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Beratung

27.04.2016

Fallstricke in der Gewerbeversicherung II

Gerade bei der Gewerbeversicherung kommt es auf genaue Abgrenzung versicherter und unversicherter Risiken an. Können Onlineplattformen für Gewerbeversicherungen dem Makler dabei helfen? Ein Wegweiser durch den Dschungel der Gewerbeversicherung. Teil II
Peter Leibold
Dr. Monika Sebold-Bender

Risiko mit dem größten Schadenpotenzial abdecken
Beispiel Gebäude- und Inhaltsversicherung: Im Schadenfall ziehen sich Versicherer relativ oft auf das Argument zurück, der Kunde habe grob fahrlässig gehandelt. Dann wird, je nach Schwere des Verschuldens, die Leistung gekürzt (Quotelung) – im Extremfall  bis auf null Prozent. Leibolds Lösung: Der Makler vereinbart mit dem Versicherer den Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit, gegebenenfalls bis zu einer festen Summe. „Zudem sollte eine maximale Quote der Leistungskürzung vereinbart werden.“

In der Betriebshaftpflicht-Versicherung lassen sich Fallstricke vermeiden, wenn der Vertrag auf die wichtigsten Branchenrisiken abstellt. Leibold nennt einige Beispiele: Berater sollten generell auf die Limits achten. Bei Bauhandwerkern wird mitunter vergessen, Tätigkeitsschäden mitzuversichern. Neu sei, dass Aus- und Einbaukosten als Baustein der Produkthaftpflicht abgesichert werden können. Unverzichtbar ist die Produkthaftpflicht-Absicherung im produzierenden Gewerbe. „Die Deckungssumme für die Haftpflicht sollte so hoch sein wie die Deckungssumme des Sachschadens“, resümiert Leibold.

Wie wichtig solide Beratung gerade im Bereich Betriebshaftpflicht ist, zeigt ein aktuelles Urteil aus dem Handwerk. Ein Betrieb für Bauklempner-, Bauspengler- und Flaschnerarbeiten war mit der Abdichtung eines Hausdaches beauftragt. Dabei kam es zu einem Feuchtigkeitsschaden durch Starkregen, den der Bauherr von der Firma ersetzt haben wollte. Deren Betriebshaftpflicht-Versicherer sträubte sich zunächst, weil das Kleingedruckte nur Arbeiten abdeckte, die technisch oder fachlich mit dem Leistungsangebot zusammenhängen. Das Oberlandesgericht Karlsruhe entschied jedoch am 30. April 2015: Der Versicherer muss die verlangten rund 23.000 Euro zahlen, da das Kleingedruckte Bezug auf Paragraf 5 der Handwerksordnung nahm, die auch Arbeiten beinhalten, die das Leistungsangebot wirtschaftlich ergänzen. Da Überschneidungen gerade im Bereich der Dacheindeckung zu anderen Gewerken unvermeidbar sind, liegt eine „wirtschaftliche Ergänzung“ vor, die unter das versicherte Risiko fällt (Az.: 12 U 477/14).

In diesem Zusammenhang scheint die 2016 erneuerte  Berufshaftpflicht-Versicherung der Generali eine Beruhigungspille für Gewerbekunden zu sein. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Mitversicherung von nicht zulassungs- und nicht versicherungspflichtigen Kfz, wie Gabelstapler. Nun sind auch Schäden an fremden Arbeitsmaschinen und Geräten mitversichert, ebenso wie Betriebsstätten oder Niederlassungen im Inland. Neben vielen neuen Einschlüssen ist die pauschale Mitversicherung von Tank- und Abwasserbehandlungsanlagen ein zusätzlicher Pluspunkt. „Durch gezielte Leistungserweiterungen bieten wir eine sehr umfassende und gleichzeitig einfache Absicherung vieler Risiken“, erklärt Vorstand Dr. Monika Sebold-Bender. „Sämtliche Verbesserungen können bei Bedarf flexibel auf Anforderungen der Kunden angepasst werden“, so die Expertin der Generali-Versicherungen weiter (Details: generali.de/firmenkunden/betriebshaftpflicht/).

Bei der Betriebshaftpflicht der Generali gilt in der Regel voller Schutz bis zur vereinbarten Versicherungssumme – ohne Selbstbeteiligung. Das bieten nur wenige am Markt. So sind beispielsweise in voller Höhe abgedeckt: Mietsachschäden inklusive Wohn- und Baucontainer, Tätigkeitsschäden beim Be- und Entladen, an Leitungen und an sonstigen Sachen sowie Schlüsselverlust. Bereits im Sommer 2015 hatte die Generali ihre Gebäude-, Inhalts- und Glasversicherung komplett überarbeitet. In diesem Jahr soll zudem das Bündelprodukt „Generali Gewerbe“ weiter verbessert werden.

Deckungslücken aufzuspüren und die wichtigsten zu schließen ist Aufgabe eines versierten Gewerbemaklers. Makler Leibold nennt ein Beispiel aus der Geschäftsinhaltsversicherung und verweist auf den feinen Unterschied zwischen Brand- und Schmorschaden: Bei einem Maschinenbauer kam es zu einem Kabelbrand im Verteilerkasten. Bis im Unternehmen bemerkt wurde, was da los ist, war der Verteilerkasten so zerstört, dass alles neu gemacht werden musste. Schaden: 10.000 Euro. „Leider hat es nicht gebrannt“, sagt Leibold. Auch wenn der Begriff „Kabelbrand“ ein Feuer vermuten lässt, handelt es sich um sogenannte Seng- und Schmorschäden. Diese sind in der Feuerversicherung üblicherweise nicht gedeckt. Selbst All-Risk-Policen oder der Baustein „Unbenannte Gefahren“ helfen nur selten, weil Seng- und Schmorschäden ebenfalls meist ausgeschlossen sind. Für den Einschluss des Risikos bedarf es oftmals einer frei vereinbarten Klausel. Leibolds Kunde wollte diesen Einschluss – wegen des Beitragszuschlags – nicht. So blieb er auf dem Schaden sitzen.

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Weitere Fallstricke
Ein anderes Problem ist die korrekte Bewertung der versicherten Gegenstände in der Geschäftsinhaltsversicherung oder Gebäude in der gewerblichen Gebäudeversicherung, wo der Neuwert versichert gilt. „Ist aufgrund falscher Methodik ein zu geringer Wert versichert, steht der Makler für die Differenz in der Haftung“, weiß Versicherungsberater Konrad Krug. Seine Kanzlei für Versicherungsberatung, Krug GmbH, bietet Versicherungsneuwert-Gutachten an. „Viele Vermittler verlassen sich auf die Aussage des Kunden zur Höhe der benötigen Versicherungssumme. Dies führt oft zu einem Haftungsproblem wegen Unterversicherung“, so Krug. Grund: Als Basis für die Versicherungssumme wird in der Regel das Anlagen- oder Abschreibungsverzeichnis des Steuerberaters herangezogen. 

„Generell sind die addierten historischen Anschaffungskosten keine Neuwerte und daher keine Grundlage für eine Versicherungssumme“, warnt Krug, der auch Fachbeirat in der Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler (VSAV) ist. Er verweist auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 30. März 2011. Es zwingt den Makler, bei einer geplanten Umdeckung der Firmengebäude- sowie der Geschäftsinhaltspolice die Versicherungssumme des Vorversicherers zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Sonst haftet er für Unterversicherung im Schadenfall (Az.: 3 U 192/10). 

Immer mehr Versicherer setzen auch im Gewerbegeschäft auf Angebotsplattformen, Onlineantrag und Onlinerisikoprüfung sowie Abschluss per Mausklick. Die Digitalisierung macht das gewerbliche Sach- und Haftpflichtgeschäft auch für Vertriebspartner attraktiv, die sich bisher nicht an diese Zielgruppe herangetraut haben. Für Axa ist die Digitalisierung der „Erfolgsfaktor in der Gewerbeversicherung“, sagt Simone Seybicke, Leiterin Kleinunternehmen. Beim Kleingewerbeprodukt „Profi smart“ und beim „Profischutz“ seien Online-Beratungstechnologien bereits so implementiert, dass selbst komplizierte Deckungsinhalte abgebildet werden können. 

Aber auch unabhängige Plattformen rüsten für die digitale Welt. Daran können etablierte Vertriebswege partizipieren. Beim Vergleichsportal „Finanzchef24“ etwa können Makler über „Finanzchef pro“ Partner werden und ihre Anträge bei den teilnehmenden Versicherern einreichen. Über den vertraglich garantierten Kunden- und Bestandsschutz behält der Makler die Kontrolle über seinen Bestand, versichert der Plattformbetreiber. Finanzchef24 arbeitet derzeit mit 41 Versicherern zusammen und ermöglicht Vergleiche für 877 Betriebsarten aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Onlinevergleich zu Gewerbehaftpflicht
Das Ergebnis ist ein online erstellter Vergleich von Gewerbehaftpflicht-Versicherungen (finanzchef24.de), vor kurzem noch für undenkbar gehalten angesichts der Spezifik und Individualität jeder einzelner Firma und ihrer Betriebsbeschreibung. Doch die Gründer, Hendrik Rennert, Betriebswirt und Banker, sowie Felix Schollmeier, Informatiker mit Investmenterfahrung, haben so ziemlich alle denkbaren Tätigkeitskombinationen in Risikoanalysen gegossen, und zwar durch digitale Frage-Antwort-Schemata. „Wir stellen nur die Fragen, die für Ihre Betriebsart nötig sind, und suchen anhand Ihrer Antworten die geeigneten Produkte aus. Sie zahlen nur für das, was Sie brauchen“, betont Rennert.  

„Wer nach der Onlineanalyse noch eine persönliche Beratung benötigt, kann sich an einen von 50 angestellten Gewerbeversicherungsexperten von Finanzchef24 wenden. Hintergrund: Die Firma ist selbst als Versicherungsmakler mit Erlaubnispflicht nach Paragraf 34d Absatz 1 Gewerbeordnung zugelassen. Wer als Makler Partner wird (über „Finanzchef pro“), erhält für seine Leistung einen Overhead direkt vom Versicherer. Durch Nutzung des Onlinevergleichsrechners von Finanzchef24 kann der Makler schnell und sicher maßgeschneiderte Angebote erstellen und beantragen. Alle Tarif- und Risikodaten des Maklerkunden, die der Makler im Onlinevergleichsprozess angegeben hat, sendet Finanzchef24 dem Makler in einem professionellen Beratungsprotokoll automatisch per E-Mail zu. 

portfolio international 27.04.2016

Detlef Pohl
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