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Vorsorge

30.11.2015

Gewerbeversicherung 2.0 I

Monika Sebold-Bender

„Industrie 4.0“ lautet die Herausforderung. Gemeint ist damit die nächste Stufe der Digitalisierung, die Vernetzung und Automatisierung der Produktions- und Lieferabläufe, das „Internet der Dinge“, die Kommunikation der Maschinen und Roboter unter­einander. Was in der Industrie gerade Einzug hält, wird eher über kurz denn über lang auch den Mittelstand erreichen. Vermutlich wird die Hobelbank eines Schreiners morgen noch nicht direkt mit dem Sägegatter des Holzhändlers kommunizieren, auf Dauer wird sich aber auch der Handwerker digitalisierten Beziehungen zu Zulieferern, Kooperationspartnern und Abnehmern nicht entziehen können. Wer nicht mitmacht und den Anschluss an die digitale Wirtschaftswelt verliert, wird im analogen Aus enden.

Industrie 4.0 ist nicht nur eine Herausforderung für Industrie, Dienstleistung und Handwerk, sondern vor allem auch für die Versicherungswirtschaft. „Die Nutzung der neuen Technologien wird stark veränderte Haftungsszenarien zwischen allen Marktteilnehmern zur Folge haben. Bei Ansprüchen aus Schadenfällen wird im Zuge von Industrie 4.0 häufig die Schwierigkeit darin bestehen, festzustellen, wer für den Schaden haftbar gemacht werden kann. Dies wird auch neue Herausforderungen an den Haftpflicht-Versicherungsschutz stellen“, sagt Hartmuth Kremer-Jensen, Mitglied der Geschäftsführung des Risikomanagement-Dienstleisters Aon Risk Solutions in Deutschland.

Aon Risk Solutions sieht die deutsche Versicherungswirtschaft bei der Lösung dieser Aufgaben vor große Herausforderungen gestellt. „Einerseits wird die Versicherungswirtschaft von ihren Unternehmenskunden gefordert: Sie soll die passenden Versicherungslösungen zur Umgestaltung der deutschen Wirtschaft auf dem Weg zur Industrie 4.0 liefern. Andererseits befindet sich die Versicherungswirtschaft selber unter Modernisierungsdruck – ausgelöst durch die Digitalisierung, die andere Branchen bereits radikal verändert hat“, weiß Kremer-Jensen.

Auf Deutsch: Während die Industrie auf dem Weg in den Modus 4.0 ist, schickt sich die Versicherungswirtschaft gerade mal an, das Level 2.0 zu stemmen. Nach der mühsamen Digitalisierung ihrer Backend-Prozesse geht es jetzt ums Frontend, um die Digitalisierung der Kundenbeziehungen. Wenn sich beispielsweise heute Gewerbeversicherer rühmen, dass es ihnen gelungen ist, vier Policen zu bündeln und die Risikofragen auf nur einen Fragebogen zu drucken, ist das zwar ein Fortschritt gegenüber vorher vier Fragebögen. Es bleibt jedoch analoger ­Papierkram.

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Die Zukunft ist digital
Die Zukunft sieht anders aus. Immer mehr Versicherer setzen auch im Gewerbegeschäft auf Angebotsplattformen, Onlineantragstellung und Onlinerisikoprüfung sowie Abschluss per Mausklick. Dies funktioniert besonders und gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit ähnlichen Risiken. Das vereinfachte Handling mache das gewerbliche Sach- und Haftpflicht-Versicherungsgeschäft auch für Vertriebspartner attraktiv, die sich bisher nicht an diese Zielgruppe herangetraut haben, heißt es beispielsweise bei der Barmenia, die in der „eGewerbeversicherung“ typische Risikoabsicherungen gebündelt hat. Dabei handelt es sich nicht um ein Standardprodukt für alle, sondern um Versicherungsschutz für eine breite Palette von Risiken, die sich individualisieren lässt: Haftpflicht, Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel, Elektronik, Transport, Ertragsausfall, Produkthaftung, technische und elektronische Betriebseinrichtung. Das Produkt wird vom Antrag über das Angebot bis hin zur Erstellung des Versicherungsscheins, den der Kunde als PDF-Dokument per E-Mail erhält, ausschließlich elektronisch abgewickelt.

Für die Axa ist die Digitalisierung der „Erfolgsfaktor in der Gewerbeversicherung“. Zwar werde der persönliche Kundenkontakt weiter seine Berechtigung haben und könne durch digitale Angebote nicht kompensiert werden, ihn aber bereichern. Beim Axa-Kleingewerbeprodukt „Profismart“ und beim „Profischutz“ sind Online-Beratungstechnologien bereits so implementiert, dass selbst komplizierte Deckungsinhalte abbildbar sind, teilte das Unternehmen mit. Nach Eingabe der Betriebsart könne mit nur drei Daten – Postleitzahl, Umsatz und Anzahl der Vorschäden – eine Quotierung durchgeführt werden. Seit September bietet Axa das digitale Underwriting an. Das soll die Prozesse für Makler und Maklerbetreuer beschleunigen, Anfragen werden ohne Zeitverlust weitergeleitet, und der Bearbeitungsstatus ist jederzeit transparent und nachverfolgbar.

Komplette Lösungen für komplexe Risiken

Aber auch Pools und Plattformen rüsten sich für die digitale Welt. Das muss nicht einer Kriegserklärung an etablierte Vertriebswege gleichkommen. So können Makler zum Beispiel beim Vergleichsportal „Finanzchef 24“ über „Finanzchef pro“ Partner werden und ihre Anträge bei den teilnehmenden Versicherungsunternehmen einreichen. Dabei würden Makler über einen vertraglich garantierten Kunden- und Bestandsschutz die Kontrolle über ihren Bestand behalten, versichert der Plattformbetreiber. „Finanzchef 24“ arbeitet mit 37 Versicherern zusammen und ermöglicht Vergleiche für 877 Betriebsarten aus den Bereichen Handwerk, Installation, Schönheitspflege, Heilwesen und Pflege, Gastronomie, Tourismus, Einzelhandel, Online- und Versandhandel, Bürobetriebe, freie Berufe, IT-Dienstleister sowie Medien.

Auch die Pma Finanz- und Versicherungsmakler GmbH hat unlängst aufgerüstet und eine Ausschreibungsplattform eingerichtet, über die selbst komplex Risiken versichert werden können. Auf die Angebotsanfragen der Makler erfolgen innerhalb von zwei bis drei Tagen individuelle Angebote mehrer Versicherer, so Pma.

portfolio international 30.11.2015

Hans Pfeifer
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