portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

...mehr

Meistgelesene Artikel


Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 13.176,50 +0,08%
TecDAX 3.059,25 +0,14%
EUR/USD 1,1059 -0,41%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

INFINEON 19,99 +3,62%
RWE ST 26,10 +1,64%
BMW ST 73,70 +1,15%
WIRECARD 115,00 -1,58%
FMC 64,74 -1,58%
FRESENIUS... 49,43 -0,86%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
ETFS Metal Securit SF 168,15%
Source Markets plc SF 147,41%
DWS Invest Brazili AF 113,92%
JPMorgan Funds US AF 106,68%
H2O Multibonds R(C RF 105,81%

mehr

Beratung

07.04.2014

Treuhänderische Vermögensverwaltung im Trend I

Das Ende der klassischen Anlageberatung von Banken scheint eingeläutet. Denn Vertrieb und Beratung schließen sich offenbar immer mehr aus. Wie ein Erfolgsmodell mit individueller Vermögensverwaltung auch für Kunden ohne nennenswertes Vermögen aussehen könnte, zeigt die Genossenschaft Vermögensverbund (VVeG). Teil I

Vor 20 Jahren war die Anlageberatung die dominante Dienstleistung in der Wertpapierbranche. „Jetzt kommt die Anlageberatung unter die Räder“, sagt Marcel van Leeuwen, Geschäftsführer der DWPT Deutsche Wertpapiertreuhand GmbH, und nennt drei Gründe: 1. Die Regulierung schreitet fort. 2. Das Risikomanagement zieht ins Privatkundengeschäft ein. 3. Die Margen sinken. Leeuwen prophezeit, dass sich viele Berater und Banken aus Teilen des Wertpapiergeschäftes zurückziehen.

Wie können Berater ihre Zukunft sichern? Sie sollten eine klare Wahl treffen, nach welchem Geschäftsmodell sie arbeiten werden, rät Leeuwen. Hierbei spielt die Frage „Bin ich eher der Relationship Manager oder bin ich eher der Asset Manager?” die zentrale Rolle. Hat der Berater sein Geschäftsmodell gewählt, kann er sich einem Dienstleister anschließen und sich voll auf seine Stärken konzentrieren. Dabei bietet insbesondere die strategische Vermögensverwaltung auch für freie Anlageberater, Vertriebe und Pools attraktive Geschäftsfelder. Banken müssen da passen.

„Es geht um eine treuhänderische Vermögensverwaltung unabhängig von Konzernzwängen, Vertriebsvorgaben und Produkten, die vollständig auf die Vertretung der finanziellen Interessen des Kunden ausgerichtet ist“, beschreibt Markus Herzinger den Ansatz, mit dem Vermögensverbund eG angetreten ist. Der Vorstand ergänzt: „Hierzu gehört nicht nur ein entsprechendes Vergütungsmodell, bei dem sämtliche Provisionen an die Kunden weiter­gereicht werden, sondern auch die Ermächtigung, Befähigung und Beauftragung der Berater, die Kundeninteressen zu vertreten.“ Mit anderen Worten: Es wird von Vertrieb auf Beratung umgestellt. Die meisten Banken dürften damit an ihre Grenzen stoßen, weil sie strukturell damit weniger verdienen als mit Produktvertrieb. Wie funktioniert das bei der VVeG praktisch?

Neues für Verbraucher  
Betrachten wir zunächst die Sicht des Verbrauchers. Er erhält über die VVeG Zugang zu einem „Multi Micro Family Office“, das als Genossenschaft organisiert seinen Mitgliedern gehört und damit ausschließlich diesen verpflichtet ist. Die Interessen der Mitglieder werden damit gebündelt und die Genossenschaft auf diese Weise als „Großeinkäufer“ wahrgenommen. Geboten wird echte individuelle Vermögensverwaltung anstatt einzelner Bausteine. Das Portfolio- und Asset Management ist an einen regulierten Vermögensverwalter delegiert. Somit erhält der Kunde eine „Herstellergarantie“ anstatt einer „Verkäufergarantie“, erklärt Herzinger.

<break>

Ziel war Vermögensverwaltung auch für den kleinen Geldbeutel. Mit wenigen Angaben des Kunden lassen sich schnell und einfach die maximale Anlagehöhe und die Risikotragfähigkeit ermitteln. Dadurch bleibt der Aufwand gering. Die Genossenschaft arbeitet mit einer Mischkalkulation: Alle Mitglieder zahlen prozentual die gleichen Honorare. Hierdurch schaffen auch kleinere Vermögen den Einstieg. Motto: Flatrate und Klickfee. „Das heißt, alle Standardleistungen werden von der Gemeinschaft getragen, einzelne Extras trägt jeder nach Aufwand selbst“, so Herzinger.

Als Vermögensverwalter ist die DWPT Deutsche Wertpapiertreuhand GmbH beauftragt, die auf Honorarbasis arbeitet. Kernstück und erste Dienstleistung der VVeG ist seit April 2013 der Zugang der Genossenschaftsmitglieder zur Familien-Vermögensverwaltung. Die DWPT liefert vier Vermögensverwaltungsansätze, die in zwei Varianten (konservativ oder dynamisch) zum Zuge kommen können. Die Anlage erfolgt ausschließlich in Investmentfonds.

„Die Familien-Vermögensverwaltung ist, anders als viele Angebote am Markt, somit nicht von den Prognosen des Vermögensverwalters abhängig, sondern die DWPT führt als unabhängiger Portfoliomanager unterschiedliche Ansätze und Konzepte zu einer ausgewogenen Mischung zusammen“, urteilt Dr. Michael Keilholz, Sprecher des VVeG-Vorstandes. Sämtliche Rückvergütungen fließen den Kunden zu. Natürlich entstehen für Kunden auch Kosten: „Nach Abzug der Rückvergütungen sind es rund 2,0 Prozent Effektivkosten“, erklärt Herzinger (siehe Tabelle).

Neues für Vermittler
Diese individuelle Vermögensberatung kann auch für Vermittler ein Erfolgsmodell sein, vom Vertrieb auf echte Beratung umzusteigen. Andocken können Finanzdienstleister mit und auch ohne Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung. Zur Erinnerung: Wer Investmentfonds, geschlossene Fonds und sonstige Vermögensanlagen vermitteln will, benötigt seit 2013 dafür eine eigene Zulassung oder kann sich einem Haftungsdach anschließen. Hier wirkt der genossenschaftliche Vermögensverbund extrem vereinfachend: Ohne Zulassung nach Paragraf 34f kann ein Vermittler ganz legal als „Familienbetreuer“ tätig werden.

portfolio international 07.04.2014

Anzeige
 
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
Anzeige