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Beratung
24.02.2015

Versicherungskammer Bayern will Makler an die Leine legen

Bert Heidekamp

Über 200 Versicherer und Vertriebe sind dem GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb beigetreten. Einige Versicherer haben daraus einen sogenannten Basiskodex für Makler abgeleitet, den sie in Nachträgen zu Courtagezusagen für verbindlich erklären wollen. Damit ist bereits Marktführer Allianz grandios gescheitert. Das ficht die Versicherungskammer Bayern aber nicht an, wie ein aktueller Fall exemplarisch beleuchtet.

Zum Hintergrund: Die Versicherungskammer Bayern (VKB) hat für ihre beiden privaten Krankenversicherer (Bayerische Beamtenkrankenkasse; Union Krankenversicherung) 2001 die Consal Makler Service GmbH (CMS) gegründet, um den Vertriebsweg Makler und Mehrfachagenten effizient bedienen zu können. Makler haben dort ihre Ansprech- und Servicepartner rund um die PKV. Ende September 2014 schrieb Consal im Auftrag der VKB ihren Vertriebspartnern, dass die Konzernunternehmen der VKB zum 1. April dem „Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten“ beigetreten ist und dies zur Folge habe, „dass der Verhaltenskodex Grundlage der zukünftigen Zusammenarbeit mit allen Vermittlern wird“.

Das weitere Schreiben liest sich wie eine Anweisung an gebundene Vertreter. Gerichtet ist es aber eben von der CMS auch an Makler. Und da vergaloppiert sich die VKB − wie weiland die Allianz und zwischenzeitlich die R+V. „Bei solchen Versicherer-Forderungen wie der R+V muss überlegt werden, ob man nicht vielleicht schon als Agent tätig ist. Man sollte von einem promovierten Jurist und Betriebswirt als Vorstand erwarten dürfen, dass er das Berufsbild des Maklers versteht“, wundert sich Versicherungsmakler Bert Heidekamp, Inhaber der Kanzlei Heidekamp für Versicherungsvermittlung und Fairtest.de in Berlin (fairtest.de).

Man setzt nämlich voraus, dass sich die Vertriebspartner mit den Aussagen des Kodex als Selbstverständnis „vollumfänglich einverstanden erklären“. Und dann folgt ein entscheidender Satz. „In Ergänzung zu Ihrer bereits bestehenden Courtagezusage … bildet es (das Selbstverständnis – Anmerkung der Redaktion) die Grundlage für unsere gemeinsame rechtsgeschäftliche Beziehung“. Es folgt – wie schon von der Allianz versucht – die Ankündigung, im Rahmen des Beschwerdemanagements „die Beachtung der Inhalte des Selbstverständnisses laufend“ zu überprüfen.

Immerhin ließ Consal dem Makler Heidekamp in dem Schreiben eine Woche Zeit, schriftlich zu widersprechen. Das tat der Makler, auch mit dem Hinweis, dass der VKB-Konzern im Skandal um überhöhte Vergütungszahlungen an die inzwischen pleitegegangene Vermittlerfirma MEG um Mehmet Göker eine unrühmliche Rolle gespielt habe und sich Heidekamp schon deswegen als Makler jegliche Verhaltensmaßregeln verbitte. „Als Makler arbeite ich aus Haftungsgründen nach dem Kodex des ehrbaren Versicherungsmaklers, den viele Versicherer akzeptieren“, so der Makler.

Nach seinem Widerspruch hörte er vier Wochen gar nichts mehr von CMS. Mit Post vom 24. Oktober 2014 kündigte man ihm jedoch plötzlich die Courtagezusage von 2002 zum 31. Oktober, also mit einer Frist von nur sieben Tagen! Heidekamp fragte daraufhin per Fax vom 18. November zurück, welche Gründe es für die Kündigung gebe, zumal sich vorher weder CMS noch ein Maklerbetreuer der Bayerischen BKK oder der UKV bei ihm gemeldet habe. Bis heute – drei Monate später – hat es CMS nicht einmal für nötig gehalten, dem Makler mündlich oder schriftlich zu antworten.

portfolio international „update“ hakte bei Consal nach und erbat für den Makler und andere Leser überfällige Antworten. Immerhin akzeptiere man bei der VKB auch andere Kodizes, ließ Pressesprecherin Claudia Scheerer wissen. Allerdings sei die Kündigung im Falle Heidekamp gar „nicht aufgrund des Widerspruchs zum Verhaltenskodex erfolgt“. Man pflege mit interessierten Geschäftspartnern „einen intensiven Austausch“, sei aber bei Heidekamp „davon ausgegangen, dass er die Geschäftsbeziehung nicht aufrecht erhalten möchte“. Eine Anfrage des Maklers nach den Gründen zur Kündigung der Courtagezusage sei bis heute nicht bei der VKB eingegangen.

Das klingt nach schlechtem Gewissen, hat Heidekamp doch die Faxbestätigung seines Schreibens vom 18. November 2014 vorsorglich aufgehoben. Erfreulich ist jedoch, dass sich nach unserer Anfrage gestern endlich CMS-Geschäftsführer Udo Drexler bei Makler Heidekamp telefonisch meldete. Er entschuldigte sich für die Verfahrensweise seines Hauses und bot den Abschluss einer neuen Courtagezusage an.

Detlef Pohl

(Bild: Heidekamp)

Weiterführende Links: 

portfolio international update 24.02.2015/gor

 
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