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Vorsorge
08.02.2012

Versicherer reagieren gespalten auf Veränderungen zur Pflegevorsorge

Große Hoffnungen ruhen auf dem geplanten „Pflege-Bahr“, das Familienpflegezeit-Gesetz hingegen halten viele in der Branche für zu bürokratisch.

FRANKFURT – Die Regierungskoalition hat im vergangenen Jahr mehrere Entscheidungen zur Pflegevorsorge gefällt. Doch nicht aus jeder Vorlage des Gesetzgebers entsteht wirklich ein Treffer. Das zeigen die Reaktionen aus der Versicherungswirtschaft auf das Anfang 2012 in Kraft getretene Familienpflegezeit-Gesetz und die geplante staatlich geförderte, ergänzende private Pflegeversicherung.

Obwohl es nicht zu einer obligatorischen Pflegezusatzversicherung kommt, die viele Experten für notwendig halten, findet Rainer M. Jacobus, Vorstandschef der Berliner Ideal Versicherung, den vorliegenden Kompromiss der Koalition zur Pflegeversicherung „aller Ehren wert“, weil damit eine Art Initialzündung ausgelöst werde. Vor allem die Lebensversicherer machen sich Hoffnung auf ein neues Geschäftsfeld. „Ich gehe davon aus, dass die Krankenversicherer ein solch gefördertes Produkt nicht liefern können, weil bei ihnen die Beitragsstabilität nicht gesichert ist. Es wird auf ein Lebensversicherungsmodell in Form einer Rente und nicht auf ein Pflegetagegeld hinauslaufen“, zeigt sich der Ideal-Vorstandsvorsitzende überzeugt.

Sein Haus hat bereits in einem Konzeptpapier der Politik klare Vorstellungen zur Ausgestaltung eines solchen Bausteins präsentiert. „Wir werden für die Erstversicherer, mit denen wir im Bereich der Pflegeversicherung zusammenarbeiten, Lösungsvorschläge entwickeln, sobald die genauen Voraussetzungen bekannt sind. Unser erklärtes Ziel ist es, einen solchen Riester-Baustein unseren Partnern zuzuliefern.“

Ein anderer vermeintlicher Hoffnungsträger in punkto Pflegevorsorge, das Familienpflegezeit-Gesetz, hat sich für das Gros der Versicherer als Rohrkrepierer erwiesen. Anfragen bei Versicherern zeigen eines: Viele haben sich entweder noch gar nicht ernsthaft mit dem Thema beschäftigt oder haben unter den gegebenen Umständen schlichtweg kein Interesse. „Damit die Familienpflegezeit-Versicherung ein Erfolg wird und entsprechende Angebote entwickelt werden können, sollte diese Versicherung praktikabel ausgestaltet werden“, erklärte Allianz-Sprecher Udo Rössler. Die bisherigen Vorschläge zur Absicherung seien sehr verwaltungsintensiv sind, was angesichts der geringen Absicherungssummen für die Pflegenden zu einem ungünstigen Preis-Leistungs-Verhältnis führe.

(Mehr dazu lesen Sie in der Titelgeschichte der Februar-Ausgabe von portfolio international. Das Heft erscheint am 10. Februar 2012.

portfolio international update 08.02.2012/kmo/gcu

 
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