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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Vorsorge

07.11.2016

Umsatzbringer Gewerbeversicherung I

Dank flexibler Produkte für den Markt der Gewerbeversicherungen können Makler die unterschiedlichsten Versicherungsbedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen bedienen. Dort sind der Bedarf und das Potenzial am größten. Die Digitalisierung verändert­ auch das Geschäft mit gewerblichen Versicherungen. Teil I
Armin Fieth

Die gewerbliche Versicherung ging von Anfang an im wahrsten Sinne des Wortes auf eine Initialzündung zurück: 1591 schlossen sich 100 Hamburger Brauereibesitzer zum Feuerkontrakt zusammen. Die Beteiligten verpflichteten sich, jedem „Abgebrannten“ im Fall eines durch Feuer verursachten Totalschadens zehn Reichstaler zu zahlen, sofern er das zerstörte Gebäude innerhalb eines Jahres wieder aufbaute. Den privatrechtlichen Feuerkontrakten folgte 1676 die „General-Feuer-Cassa“ als öffentlich-rechtliche Anstalt. Ihre Nachfolgerin ist die Hamburger Feuerkasse, das älteste Versicherungsunternehmen der Welt.

Feuer und Explosion waren lange Zeit die von Industrie und Gewerbe am meisten gefürchteten Risiken. Heute spielen sie nur noch eine untergeordnete Rolle (siehe Tabelle 1), wenngleich sie zu den existenzgefährdenden und deshalb zu versichernden Risiken gehören. Nicht erst seitdem in der Wirtschaft von „Industrie 4.0“, der Vernetzung von Maschinen und Robotern, die Rede ist, hat sich das Geschäft mit den gewerblichen Risiken deutlich geändert. Heutzutage kommen die Gefahren nicht in Gestalt von Funkenflug aus einer Schmiedeesse, sondern aus dem Internet. Händler werden nicht mehr von Wegelagerern in Hohlwegen und im Wald überfallen, sondern von global agierenden Kartellen ausgeplündert. Oftmals sind die Folgen von Schadenereignissen größer als der versicherte Schaden selbst. 2016 brachte auch eine Weltneuheit im Bereich der gewerblichen Versicherungen: den ersten Unfall mit einem autonom fahrenden Auto.

So rasant wie sich die Weltwirtschaft verändert sich auch das Geschäft mit Gewerbeversicherungen. Mit den Cyberversicherungen ist eine neue, schnell wachsende Sparte entstanden. Ähnliches trifft auf die Versicherung von Anlagen und Betreibern der erneuerbaren Energien zu. Und auch die Versicherung von Terrorismus-Risiken wird immer wichtiger. Das alles trifft nicht nur auf große Industrieunternehmen zu, sondern auch auf die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die 99 Prozent der deutschen Wirtschaft bestreiten. Dort liegen auch die Potenziale, denn Schätzungen zufolge ist im KMU-Bereich die Verbreitung von Versicherungen mit knapp 40 Prozent unterrepräsentiert. Das ist auch das Geschäftsfeld von unabhängigen Vermittlern.

Denen macht es die Versicherungswirtschaft immer leichter, ins Gewerbegeschäft einzusteigen. Im Unterschied zu privaten Versicherungen sind gewerbliche individueller, was erhöhte Anforderungen an den Vermittler und den Versicherer stellt. Die Lösung liegt in der Produktgestaltung. Moderne Gewerbeprodukte müssen nach Möglichkeit alle gängigen Risiken eines Unternehmens umfassen. Sie sollen gleichzeitig einfach zu tarifieren sein. Dazu gehören heute Online-Tarifrechner. Schließlich müssen sie dem Vermittler die Sicherheit bieten, dass er nichts übersehen hat und keine Haftungsrisiken drohen. Bei Rückfragen stehen dem Makler versierte Gewerbespezialisten des Versicherers zur Seite.

Viele neue Gewerbeprodukte werden diesen Anforderungen gerecht. So trägt die Maschinenversicherung der Helvetia zum Beispiel der individuellen Ausrüstung der Unternehmen mit stationären und fahrbaren beziehungsweise transportablen Maschinen durch eine Pauschalisierung Rechnung. Sie tritt an die Stelle der ansonsten üblichen sehr aufwendigen Auflistung aller Maschinen, ihrer Daten und Werte. Bei einem Totalschaden zahlt die Helvetia nicht wie meisten üblich nur den Zeitwert abzüglich des Wertes des Schrottes, sondern den Neuwert, sofern der Zeitwert vor dem Schaden mindestens 50 Prozent des Neuwertes betrug. Durch das einfache Pauschalierungsverfahren ist ein Vertragsabschluss noch während der Beratung möglich, versichert die Helvetia.

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Einfach, transparent und haftungssicher
Leicht machen möchte es den Vermittlern auch die Basler. Das Unternehmen hat in diesem Jahr das Firmengeschäft mit dem neuen Tarifrechner „Easy Trade“ ausgestattet. Schon nach Eingabe weniger Daten kann der Vermittler Angebote für das gewerbliche Standardgeschäft unterbreiten. Der Abschluss erfolgt mittels Datentransfer, eine automatische Nachricht bestätigt den Vertragseingang, die Police wird innerhalb einer Woche ausgestellt.

Neu aufgestellt im Gewerbegeschäft hatte sich 2015 auch die Barmenia. Versicherungen gegen die konventionellen Gefahren Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie von Schadenersatzansprüchen sind direkt online policierbar. Antrags- und Risikoprüfung für die „E-Gewerbe-Sachversicherung“ sowie die „E-Gewerbe-Haftpflichtversicherung“ erfolgen elektronisch. Der Versicherungsschein kommt als PDF-Dokument per E-Mail.

Zielgruppen- und Modulversicherungen erleichtern den Maklern das Geschäft. Exemplarisch verkörpert dies die Alte Leipziger. Für die Inhalts-, die Gebäude- und die Betriebsunterbrechungs-Versicherung stehen drei Produktlinien zur Wahl: für den Basisbedarf, für die Standardlösung sowie für die Rundum-Absicherung. Zusatzbausteine, beispielsweise für die Elektronik, ergänzen das Angebot. Im Visier hat die Alte Leipziger Unternehmen des Lebensmittel und Getränkehandels, Kosmetiksalons, das Heilwesen sowie Hotels und Gaststätten. Dort gelten dann jeweils branchenspezifische Deckungslösungen.

Cyber-Versicherungen als Megatrend
2016 war das Jahr der Cyber-Versicherungen, viele Unternehmen haben entsprechende Deckungen auf den Markt gebracht. Sie sollen vor allem KMU schützen. Abgedeckt werden vor allem Haftpflicht-, Eigen- und Vermögensschäden. Der Spezialversicherer Hiscox, der bereits mit einem umfassenden modularen Versicherungsschutz für IT-Unternehmen auf dem Markt ist, bietet mit „IT Freelancer by Hiscox“ seit Mai dieses Jahres auch Versicherungsschutz für Freiberufler mit einem Umsatz bis zu 125.000 Euro pro Jahr. Für Start ups und KMU wurde mit maximal einer Million Euro Umsatz wurde das Angebot verbessert. Weil Online-Shopping immer mehr um sich greift, und auch kleine Händler sich dort betätigen, bietet Hiscox mit „Online-Shops by Hiscox“ ein modulares Konzept für die Versicherung von Versandgefahren im Internet. Das Basismodul umfasst eine betriebliche Haftpflichtversicherung mit integrierter Produkthaftung. Ganz nach individuellem Bedarf könne diese Basisabsicherung um drei weitere Module wie die Berufshaftpflicht mit Vermögensschadenhaftpflicht, eine Versicherung für Cyber- und Datenrisiken und eine Büroinhalts- und Warenlagerversicherung ergänzt werden. Dabei werde beispielsweise auch passgenau unterschieden, ob es sich beim Shop-Betreiber um einen Hersteller, Weiterverarbeiter, reinen Verkäufer oder Importeur von End- oder Teilprodukten handelt.

Auch Axa bietet mit „Cyber“ einen Baustein, den KMU zur betrieblichen Haftpflichtversicherung vereinbaren können. Gedeckt sind unter anderem auch Sachverständigenkosten, Beratungsleistungen zur Reputation sowie Internet-Strafrechtsschutz.

Neue Wege geht auch die HDI Versicherung AG. Das Unternehmen hat gemeinsam mit dem Netzwerk-Sicherheitsspezialisten Cocus AG ein Sicherheitspaket entwickelt, das IT-Scanner-Technologien mit einer Cyberrisk-Versicherung kombiniert: „Assured Security“. Damit seien die beiden Unternehmen in Deutschland Vorreiter auf dem Gebiet der ganzheitlichen Absicherung von Online-Systemen, sagt HDI. „Assured Security“ besteht auf der einen Seite aus einer umfassenden Überprüfung auf Cyber-Schwachstellen, bei der eine Kombination aus verschiedenen Scanner-Technologien eingesetzt wir, erläutert Cocus. Ist der Scan abgeschlossen, bekomme der Kunde ein detailliertes Reporting. Erkannte Risiken würden konkret aufgezeigt und der Kunde habe 90 Tage Zeit, diese zu beheben. Zur Dienstleistung von Cocus kommt eine zweite Komponente: die Versicherung des Restrisikos. HDI hat hierfür ihren Cyber-Risk-Baustein auf die Bedürfnisse des Netzwerk-Sicherheitsspezialisten angepasst und bietet den Versicherungsschutz in verschiedenen Ausprägungen an. Der Kunde könne je nach Bedarf Eigenschäden oder Eigen- und Drittschäden absichern.

portfolio international 07.11.2016

Hans Pfeifer
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