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Beratung
28.01.2016

Zurich saniert Bestände an Maklern vorbei

Ralph Brand

Die Zurich Insurance plc, Niederlassung für Deutschland, kündigt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion bundesweit tausenden Kunden ihre Wohngebäudeversicherung. Dabei lässt sie auch die Makler im Regen stehen und verstößt gegen geltende Usancen der Branche.

Zu Beginn dieser Woche erhielten zahlreiche Kunden von Wohngebäude-Versicherungen der Zurich Post von diesem Versicherer. Obwohl aktuell gar kein Schaden vorliegt, kündigt Zurich Kunden entweder ganz den Versicherungsschutz auf oder verlangt per Änderungskündigung rund 25 Prozent mehr Beitrag. Begründet wird dies mit zunehmender Schadenhäufigkeit an Gebäuden und der „starken Intensität von Wetterereignissen“.

Daher müsse man „im Interesse der Versichertengemeinschaft handeln“ und fristgerecht innerhalb von drei Monaten zum Ablauftermin kündigen oder per Änderungskündigung höheren Beitrag verlangen. Besonders hinterhältig ist eine plötzliche Kündigung für Eigentümer, deren Hausfinanzierung noch läuft. „Wurde zu Ihrem Vertrag ein Sicherungsschein ausgestellt, werden wir die Gläubiger beziehungsweise Darlehnsgeber über die bevorstehende Vertragsauflösung informieren. Bitte bemühen Sie sich rechtzeitig um neuen Versicherungsschutz“, teilt man per Brief den verdutzten Kunden mit. Ohne Nachweis einer gültigen Police können Banken schnell Ärger bei der Baufinanzierung machen, da der Versicherungsschein für eine Wohngebäudeversicherung als Sicherheit für die Finanzierung gilt.

Unterschrieben ist der Brief von Ralph Brand, Hauptbevollmächtigter der Niederlassung, der bei einer ähnlichen Aktion Mitte 2012 den Wohngebäude-Versicherungskunden in ähnlicher Weise die Vorstellungen der Zurich schmackhaft gemacht hatte. Damals kündigte er die Trennung „von einem großen Teil unseres Wohngebäudeversicherungsbestandes“ an und vollzog sie dann auch. Nicht einzelne, weil schadenbelastete, Verträge wurden rausgeschmissen, sondern Bestände, deren Schadenwahrscheinlichkeit durch das zunehmende Gebäudealter logischerweise gestiegen war.

Die Sanierungswelle von 2012 reichte offenbar nicht dauerhaft aus. Kein Wunder: Die oft völlig veralteten Policen und Bedingungen sind zwar preisgünstig, erlauben aber keinerlei automatische Prämienanpassung bei höherem Schadenaufwand. Experten rieten schon lange zu einer pauschalen Neuordnung des Bestandes und plädierten für die Umstellung auf bessere Bedingungen (Verzicht auf Einrede grober Fahrlässigkeit; Einschluss von Elementarschäden) mit moderat angepassten Beiträgen für Bestandskunden. Dies hat Zurich aber nicht getan.

Nun läuft eine neue Sanierungswelle – betroffen ist auch die Rechtsschutzsparte –, die auch das Vertrauen langjährig schadenfreier Kunden erschüttert. Einen Bärendienst erweist der Versicherer dabei den betroffenen Maklern. Die mussten von ihren verärgerten Kunden von den Kündigungen erfahren. Branchenüblich und unter Geschäftspartnern unverzichtbar wäre gewesen, die Makler im Vorfeld zu informieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Angeblich hat Zurich per Mail Makler vorab informiert. Stichproben zeigten, dass dies nicht stimmt. Man kann davon ausgehen, dass bei dieser Aktion vermehrt auch gegen Postvollmachten von Maklern verstoßen wurde. Zurich zieht sich damit den Zorn der Makler zu. Man erinnere sich an den GDV-Vertriebskodex, wo es so schön heißt: „Das Kundenbedürfnis steht im Mittelpunkt bei der Beratung und Vermittlung. (…) Die Vertriebssteuerung unterstützt die bedarfsgerechte Beratung.“

Zurich hat wie folgt zu der Aktion Stellung genommen: „Die Maßnahmen betreffen weniger als fünf Prozent des Bestandes“, sagt Pressesprecher Bernd Engelien. „Der Schadenaufwand im Marktsegment Wohngebäude ist in den letzten Jahren stark angestiegen, und in einigen Teilbereichen ist das Prämienniveau nicht mehr ausreichend, um diesen gestiegenen Schadenaufwand abzudecken.“ Es wurden bereits 2012 Maßnahmen eingeleitet, „identifizierte Verträge und betroffene Teilbestände auf aktuelle Tarife umzustellen und Verträge sowohl im Erneuerungs- als auch Neugeschäft mit risikogerechten Beiträgen und Bedingungen über unsere Vertriebspartner anzubieten“. Zur Umgehung der Makler sagte er: „Das ist hier teilweise nicht korrekt gelaufen. Das bedauern wir. Natürlich war und ist intendiert, zuerst den Makler zu informieren.“ Mittlerweile sei der Fehler behoben.

Übrigens: Bei der Zurich-Aktion 2012 waren auch die Sach-Folgecourtagen um 50 Prozent gesenkt worden. Als Begründung wurde damals angeführt, dass die laufenden Courtagezahlungen für Sachversicherungsverträge jeweils anteilig in Höhe von 50 Prozent eine Vergütung für die Vermittlungs- sowie die Betreuungsleistung des Vermittlers enthalten. Zurich wollte damit die Betreuung nicht weiter vergüten, sondern nur noch die Vermittlungsleistung.

Detlef Pohl

(Bild: Zurich)

Weiterführender Link:

portfolio international update 28.01.2016

 

Kommentare

Bernd Engelien bedauert, dass man die Makler nicht in die Sanierungsaktion mit einbezogen hat und meint, mittlerweile sei der Fehler behoben. Nichts wurde behoben! Der Fehler lässt sich nur beheben, indem jede weitere Versendung von Kündigungsschreiben sofort gestoppt wird und mit den betroffenen Maklern Gespräche geführt werden. So wie es sich unter ordentlichen Kaufleuten gehört. Wir baten gestern um telefonischen Rückruf durch die Teamleitung des Privatkundengeschäfts. Dieser ist bis dato nicht erfolgt! Telefonischer Kontakt zum Vorstand wird verweigert. Sieht so eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aus? Bereits seit fünf Jahren machen wir der Zurich über die diversen wechselnden Maklerbetreuer Vorschläge, wie die Bestände nachhaltig saniert und die Verträge gleichzeitig auf marktüblichen Versicherungsschutz umgestellt werden können. Eine konstruktive Zusammenarbeit findet nicht statt.

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