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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Anlage

26.07.2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler II

Tim Stevenson
Theresa May

Im Vergleich zu M&G sieht die Ausgangslage beim Fondsanbieter Janus Henderson Investors zum Beispiel etwas anders aus. Die Gesellschaft ist vor kurzem aus der Fusion des britischen Hauses Henderson Global Investors mit dem US-Anbieter Janus Capital hervorgegangen. Henderson hatte seine Investmentfonds in der EU von vornherein über Luxemburg vertrieben.

„Was uns betrifft, sollte es im europäischen Fondsgeschäft im Zuge des Brexit keine Effekte geben“, sagt daher Philip Wagstaff, Leiter des weltweiten Vertriebs von Janus Henderson. „Wir vertreiben unsere Fonds in Europa, vor allem auch in Deutschland, über unsere in Luxemburg angesiedelte Sicav-Fondspalette. Bei diesen Fonds wird es keine Änderung geben. Sie sind in Kontinentaleuropa angesiedelt und werden in Kontinentaleuropa vertrieben“, stellt Wagstaff klar. Die einzige Änderung sei eine Namensänderung der Fonds wegen der Fusion mit Janus. „Wenn Sie in Großbritannien angesiedelte Investmentfonds in der EU vertreiben möchten, wissen Sie noch nicht, woran Sie sind“, sagt auch Wagstaff. „Sie sind völlig davon abhängig, was die EU und Großbritannien vereinbaren.

„Es könnte erst einmal zu Übergangsregelungen kommen für viele Jahre, nach denen vorerst alles beibehalten wird, wie es ist, bis eine andere Übereinkunft getroffen ist“, meint der Vertriebsmann. „Dies wäre erst einmal eine gute Situation für die Beteiligten. Das beeinflusst unser europäisches Fondsgeschäft aber nicht“, betont Wagstaff. Generell rät Wagstaff allen, die aus lauter Unsicherheit Zweifel an einem Investment oder einer Anlageempfehlung hegen, erst einmal nichts zu tun. „In den vergangenen anderthalb Jahren haben sich die Leute permanent Sorgen gemacht. Über die Weltpolitik, das Geldfluten der Europäischen Notenbank, die Anleihenrenditen, undundund. Wenn sie sich aber vor lauter Ängsten entschieden haben, in Cash zu gehen, haben sie einen sehr starken Bullenmarkt verpasst“, argumentiert der Vertriebsmann. „Wir haben hier ein Sprichwort: ‚Märkte erklimmen eine Wand der Sorge.‘ Je mehr es gibt, worum man sich Sorgen machen könnte, umso mehr steigen die Märkte. Und das sehen wir im Moment.“

Märkte mögen Sorgen
Tim Stevenson, Leiter des Bereichs europäische Aktien bei Janus Henderson Investors und Manager des Fonds Pan European Equity erläutert, dass er und sein Co-Fondsmanager James Ross nervös in das Brexit-Referendum hineingegangen sind. „Damals hatten wir britische Aktien untergewichtet –
und als die Entscheidung gefallen war, nochmals leicht untergewichtet“, sagt Stevenson­. Aktien britischer Banken haben die Fondsmanager seither nicht mehr im Portfolio, aus anderen Ländern schon. „Ich selbst mache mir Sorgen um Großbritannien“, sagt Stevenson offen: „Ich glaube, das Land hat im Grunde keine Vorstellung, wie es mit Europa in Verbindung stehen will, egal, was der jetzige Außenminister Boris Johnson hierzu sagt“. Die Fondslenker haben daher auch keine Aktien von britischen Firmen mehr im Portfolio, deren Geschäft in irgendeiner Weise mit der Regierung zu tun hat oder die für die Regierung arbeiten. Die Frage sei natürlich, warum noch irgendein britisches Unternehmen im Fonds zu halten: „Die Antwort ist natürlich, weil es sehr gute Unternehmen im Lande gibt und auch Firmen, die einen Großteil ihres Geschäftes außerhalb des Landes betreiben.“

„Der Londoner Finanzmarkt ist sehr groß und international, weitaus größer als ‚nur‘ Europa“, betont John Townsend, gebürtiger Brite und Portfolioberater bei Matz-Townsend Finanzplanung (siehe auch das Interview). „Deshalb glaube ich nicht, dass man aus London fliehen wird. Das ganze Getöse ändert nichts daran, dass der Londoner Markt gesund und gut reguliert ist“, meint Townsend. Aus seiner Sicht wird der Brexit nicht nur negativ wirken, auch wenn viele Anderes äußerten und nach den Wahlen am 8. Juni die Regierung richtungslos erscheine. Er selbst hat die Einbürgerung in Deutschland beantragt und vor kurzem auch erhalten. „Meine US-amerikanische Frau und meine Kunden sind hier, und ich brauche die persönliche Sicherheit“, begründet Townsend. Voraussetzung war, dass er den britischen Pass nicht aufgeben muss.

portfolio international 26.07.2017

Heike Gorres
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