portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

...mehr

Meistgelesene Artikel


Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 15.524,97 -1,17%
TecDAX 3.862,73 -0,98%
EUR/USD 1,1732 -0,31%

Quelle: Citibank Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

CONTINENTAL 96,08 +0,86%
MTU AERO 189,20 +0,19%
FMC 60,16 +0,13%
DT. POST 59,06 -3,15%
HEID. CEMENT 66,80 -2,77%
BASF 63,53 -2,76%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Global Internet Le AF 581,85%
Postera Fund – Cry SF 296,36%
Luxembourg Selecti AF 191,96%
ABAKUS New Growth AF 172,44%
BlackRock Global F AF 168,81%

mehr

Beratung
03.08.2015

Schweizer-Franken-Darlehen ohne Schutz I

Die Stadt Bad Bramstedt hat Medienberichten zufolge 140.435 Euro durch Kursschwankungen des Schweizer Franken verloren, und zwar mit Krediten, die an diese Währung gekoppelt waren. Sie verklagte dann den Vermittler, der das Finanzgeschäft empfohlen hatte, die Bannasch AG. Und scheiterte. Das Landgericht München I wies die Klage als unbegründet zurück. Nur ein Beispiel von vielen.

Beobachter rechnen dennoch vermehrt mit solchen Prozessen. Meist geht es um Fremdfinanzierungen, die an den Schweizer Franken gekoppelt waren. Auch Rechtsanwalt Wolfgang Herfurtner, Inhaber einer auf Bank-, Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht spezialisierten Kanzlei in Essenbach bei Landshut, weiß von mehreren Klagen und bereitet einige davon auch selbst vor. „In der Regel geht es hier um Falsch­beratung bei Immobilienfinanzierungen, wo in vielen Fällen die Verluste bei über 100.000 Euro liegen. Auch Kommunen sind verstärkt betroffen.“ Der Münchener Rechtsanwalt Nikolaus Sochurek, Partner der Sozietät Peres & Partner, bestätigt: „Wegen geschlossener Fonds mit Fremd­finanzierung in Schweizer Franken werden bundesweit vermutlich täglich Klagen eingereicht.“ Auch diese Kanzlei führt Rechtsstreitigkeiten in verschiedenen Instanzen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie seinerzeit richtig über Fremdwährungskredite aufzuklären war. Juristen gehen davon aus, dass Banken, Finanzierungsberater und Vermittler ihre Kreditnehmer über alle wesentlichen Umstände des Fremdwährungskredites informieren mussten. Dazu gehörten insbesondere Hinweis-, Aufklärungs- und Beratungspflichten, die die Risiken eines spekulativen Darlehensvertrages erklären und die wirtschaftlichen Folgen für jeden Kunden verständlich und nachvollziehbar beschreiben.

<break>

Herfurtner warnt: „Lediglich ein Hinweis auf abstrakte Risiken kann nicht ausreichen. Vor Vertragsabschluss müssen die konkreten finanziellen Auswirkungen im Risikofall genannt werden. Nur dann kann ein Kreditnehmer eine objektive Entscheidung treffen. Auch wenn Kreditverträge eine Risikobelehrung enthalten, entspricht diese nicht immer den gesetzlichen Vorgaben. Zudem sind Bankberater verpflichtet, auf die finanziellen Risiken direkt hinzuweisen.“ Alle schriftlichen Hinweise ersetzen eben nicht das tatsächliche Gespräch. Entscheidend sei der reale Ablauf und der Inhalt des Beratungsgespräches.

Kaum über Worst Case aufgeklärt
Sochurek weist im Zusammenhang mit der Haftung von Banken auf einen weiteren Aspekt hin: „Bei uns dominieren Fälle, in denen Stopp-Loss-Orders nicht ordnungsgemäß ausgeführt worden sind oder nachträglich angepasst wurden. Viele Fälle landen jedoch nicht vor Gericht, weil die Parteien sich vergleichen. Banken zeigen in vielen Fällen Vergleichsbereitschaft. Angesichts der sehr hohen Gegenstandswerte sind Prozesse für die einzelnen Kunden sehr teuer.“

Auch wegen nachträglicher Orderanpassungen müssen Finanzdienstleister und vor allem Banken mit Klagen rechnen: „Gegenwärtig vertreten wir sehr viele Kunden der Saxo-Bank, die sich mit dem Problem nachträglicher Orderanpassungen konfrontiert sehen. Wir unterstützen hier Vermögensverwalter und Family Offices, deren Kunden von der Problematik betroffen sind“, berichtet Sochurek. Er weiß von einem Fall, bei dem sich ein Privatkunde durch die nachträglichen Orderanpassungen einer angeblichen Nachschussforderung der Bank in Höhe von mehr als vier Millionen Euro ausgesetzt sieht.

portfolio international 03.08.2015

 
Barbara Moormann
Anzeige
 
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
Anzeige