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06.10.2006

Weichlinge mit Nachholbedarf

Anders als etwa die Preise für Basismetalle befinden sich die Kurse vieler Agrarrohstoffe noch auf niedrigen Niveaus. Experten rechnen jedoch mit künftig anziehenden Notierungen Sie verweisen auf die angesichts veränderter Lebensgewohnheiten steigende Nachfrage aus China und Indien. Da die Entwicklung einzelner Soft Commodities aber schwer zu prognostizieren ist, sollten sich Zertifikateanleger auf Indexprodukte kaprizieren.

Orangensaft wird immer teurer. An der New Yorker Terminbörse sind die Preise für gefrorenes Orangensaftkonzentrat in diesem Jahr um rund 50 Prozent gestiegen. Im Verlauf von zwei Jahren haben sich die Notierungen verdreifacht. Und der Saft könnte bald noch mehr kosten. Denn ein knappes Angebot trifft auf eine hohe Nachfrage. Die Lager in Brasilien und den USA sind fast leer. Nicht zuletzt haben die Wirbelstürme der vergangenen Jahre die Orangenplantagen Floridas getroffen.

Anders als etwa die Preise für Basismetalle befinden sich die Kurse vieler Agrarrohstoffe noch auf niedrigen Niveaus. Experten rechnen jedoch mit künftig anziehenden Notierungen Sie verweisen auf die angesichts veränderter Lebensgewohnheiten steigende Nachfrage aus China und Indien. Da die Entwicklung einzelner Soft Commodities aber schwer zu prognostizieren ist, sollten sich Zertifikateanleger auf Indexprodukte kaprizieren.



Orangensaft wird immer teurer. An der New Yorker Terminbörse sind die Preise für gefrorenes Orangensaftkonzentrat in diesem Jahr um rund 50 Prozent gestiegen. Im Verlauf von zwei Jahren haben sich die Notierungen verdreifacht. Und der Saft könnte bald noch mehr kosten. Denn ein knappes Angebot trifft auf eine hohe Nachfrage. Die Lager in Brasilien und den USA sind fast leer. Nicht zuletzt haben die Wirbelstürme der vergangenen Jahre die Orangenplantagen Floridas getroffen.Mit dieser massiven Aufwärtsbewegung steht Orangensaft aber bisher alleine da. Die Preisbewegung bei Agrarrohstoffen insgesamt hat im Vergleich zu der Hausse bei anderen Rohstoffen enttäuscht. Der Goldpreis ist explodiert, die Notierungen von Industriemetallen sind massiv gestiegen. Und Öl sowie Gas haben sich in den zurückliegenden drei Jahren extrem verteuert. Allein die Preise für die so genannten Soft Commodities haben bisher noch nicht haussiert. Doch sprechen Veränderungen auf der Nachfrage- wie auf der Angebotseite dafür, dass sich das ändert. Deutlichen Nachholbedarf haben Agrarrohstoffe, wie Weizen, Mais, Sojabohnen, Baumwolle, Kaffee und Zucker, erklärt Klaus Martini, Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank. Die steigende Nachfrage in den Wachstumsmärkten dürfte auch hier die Notierungen kräftig anziehen lassen. Und auch Wall-Street-Legende Jim Rogers favorisiert diese Anlageklasse: Ich schaue auf Agrarrohstoffe. Hier sind die Preise im historischen Vergleich noch am niedrigsten. Die Fundamentaldaten ändern sich weiter zu Gunsten von Agrarrohstoffen.


Aus Anlegersicht spricht noch ein anderes Argument für ein Investment in Soft Commodities. Diese Asset-Klasse weist eine leicht negative Korrelation zu anderen Asset-Klassen wie Aktien auf. Kommt darüber hinaus, wie in den 70er Jahren, die Inflation stärker zurück, helfen Engagements in Agrarrohstoffen, den Wert eines breiter gestreuten Portfolios zu sichern.


  • Auch als alternativer Treibstoff gefragt

Vor allem zwei Gründe sprechen für eine Aufwärtsbewegung der Agrarrohstoffe. Erstens die wachsende Nachfrage Chinas, Indiens und anderer Schwellenländer nach hochwertigen Agrarprodukten. Zum anderen lässt sich aus etlichen landwirtschaftlichen Rohstoffen Treibstoff gewinnen. Sollte der Ölpreis weiter steigen, wächst auch die Nachfrage nach Soft Commodities.


Wie Deutsche-Bank-Research in der aktuellen Studie Chinas Rohstoffhunger erläutert, bestehen Chinas Rohstoffimporte derzeit nur zu einem Fünftel aus Agrarprodukten. Doch das soll sich ändern. Die rasante Verstädterung und der daraus folgende Verlust von landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sowie Bodenerosion und Wasserknappheit werden dazu beitragen, dass eine Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln bald nicht mehr möglich sein und damit Chinas Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten weiter steigen wird, erklärt Deutsche-Bank-Research. Schon heute ist China der weltgrößte Importeur von Baumwolle, Holz und Soja.


Hinzu kommt, dass die Chinesen mit zunehmendem Wohlstand auch mehr Fleisch essen. Mit etwa 50 Kilogramm pro Kopf und Jahr verzehren sie derzeit nur rund halb so viel Fleisch wie die Deutschen oder Franzosen. Ein höherer Fleischkonsum impliziert aber gewaltige Veränderungen auf dem Getreidemarkt. Denn um ein Kilo Fleisch herzustellen, benötigt man acht bis zehn Kilo Getreide oder Sojabohnen, erläutert Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der DZ Bank. Viehfutter muss also importiert werden.


China zählt bereits heute zu den größten Importeuren von Weizen. Auch bei Mais erwarten Analysten, dass das Reich der Mitte in den kommenden ein bis zwei Jahren zum Nettoimporteur wird. Und bei Zucker, Kaffee, Kakao und Orangensaft dürfte der wachsende Wohlstand von 1,3 Milliarden Menschen zu einer höheren Nachfrage führen. Wobei sich allerdings die Beobachter streiten, inwieweit die Chinesen tatsächlich Tee durch Kaffee ersetzen oder wie schnell der Schokoladenkonsum steigen wird. Wenn es in China auch noch Mode wird, morgens ein Glas Orangensaft zu trinken, dürfte der Preis für das Getränk vollends durch die Decke gehen.


  • Zucker lädt wieder zum Einstieg ein

Neben dem Faktor China profitiert die Nachfrage nach Soft Commodities auch vom hohen Ölpreis. Denn aus etlichen agrarischen Rohstoffen lässt sich Treibstoff gewinnen. So produziert Brasilien zu konkurrenzfähigen Preisen in großem Ausmaß aus Zucker Ethanol. Auch aus Weizen, Soja, Raps und Mais werden Kraftstoffe gewonnen. Immer mehr werden Pflanzenöle dem Dieselkraftstoff beigemischt. Bleibt der Ölpreis langfristig hoch oder steigt gar weiter, wächst mit der Nachfrage nach Ethanol und anderen pflanzlichen Treibstoffen auch der Bedarf an etlichen Agrarrohstoffen.


Vor diesem Hintergrund war der Zuckerpreis bereits ausgebrochen und hatte von fünf Cent je amerikanisches Pfund (Pound) Anfang 2003 bis auf 20 Cent Anfang dieses Jahres zugelegt. Anschließend fiel er wieder auf zwölf Cent zurück, wozu die erwartet Ausweitung der Zuckerproduktion in Brasilien beitrug. Auf dem ermäßigten Niveau sehen Analysten wieder eine gute Chance für den Einstieg.


Die Kursentwicklung einzelner Agrarrohstoffe zu prognostizieren, fällt aber schwer. Doch dürften die Preise insgesamt eher zulegen. Vor diesem Hintergrund liegt der Kauf von Indexzertifikaten nahe. Dazu bieten sich Produkte von Goldman Sachs auf den GSCI-Agriculture-Index oder von ABN Amro auf den Jim-Rogers-Agricultural-Commodities-Index an (siehe Tabelle). Wer Sicherheit bevorzugt, kann bei Goldman Sachs auch ein Bonus- oder ein Garantiezertifikat auf den GSCI Agriculture erwerben. Darüber hinaus sind Wetten auf den Zuckerpreis möglich.


Werner Rüppel

 
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