinnt an Gewicht. „Dies dient auch der langfristigen Kundenbindung“, betont Wein.

portfolio international 31.07.2017

 
Detlef Pohl

Kommentare

Die Angemessenheits- und Wertschwankungs-Verträglichkeitsprüfung erfordern den, von der „ganzheitlichen Finanzberatung“ her bekannten Ablauf von 3-4 Terminen mit 5-10 Stunden Zeitaufwand vor dem Abschluss. Ansonsten „garantiert“ die > 10 Jahreshaftung nicht nur Storno, sondern auch RA/Gerichts-Streitnebenkosten! Wohl dem, der diese individuelle Finanzfortbildung mit einer Honorar-Option zum Beispiel mit einem Vermögenspass absichert, denn ansonsten sind zeitnahe Einnahmen-Sicherheiten „Geschichten“ von gestern.

Es ist ein Unding, dass Fondsvermittlung im Versicherungsmantel weiterhin von jedem Vertreter verkauft werden darf. Sobald verschiedene Fonds vermittelt werden können und diese auch noch verschiedene Risikoklassen, später Zielmarkt, beinhalten, muss zwingend der 34f vorhanden sein. Hier hat mal wieder die Versicherungslobby zu Lasten der Investmentfonds sich durchgesetzt.

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