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13.10.2015

Was wird aus der Lebensversicherung, Herr Leitermann?

Ulrich Leitermann
Die Versicherer stehen vor fundamentalen Herausforderungen. Die Palette reicht von neuen Geschäftsmodellen in der Lebensversicherung über neue Vertriebsmodelle bis hin zur weiteren Regulierung der Branche. portfolio international update befragte zahlreiche Vorstände der umsatzstärksten Versicherer sowie von Gesellschaften mit starkem Maklervertrieb zu drei wichtigen Zukunftsfragen. Heute: Ulrich Leitermann, Signal-Iduna-Gruppe, Vorstandsvorsitzender.

 

 

 

 

 

 

 

1. Niedrigzinsen spalten die Branche bei der Produktentwicklung, insbesondere bei Garantien. Welche LV-Produkte haben aus Ihrer Sicht Zukunft und welche nicht? Könnten Sie dies kurz begründen?

Signal-Iduna hält an der Lebensversicherung mit Garantien (auch klassisch) fest. Wir haben seit Jahren mit „Siggi“ (Signal Iduna Global Garant Invest) ein hochmodernes Fondsprodukt als dynamisches Drei-Topf-Hybrid im Angebot, bei dem ein Garantie­niveau zwischen null und 100 Prozent wählbar ist. Fast 90 Prozent der Kunden wählen die volle Garantie. Wir sehen dies als Bestätigung unserer Einschätzung. Insofern sind wir für die Zukunft produktseitig sehr gut aufgestellt.

2. Solvency II kommt zum 1. Januar 2016 mit Übergangsszenarien. Was erwarten Sie als erste Auswirkung im kommenden Jahr? Und wäre die Übertragung des Kapitalanlagerisikos auf den Kunden nicht strategisch zu kurz gesprungen, da es Verbraucher weg von den Lebensversicherern und hin direkt zu Fondsanbietern treiben könnte?

Im Gegensatz zu einigen anderen Versicherern werden für die Signal-Iduna werthaltige Garantien auch weiterhin ein wesentliches Merkmal von Lebensversicherungen sein. Wir bieten moderne Produkte, bei denen diese Garantien auf intelligente Weise unter Berücksichtigung der Anforderungen von Solvency II umgesetzt sind. Neben der klassischen Rentenversicherung ist dies insbesondere unser Hybridprodukt „Siggi“. Trotz aller Bemühungen der Branche stellt das derzeitige Zinsniveau (und die derzeitige Ausgestaltung der Zinszusatzreserve) eine massive Belastung des deutschen Lebensversicherungsmodells dar.

3. Welche  Zukunft hat bei Ihnen der Maklervertrieb, wie sorgen Sie bei Umsetzung des Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) für faire Vergütung, die den Makler nachhaltig überleben lässt?

Der Maklervertrieb steht bei uns für gut ein Drittel des Gesamtabsatzes. Wir wollen auch über diesen Vertriebsweg ertragreich wachsen. Dazu müssen Produkte hochqualitativ und Prozesse professionell sein. Deshalb arbeiten wir fortlaufend an einer attraktiven Produktpalette für den Maklervertrieb, gerade für unsere Kernzielgruppen Handwerk und öffentlicher Dienst. Der korrekte Titel des LVRG lautet „Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte“. Es steht also zunächst der Kunde im Fokus, der bessere Rückkaufswerte ausgewiesen bekommt. Alles andere hätte den Sinn der Lebensversicherung infrage gestellt, was in Zeiten, in denen die umlagefinanzierte staatliche Rente an ihre Grenzen gerät, fatal wäre. Eine Stellschraube ist die Senkung der Abschlusskosten. Die Vergütung für Produkte, die biometrische Risiken ab­decken, bleibt unangetastet. Bei kapitalbildenden Produkten werden wir die Abschlussvergütung absenken, lassen sie aber für Rentenpolicen oberhalb einer bestimmten Laufzeit unverändert. Nur Verträge mit eher kurzen Laufzeiten weisen weitergehende, laufzeitabhängige Kürzungen auf. Über die genauen Regelungen informieren wir die Makler dann zeitnah.

Das Gespräch führte Detlef Pohl

(Bild: Signal Iduna)

portfolio international 13.10.2015

Kommentare

Bei Lebensversicherungen geht es nicht nur um die Herabsetzung der Kosten im Vertrieb, sondern auch sehr um die Kontrolle und Transparenz der Verwaltungskosten. Wie wäre es mit einem ehrlichen und einheitlichen Standard der Lebensversicherer zu den Effektivkosten? Davon ist weit und breit nichts zu sehen. Absatz und Umsatz hängen in diesem Geschäft nun einmal von Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Transparenz ab.

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