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09.06.2015

Vorsitzender des Prüfungsausschusses ersetzt Jain und Fitschen

John Cryan

Der Abgang der „Doppelspitze“ bei der Deutschen Bank ist der zweite Paukenschlag innerhalb kurzer Zeit. John Cryan, Mitglied des Aufsichtsrats und ehemaliger Europa-Präsident des Staatsfonds Singapur, soll es nun richten.

Nach dem ersten Paukenschlag bei der Deutschen Bank, dem Abgang des Privatkundenvorstands Rainer Neske, sorgt nun auch der Abschied der als „Doppelspitze“ agierenden Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen für großen Wirbel. Am 1. Juli tritt John Cryan, bislang im Aufsichtsrat der Deutschen Bank tätig, an die Stelle von Jain, der seinen Posten Ende des Monats verlässt, wie die Bank bestätigt hat. Fitschen bleibt noch ein knappes Jahr im Amt, danach wird Cryan als alleiniger Vorstandsvorsitzender die Geschicke des Hauses leiten. Unter anderem soll er die zuletzt von Jain und Fitschen durchgesetzte Strategie des Verkaufs der Postbank und des Umbaus des Privatkundengeschäfts mit Filialschließungen in größerem Stil umsetzen.

Hierzulande ist Cryan kaum bekannt. Der derzeit in London lebende Brite ist seit 2013 Mitglied im Aufsichtsrat des Bankhauses, ursprünglich gewählt bis 2018. Dort ist er Vorsitzender des Prüfungsausschusses und Mitglied des Risikoausschusses. Bis 2014 war Cryan bei der Investmentgesellschaft Temasek International, dem Staatsfonds Singapurs, unter anderem als Europa-Präsident tätig. Weitere berufliche Stationen waren bei dem Finanzinstitut UBS unter anderem als Finanzvorstand, in verschiedenen Funktionen bei der SG Warburg & Co und bei Arthur Andersen & Co.

Eine Überraschung ist der Abgang von Jain und Fitschen nicht. Ein großer Teil der Bankaktionäre hatte das Führungsduo bei der jüngsten Hauptversammlung Ende Mai scharf kritisiert und die Entlastung verweigert, wie es so schön heißt. Die dort verabschiedete Strategie soll der Bank zufolge fortgeführt werden.

Heike Gorres

(Bild: dpa) 

portfolio international update 09.06.2015/dpo

 
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