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Ausgabe 03/2017

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Anlage
12.04.2016

Ausblick auf Aktien positiv, auf Politik negativ

Hendrik Leber

Für das Jahr 2016 zeichnet Hendrik Leber von Acatis ein gutes Aktienjahr. Auf politischer Ebene sieht er indes Defizite, was sich negativ auf die Stimmung der Menschen und damit die Konjunktur auswirke.

Nach den Einbrüchen an den Aktienmärkten zu Jahresbeginn sucht der Markt offensichtlich wieder das Risiko, meinte Hendrik Leber, Gründer der Vermögensverwaltungsgesellschaft Acatis, bei einer Onlinekonferenz. Seit Mitte Februar verzeichne er einen Umschwung. Fast schon traurig sei allerdings, dass die Makrosicht in den vergangenen Jahren bei der Vermögensverwaltung sehr bedeutsam geworden sei und die Analyse der einzelnen Firmen daher in den Hintergrund rücke.

De facto seien die Börsen derzeit von politischen Entscheidungen manipuliert. Eine Stabilisierung an den Märkten sei dennoch möglich, auch wenn der Aufwärtstrend, den der Vermögensverwalter 2016 für die Aktienmärkte sieht, holprig verlaufen werde. „Die hohe Volatilität bleibt, und das ist auch gut so“, betonte Leber, womit er die Einschätzung zahlreicher Vermögensverwalter und Analysten teilt. „Die Bewertungen sind heute zwar nicht mehr so niedrig wie im Januar. Aber das Umfeld ist gut, die Zinsen sind niedrig und die Gewinne sind einigermaßen stabil.“

Generell gebe es noch Konsumluft; die Menschen hätten heute mehr Geld in der Tasche als zuvor, auch wegen des stark gesunkenen Ölpreises. „Aber gibt es auch Konsumlust?“, fragte Leber. Eher nicht. Denn die Stimmung der Menschen in Europa scheint derzeit nicht wirklich gut zu sein – und wenn die Stimmung nicht gut ist, sei die Konsumlust gering. Die Idee des Helikoptergeldes, die derzeit als ein Lösungsweg zum Ankurbeln der Konjunktur diskutiert wird, sei nicht neu. Zudem hätten die Notenbanken den Geldhahn in den vergangenen Jahren bereits massiv aufgedreht, also den ersten Schritt in Richtung Helikoptergeld längst getan. „Aber: Das Geld bewegt sich nicht, es wird nicht ausgegeben“, betonte Leber.

„Die Leute sparen lieber, weil sie Angst haben oder nervös sind. Die Pferde stehen an der Tränke und saufen nicht – das nennt man auch Liquiditätsfalle“, erläuterte Leber weiter. Dazu komme eine sehr niedrige Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Die Banken wiederum würden auch infolge der Anforderungen aus der Regulierung massiv daran gehindert, Geld in Umlauf zu bringen. „Die Frage ist dann: Welchen Kanal bahnt sich das Geld, das nicht in Umlauf ist? Gibt es eine inflationäre oder eine konsumptive Wirkung?“. Im Moment seien die Menschen tendenziell pessimistisch, da sie dem wirtschaftlichen und politischen Umfeld nicht trauen und deshalb auch kein Geld ausgeben.

In einem normalen Zinsumfeld geht jede Hausse einmal zu Ende, ergänzte der Vermögensverwalter. Derzeit herrsche jedoch kein normales Zinsumfeld, sondern eines, das es so noch nie gegeben habe. „Dadurch wird auch der Referenzrahmen für die Aktienkursbewertung verschoben. Je niedriger die Zinsen sind, desto höher darf das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien sein“. Bei dem heutigen Zinsniveau seien demnach eigentlich KGV von 30, 40, 50 angemessen. „Über die kommenden Jahre dürften die Aktienkurse so stark ansteigen, bis wir in diese KGV-Niveaus vorstoßen. Dann passen sie wieder mit der gegebenen Zinswelt zusammen“, meinte Leber. Im Anschluss könne es zu einer Inflation kommen, und zwar vermutlich schnell und unkontrolliert.

Heike Gorres

(Bild: Acatis)

portfolio international update 12.04.2016

 
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