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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Beratung
08.03.2017

Markteingriffe zulasten von Maklern sind nicht hinnehmbar



Die Einführung des Berufsbildes Honorar-Versicherungsberater steht auch in der Kritik. Warum?
Ohne jegliche wissenschaftliche Begründung kommt es zu einer pauschalisierten Bevorzugung der undefinierten Vergütungsform „Honorar“, indem erstens den Maklern ein Provisionsgebot auferlegt wird, was dazu führt, dass zukünftig alternative Vergütungsmodelle verboten wären und zu einer vollständigen Abhängigkeit der Versicherungsmakler von der Vergütungshöhe führt, die die Versicherer festlegen. Und zweitens werden dem Versicherungsberater wettbewerbsverzerrende Privilegien eingeräumt: Er muss keine Stornohaftung fürchten und hat das Monopol auf Honorar.

Provisionen sind nach IDD-Lesart künftig nicht verboten, die Provisionsabgabe in Deutschland als einzigem EU-Land durch das Umsetzungsgesetz aber doch. Und das nur bei Versicherungen. Verstehen Sie das?
Nein. Das Provisionsabgabeverbot verstieß schon bisher gegen das Europarecht sowie gegen Wettbewerbsrecht und den Bestimmtheitsgrundsatz. Daher ist eine Neuregelung unter dem Blickwinkel der Rechtssicherheit besonders kritisch. Zudem existiert für kein deutsches Finanzprodukt sonst eine solche Regelung. Das ist extrem unsachlich.

Ausschließlichkeitsvertreter sollen aber Provisionen abgeben dürfen. Unter welchen Bedingungen?
Das Provisionsabgabeverbot soll nicht gelten, wenn die Zahlung an den Kunden „zur dauerhaften Leistungserhöhung oder Prämienreduzierung des vermittelten Vertrages verwendet wird“ – so der Gesetzesentwurf. Beide Ausnahmen dienen ausschließlich der einfachen Umgehung des Verbots durch Versicherer. Makler werden dagegen regelmäßig nicht in der Lage sein, diese Ausnahmetatbestände zu erfüllen. Auch Versicherer und Versicherungsvermittler aus anderen EU-Staaten würden dem Verbot nicht unterliegen. Eine solche Wettbewerbsbeschränkung verstößt gegen den Grundsatz einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb, den Artikel 119 des seit 2009 geltenden Vertrages über die Arbeitsweise der EU garantiert. Das wird so keinesfalls einer gerichtlichen Nachprüfung standhalten.

Die gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung für Vermittler kommt. Überzeugt Sie das?
Wir begrüßen diese Pflicht sehr. Sachkunde ist das A und O der kundenorientierten Beratung. Leider sind im jetzigen Regierungsentwurf die Verbraucherzentralen, die ja auch Wächter des Finanzmarktes sein wollen, weiterhin nicht verpflichtet, die Anforderungen an die nötige Sachkunde bei der Versicherungsvermittlung oder ausschließlicher Versicherungsberatung zu erfüllen. Für uns wäre dies ein absoluter Treppenwitz, wenn man die Intention des besseren Verbraucherschutzes für dieses Gesetzesprojekt betrachtet.

Das Gespräch führte Detlef Pohl

(Bild: AfW)


portfolio international 08.03.2017

 
Detlef Pohl
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