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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Vorsorge
27.02.2017

Was Verbraucherschutz beim Kunden anrichten kann

Stefan Sommerer

Der Verbraucher steht, glaubt man zahlreichen Medienberichten, auch bei Versicherungen oft allein und auf verlorenem Posten. Speziell Vermittler seien mit gehöriger Vorsicht zu betrachten. Die wollen alle nur Geld verdienen, doch gerade die Provisionen machen die Produkte ja erst teuer… Die Folgen dieser ideologischen Infiltration fällt auf die Verbraucher zurück. Dies zeigt in seinem Gastbeitrag Stefan Sommerer, bis Februar Vorstand der VEMA Versicherungsmakler-Genossenschaft, am Beispiel des Bundes der Versicherten auf.

Vor diesem Hintergrund holen Kunden nur zu gerne Rat bei Gruppen ein, die sich den Schutz des Verbrauchers auf die Fahnen geschrieben haben. Auf einen Fachmann wie etwa einen Versicherungsmakler zuzugehen, das trauen sich viele nicht, da man ihm ja laut Verbraucherschützern kaum vertrauen könne.

An wen wendet man sich also? Zum Beispiel an den Bund der Versicherten (BdV). Der tritt laut Homepage bereits seit 1982 als einzige Organisation in Deutschland vollkommen unabhängig für die Rechte der Versicherten ein – und wird auch oft von Zeitungen um Rat gefragt. Allerdings empfiehlt der BdV auch konkrete Versicherungsprodukte. Als Versicherungsmakler darf man da hellhörig werden, weiß man ja darum, wie schwer es sein kann, den besten Tarif zu finden. Dafür muss man sich mit den Bedingungen auseinandersetzen und Angebote vergleichen. Erst dann kann man fundierten Rat geben, der zudem nicht bei jedem Kunden identisch ausfällt.

Nehmen wir die Photovoltaikversicherung. Wie werden innere Betriebsschäden an den Wechselrichtern berücksichtigt? Was wird erstattet, wenn ein Ersatzteil nicht mehr bezogen werden kann, weil etwa die Herstellerfirma pleite ging? Findet der technische Fortschritt Berücksichtigung in den Bedingungen? Nur drei Fragen, die sich ein versierter Makler stellen sollte. Der BdV stellt diese Fragen nicht. Stattdessen werden einige Leistungspunkte aufgelistet, die im Bedingungswerk der Medien-Versicherung (Träger des BdV-Gruppenrahmenvertrages) enthalten sind. Kein schlechter Tarif, aber auch kein Hochleistungstarif. Die genossenschaftlichen Deckungskonzepte der Vema sind deutlich leistungsstärker – und kosten deutlich weniger als die BdV-Offerte.

Da fragt man sich natürlich, weshalb der BdV seinen 50.000 Mitgliedern trotzdem die Medien-Versicherung empfiehlt? Antwort: „Der BdV weist in seinen Merkblättern zu den jeweiligen Versicherungssparten auf vom BdV geprüfte Tarife hin, die aus unserer Sicht die verbraucherfreundlichsten sind und die auch im Verhältnis zu dieser Leistung die günstigste Prämie aufweisen. Hierbei benennen wir verschiedenste Versicherer und orientieren uns hier ausschließlich danach, ob der Tarif bestimmte Voraussetzungen erfüllt.“

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Dem Kunden entgeht damit besserer Schutz für weniger Beitrag. Diesen Einwand kontert der BdV ganz cool: „Ungeachtet dessen, dass Versicherungsmakler selbstverständlich auch gute Produkte verkaufen, empfehlen wir diese grundsätzlich nicht, da hier unsere Mitglieder im Zweifelsfall eine weitere Verpflichtung in Form eines Maklervertrags eingehen müssen, möglicherweise inklusive einer dazugehörigen Unterzeichnung einer Vollmacht. Auch sind seitens der Versicherungsnehmer Provisionen zu zahlen, so dass wir aus diesem Grund schon keine Empfehlung aussprechen.“

Der BdV enthält seinen Mitgliedern also das Vema-Deckungskonzept vor, weil im geringeren Zahlbeitrag auch etwas Courtage enthalten ist. Dass die Gesamtkosten für den Versicherten niedriger sind, scheint dabei keine Rolle zu spielen – dann lieber schlechterer Versicherungsschutz …

Ein Maklervertrag prägt primär die Zusammenarbeit zwischen Makler und Kunde. Dass dies nur zum Vorteil des Kunden sein kann, möchte man bei den selbst ernannten Verbraucherschützern nicht hören. Leistet sich der Makler einen Fehler, hat der Kunde mit dem Maklervertrag eine ganz klare Basis, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Der Kunde ist am Ende immer der Gewinner – außer natürlich, er macht einen Bogen um Makler, weil interessierte Kreise den Berufsstand der Vermittler grundlos als geldgierig und wenig vertrauenswürdig brandmarken.

Wer wie der BdV unüberhörbar in den Medien trommelt, die Interessen der Versicherten zu verfolgen, sollte dies auch wirklich tun. Nur einer Ideologie zu frönen, von der man sich auch mit noch so vielen Fakten nicht abbringen lassen will, kann nicht der richtige Weg sein.

portfolio international 27.02.2017

 
Stefan Sommerer
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