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Vorsorge

15.02.2016

Vorsorge für das finale Vergessen I

Die Reform der Pflegeversicherung geht voran, insbesondere verbessern sich die Leistungen für Demenzkranke. Das ist ein Fortschritt, reicht jedoch nicht aus. Denn die Kosten für die Betreuung Demenzkranker sind besonders hoch und verlangen deshalb ganz besonders nach zusätzlicher privater Vorsorge. Teil I
Dr. Rainer Reitzler

Jeder kennt dieses Phänomen: Man betritt einen Raum, weil man nach etwas suchen will. Kommt eine Ablenkung dazwischen, weiß man manchmal hinterher nicht mehr, wonach man eigentlich suchen wollte. Demenz ist das bei gesunden Menschen nicht. Bei älteren Menschen fängt das Vergessen aber so an. Später finden sie nach dem Einkauf nicht mehr nach Hause, noch später verlieren sie das Kurzzeitgedächtnis, dann erkennen sie ihre Angehörigen nicht mehr, am Ende steht die völlige Desorientierung, Hilflosigkeit und der Autonomieverlust. Mitunter kommt soziale Verwahrlosung und unkontrollierte Aggressivität gegenüber der Umwelt hinzu, die Persönlichkeitsstruktur verändert sich vollständig.   

Bei der Demenz handelt es sich um die Einschränkung der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten eines Menschen. Die bekannteste und am häufigsten auftretende Form ist die Alzheimer-Erkrankung. Der Statistik zufolge werden gut ein Drittel aller Männer und gut die Hälfte der Frauen, die das 65. Lebensjahr erreichen, im Laufe ihres Lebens dement. Unter den 150 neuen Pflegefällen, die in Deutschland täglich registriert werden, sind rund 110 Demenzkranke.

Das Problem wächst, je älter die Menschen werden, denn mit dem Alter steigt auch das Demenzrisiko. Nach Schätzungen der Deutschen Alzheimer- Gesellschaft wird die Anzahl der Demenzkranken von heute rund 1,5 Millionen auf 3,02 Millionen im Jahr 2050 steigen. Damit wächst die Anzahl der Dementen ungefähr doppelt so schnell wie die Anzahl der Pflegebedürftigen allgemein, und sie stellen drei Viertel der im Jahr 2050 voraussichtlich vier Millionen Pflegebedürftigen.

Das allein ist jedoch noch nicht das Problem. Die Demenzerkrankung führt zwangsläufig zu Pflegebedürftigkeit, und sie ist unumkehrbar. Demenzkranke nehmen überdurchschnittlich viele Pflegeleistungen in Anspruch. Zunächst beanspruchen sie Angehörige, bald auch professionelle Pflegedienste, am Ende steht in bis zu 85 Prozent aller Fälle die Einweisung in eine stationäre Pflegeeinrichtung.

Hans Pfeifer
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