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Ausgabe 03/2016

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Vorsorge

17.02.2016

Vorsorge für das finale Vergessen II

Die Reform der Pflegeversicherung geht voran, insbesondere verbessern sich die Leistungen für Demenzkranke. Das ist ein Fortschritt, reicht jedoch nicht aus. Denn die Kosten für die Betreuung Demenzkranker sind besonders hoch und verlangen deshalb ganz besonders nach zusätzlicher privater Vorsorge. Teil II
Dr. Rainer Reitzler

Trotz der umfassenden Integration der Demenz in den Bewertungskatalog der gesetzlichen Pflegeversicherung und der bereits erfolgten Anhebung der Pflegesätze im Zuge des Ersten Pflegestärkungsgesetzes bleibt das Demenzrisiko in der gesetzlichen Pflegeversicherung überproportional unterversichert. Der Finanzbedarf und die finanzielle Lücke beim Auftreten der Demenzkrankheit sind besonders hoch und verlangen nach zusätzlicher privater Absicherung über eine private Pflegezusatzversicherung.

Es ist nicht so, dass bei den privaten Pflegezusatzversicherungen das Demenzrisiko bisher ausgeblendet worden ist. Es wurde allerdings auch nicht risikogerecht eingeschlossen, zumindest bei den meisten Tarifen nicht. Das Infinma Institut für Finanzmarktanalysen GmbH untersucht regelmäßig Marktstandards. Je höher die Leistungen bei Demenz, umso besser ist das Risiko versichert. Bei der Analyse der  Pflegerentenversicherung zeigte sich, dass die Absicherungen für das Demenzrisiko nicht ausreichen. Das Gros der untersuchten Tarife (36 Prozent) leistet bei Demenz lediglich wie in Pflegestufe II, neun Prozent je nach Schwere in den Pflegestufen II oder III, drei Prozent nur wie in Pflegestufe I und sieben Prozent der Tarife sehen überhaupt keine Leistungen bei Demenz vor.

Nur in einem Prozent der Tarife sind die Leistungen durch den Kunden individuell wählbar, wobei maximal Leistungen der Pflegestufe III vereinbart werden können. Beispiel Pflegerente der Ideal Lebensversicherung a. G.: Dort kann die Leistung des Versicherers individuell festgelegt werden. Das Demenzrisiko lässt sich in jeder Pflegestufe zusätzlich versichern. Das muss der Kunde beziehungsweise sein Berater aber auch tun, was voraussetzt, dass sie sich des Risikos bewusst sind. Da das Demenzrisiko bisher nicht individuell bestimm- oder vorhersehbar ist, muss bei Kunden und Beratern ein entsprechendes Problembewusstsein vorhanden sein. 

Demenzvorsorge als Extrapolice
„Demenz ist kein Einzelfall, sondern avanciert zur Volkskrankheit Nummer eins“, sagt Dr. Rainer Reitzler, Vorstandsvorsitzender der Münchener Verein-Ver­sicherungsgruppe. Bis der Gesetzgeber mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz in die Gänge kommt, sollten die Verbraucher nicht warten, lautet ein Argument des Versicherers. Weil außerdem zu erwarten ist, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bei Demenz noch weniger ausreichend sind als bei anderen, körperlichen Formen von Pflegebedürftigkeit hat das Unternehmen als erster Versicherer in Deutschland im Oktober eine selbstständige Demenzversicherung auf den Markt gebracht.

Hans Pfeifer
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