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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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15.10.2015

Was wird aus der Lebensversicherung, Herr Berndt?

Ralf Berndt
Die Versicherer stehen vor fundamentalen Herausforderungen. Die Palette reicht von neuen Geschäftsmodellen in der Lebensversicherung über neue Vertriebsmodelle bis hin zur weiteren Regulierung der Branche. portfolio international update befragte zahlreiche Vorstände der umsatzstärksten Versicherer sowie von Gesellschaften mit starkem Maklervertrieb zu drei wichtigen Zukunftsfragen. Heute: Ralf Berndt, Stuttgarter Lebens­versicherung, Vorstand Vertrieb und Marketing.

 

 

 

 

 

 

 

1. Niedrigzinsen spalten die Branche bei der Produktentwicklung, insbesondere bei Garantien. Welche LV-Produkte haben aus Ihrer Sicht Zukunft und welche nicht? Könnten Sie dies kurz begründen?

Im Bereich der Altersvorsorge werden Produkte mit einer hundertprozentigen Bruttobeitragsgarantie eine zentrale Rolle spielen. Dazu werden wir im Markt unterschiedliche Konzepte sehen. Die Stuttgarter setzt in dieser Frage weiterhin auf ihr effizientes Sicherungsvermögen und ihre starke Finanzkraft. So gestalten wir die Garantie für unsere Kunden sicher, effektiv und kostengünstig. Um zusätzliches Renditepotenzial zu nutzen, können unsere Versicherten auch Fonds- oder Indexkomponenten einsetzen. Wie sich die rein klassischen Produkte in Zukunft behaupten werden, wird insbesondere davon abhängen, wie sich der Kapitalmarkt weiter entwickelt. Marktgerechte Zinsen wären natürlich wünschenswert. Heute ist die klassische Rentenversicherung eines finanzstarken Versicherers nach wie vor attraktiv.

2. Solvency II kommt zum 1. Januar 2016 mit Übergangsszenarien. Was erwarten Sie als erste Auswirkung im kommenden Jahr? Und wäre die Übertragung des Kapitalanlagerisikos auf den Kunden nicht strategisch zu kurz gesprungen, da es Verbraucher weg von den Lebensversicherern und hin direkt zu Fondsanbietern treiben könnte?

Wir erwarten für 2016, dass sich die Produktwelt im Markt verändern wird. Der Ansparprozess wird sich von dem der klassischen Lebens- oder Rentenversicherung wegbewegen, hin zu flexibleren Garantiemodellen. Treibende Kraft dabei ist nicht nur Solvency II, sondern vielmehr die lang anhaltende Niedrigzinsphase. Die flexiblen Garantiemodelle werden das bisherige klassische Modell mit Elementen kombinieren, bei denen der Kunde das Kapitalanlagerisiko selbst trägt. Das Niveau der Kapitalgarantien verschiebt sich auf Garantien zum Rentenbeginn, sogenannte endfällige Garantien. Dies führt insgesamt dazu, dass der Kunde mehr Chancen auf höhere endfällige Leistungen bekommt als bei den bisherigen klassischen Produkten. Allerdings muss er dafür in Kauf nehmen, dass die Schwankungsbreite der möglichen Leistungen zunimmt. Was unverändert bleibt, ist die Kernleistung der Lebensversicherer: die lebenslange Rente. Bank­ähnliche Produkte können dies nicht.

3. Welche  Zukunft hat bei Ihnen der Maklervertrieb, wie sorgen Sie bei Umsetzung des Lebensversicherungs-Reformgesetzes (LVRG) für faire Vergütung, die den Makler nachhaltig überleben lässt?

Wir setzen auch in Zukunft auf den unabhängigen Vertrieb. Nur dieser bietet Kunden hochwertige und faire Beratung. Wir haben das LVRG hinsichtlich der Vergütung mit Augenmaß umgesetzt. Wichtig war uns ein angemessener Interessenausgleich zwischen Vermittler und Kunden. Der Fokus liegt auf der Betreuungsleistung des Vermittlers über die Laufzeit: Wir haben die laufende Vergütung als Ausgleich für die niedrigere Abschlussvergütung spürbar angehoben. Dies führt zu einer deutlichen Aufwertung der Bestandsbetreuung.

Das Gespräch führte Detlef Pohl

(Bild: Stuttgarter Lebensversicherung)


portfolio international 15.10.2015

Detlef Pohl
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