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Beratung
16.07.2015

Versicherungsvertriebsrichtlinie auf der Zielgeraden

Das EU-Parlament

Die EU-Vermittlerrichtlinie hat jetzt nicht nur einen neuen Namen bekommen, sondern wird auch die gesamte Vertriebskette abbilden. Einen Verbot von Provisionen und Courtagen wird nicht ausgesprochen. Hier haben die Mitgliedsländer einen gewissen Spielraum. Der aktuelle Erkenntnisstand zur Sommerpause.

Die EU-Finanzmarktrichtlinie (Markets in Financial Instruments Directive, kurz: Mifid 2) hatte das EU-Parlament bereits im Frühjahr 2014 beschlossen. Die Umsetzung in den Ländern muss bis Ende 2016 erfolgen. In der Richtlinie finden sich auch Bestimmungen zur Versicherungsvermittlung. Damit werden Änderungen zur Versicherungsvermittlung (ursprünglich: Insurance Mediation Directive, kurz: IMD 2) vorweggenommen, die sich allerdings als eigenständige Richtlinie verzögert.

Einen messbaren Fortschritt hat es nun zum 30. Juni 2015 gegeben. Die Trilog-Verhandlungen von EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Rat führten zu einer Einigung: Die angestrebte EU-Richtlinie über Versicherungsvermittlung (IMD 2) wird ersetzt durch die Versicherungsvertriebsrichtlinie (Insurance Distribution Directive, kurz: IDD). Sie soll laut EU-Kommission „die gesamte Vertriebskette abdecken“. Günstig: Schutz haben Verbraucher künftig nicht nur beim Abschluss über Makler oder sonstige Vermittler, sondern auch beim Abschluss direkt beim Versicherer.

Für anlagebasierte Versicherungsprodukte wird es von der EU kein Provisionsverbot oder keine Verpflichtung zur unabhängigen Beratung geben. Allerdings bleibt es den Mitgliedsstaaten vorbehalten, ein Provisionsverbot oder auch eine Verpflichtung zur Beratung für ihr jeweiliges Land vorzuschreiben – was nicht nur für anlagebasierte Produkte gilt, sondern ganz allgemein für alle Versicherungen.

Der Vertrieb kann je nach Mitgliedsstaat unterschiedlich ausgestaltet werden. Im Einklang mit Mifid 2 können die Mitgliedsstaaten gestatten, dass Vertriebe weiterhin „Einkünfte aus Provisionen oder Zahlungen Dritter erzielen“. Einschränkung: Sie müssen „nachweisen, dass die Provision auch dem Verbraucher zugute kommt“. Dass dem im Regelfall so sein wird, dafür sorgt eine in der IDD festgeschriebene Weiterbildungsverpflichtung: 15 Stunden pro Jahr. Zum Vergleich. Die deutsche Initiative „Gut beraten“ schreibt mit 40 Maßnahmen zu je 45 Minuten pro Jahr (= 30 Stunden) doppelt so viel Weiterbildungszeit vor.

Kunden sollen über die Art der Vergütung und deren Herkunft aufgeklärt werden müssen. Eine Offenlegung der konkreten Vergütungshöhe wird nicht festgeschrieben, aber Transparenz hinsichtlich der Produktkosten gefordert. Für alle Policen außerhalb der Lebensversicherung sollen „standardisierte Produktinformationen“ Pflicht werden.

Die nebenberufliche Vermittlung wurde bei der IDD  ausgenommen, wenn der Beitrag unter 600 Euro jährlich bleibt oder Versicherungen als Nebenprodukte von Dienstleistungen (zum Beispiel Reiserücktrittsversicherung) vermittelt werden, deren Beitrag kleiner als 200 Euro pro Person ist.

Mit der Abstimmung im EU-Parlament und nachfolgender Veröffentlichung im EU-Gesetzblatt wird nicht vor September 2015 gerechnet. Für die Umsetzung der IDD in deutsches Recht bleiben dem Gesetzgeber dann zwei Jahre Zeit, so dass die Umsetzung bis Ende 2017 erfolgen könnte.

Detlef Pohl

(Bild: EU)

 

Weiterführende Links:

Auf dem Regulierungskarussell: Mifid 2, Ex-IMD 2 und Prips

Verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (Priips)

portfolio international update 16.07.2015

 
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