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Vorsorge

03.06.2013

Witwen klagen nicht! I

Die Risikolebensversicherung bietet noch jede Menge Potenzial. Denn die Hinterbliebenenvorsorge ist meistens völlig unzureichend. Neue Produkte sollen die Absicherung attraktiver machen, Teil I.

.Alle reden über Altersvorsorge, aber kaum jemand redet über Hinterbliebenenvorsorge. Doch das Problem ist gravierend. Denn jeder vierte Mann bräuchte gar keine Vorsorge, weil er vor Erreichen des Rentenalters das Zeitliche segnet. Dann sehen die Angehörigen im wahrsten Sinne des Wortes „alt“ aus. Denn was die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) an finanziellem „Trost“ spendet, ist ziemlich traurig. So bekamen Witwen 2011 in Westdeutschland durchschnittlich 544 Euro pro Monat, in Ostdeutschland 586 Euro. Noch schlechter sah es für Witwer aus: Sie erhielten im Westen der Republik im Schnitt 235 Euro, im Osten 284 Euro.

Die unterschiedlichen Werte erklären sich durch die Anrechnung sonstiger Einkünfte und Vorsorgeleistungen – mit Ausnahme der Riester-Rente – auf die Hinterbliebenenrente, was bei Männern in der Regel zu einer starken Kürzung führt. Frauen sind und bleiben aber die typischen Empfänger von Hinterbliebenenversorgung. Denn Männer sterben nun mal früher, und ihre Witwen haben eine lange Lebenserwartung. Mitte 2011 hatte die GRV 4,8 Millionen Witwenrenten und nur knapp 560.000 Witwerrenten im Bestand. Magere Absicherungen bieten auch die Waisenrenten. 158 Euro im Westen und 165 Euro im Osten sind die durchschnittlichen Leistungen für Kinder pro Monat, die ihre Eltern verloren haben.

Das schreit geradezu nach privater Absicherung. Doch die Lebensversicherer behandeln die Risikoversicherung bisher eher stiefmütterlich. Knapp elf Prozent Anteil hatten Risikolebens­versicherungen (RLV) am Neugeschäft 2011, seit Jahren dümpelt dieser Wert zwischen neun und zwölf Prozent. Im Bestand aller Hauptversicherungen kommt die reine Risikopolice nur auf knapp acht Prozent, gemessen an der Stückzahl. Bezogen auf die Versicherungssumme sieht es optisch besser aus, denn dort beträgt der Anteil der reinen Todesfallabsicherungen knapp 20 Prozent.

Das täuscht allerdings gewaltig über das tatsächliche individuelle Absicherungsniveau. Denn die durchschnittliche Versicherungs­summe im Bestand beträgt – sofern man die Statistik des Gesamt­verbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für 2012 zugrunde legt – lediglich 73.508 Euro pro Vertrag beziehungsweise 86.200 Euro im Neugeschäft. Die Durchdringung ist gering. 7,1 Millionen Risikolebensversicherungen stehen rund 65 Millionen Kapital-, Renten-, Pensions- und Berufsunfähig­keitsversicherungen gegenüber.

Mit dem allgemein üblichen Sicherungsniveau dürften die Hinterbliebenen schlecht bedient sein, denn die Leistungen reichen in den meisten Fällen schlicht nicht zum finanziellen Überleben aus. Oft ist der Tod mehrfach tragisch: Partner weg, Einkommen weg, Haus weg, Rente weg. Die finanziellen Konsequenzen in ihrer ganzen Tragweite kommen beim Abschluss von Risikolebens­versicherungen selten zur Sprache. Warum eigentlich? Wenn der Vermittler einen guten Job macht, geht es eben nicht weitgehend „diagnosefrei“ zu, wie leider häufig im wahren Leben, so die Kundenerfahrung.

Der Tod ist oft mehrfach tragisch
Für die Berechnung der optimalen Versicherungssumme von Risikolebensversicherungen rechnen die meisten Versicherer und Vermittler mit dem Drei- bis Fünffachen des Bruttojahres­einkommens des versicherten Hauptverdieners, bei Familien mit Kindern mit dem Fünf- bis Sechsfachen. Das bedeutet: Bei einem durchschnittlichen Bruttojahresverdienst von 40.000 Euro sind Versicherungssummen zwischen 120.000 und 240.000 Euro nötig. Sind Kredite zu bedienen, insbesondere für Wohneigentum, reicht das aber nicht aus. Denn die RLV-Leistung muss die Restschuld mitbedienen, sonst droht im Todesfall die Zwangsversteigerung.

Solche Rechnungen stellen nur grobe Peilungen dar. Besser wären individuelle Berechnungen, die den Versicherungsbedarf einer Familie konkret und langfristig – etwa bis zum voraussichtlichen Ende der Ausbildung der Kinder – analysieren. Hilfsmittel dafür kann die Düsseldorfer Tabelle sein, die den Unterhaltsbedarf im Scheidungsfall ausweist. Nachschlagen kann man auch in einem Standardwerk von Hermann Schulz-Borck, dessen Tabellen Auskunft über Haushaltsführungsschäden bei unterschiedlichen Einkommensverhältnissen geben.

Durch den Verstorbenen geht in der Regel nicht nur Einkommen, sondern auch Arbeitskraft im Haushalt verloren, es entsteht zusätzlich ein sogenannter Haushaltsführungsschaden. Dieser würde bei einem Haushalt mit drei Hinterbliebenen, davon ein Kind und ein Kleinkind, einer mittleren sozialen Stellung und einer wegfallenden Arbeitsleistung von 20 Stunden etwa 1.150 Euro monatlich betragen. Mittels Barwert kann die Kompensationssumme errechnet werden. In Kombination mit den erforderlichen Barwerten für Lebenshaltungs- und Haushalts­führungskosten ergibt sich die Versicherungssumme, die das Einkommen und den Lebensstandard der Hinterbliebenen auf einem Niveau wie zu Lebzeiten des Versicherten gewährleistet.

portfolio international 03.06.2013

Hans Pfeifer
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