portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 02/2016

Wie geht's weiter mit der bAV?

...mehr


Verlagsprodukte

Digitalisierung: Wandel ist in vollem Gange

...mehr

 


Dauerbrenner
Multi Asset: Liefern
die Fonds, was sie versprechen?

...mehr



Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 9.616,50 +1,79%
TecDAX 1.588,50 +2,17%
EUR/USD 1,1100 +0,21%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 15,01 +3,48%
E.ON 8,75 +3,27%
RWE ST 13,20 +3,02%
CONTINENTAL 170,17 -1,16%
DT. BANK 12,68 -1,08%
DT. BÖRSE 73,65 -0,93%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 212,25%
Stabilitas PACIFIC AF 174,86%
Stabilitas GOLD+RE AF 139,53%
Crocodile Capital MF 103,31%
Structured Solutio AF 101,94%

mehr

Anlage

15.11.2012

Vermögensverwaltende Fonds - mehr als ein schönes Etikett?

Das Analysehaus Scope hat Ratings für 78 Mischfonds veröffentlicht, die es als „vermögensverwaltend“ einstuft. Damit wirft Scope auch die grundsätzliche Frage auf, ob und wie sich solche Fonds sinnvoll von anderen Mischfonds abgrenzen lassen.
Fonds mit sehr gutem Scope-Rating

Mischfonds sind in Deutschland populär. Ende 2000 belief sich das Vermögen der vom BVI Bundesverband Investment und Asset Management erfassten Mischfonds noch auf rund 20 Milliarden Euro; das entspricht gut fünf Prozent des damals in Wertpapierfonds angelegten Gesamtvermögens. Ende 2011 verwalteten Mischfonds schon gut 110 Milliarden Euro oder rund 21 Prozent des gesamten Wertpapierfonds-Vermögens. Während sich das in Mischfonds angelegte Vermögen in diesem Zeitraum also mehr als verfünffacht hat, ist das Vermögen der vom BVI erfassten Aktienfonds um etwa acht Prozent zurückgegangen. Und der Mischfonds­boom scheint nicht zu Ende: In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind dieser Fondsgattung weitere gut 1,7 Milliarden Euro neuer Anlegergelder zugeflossen, während Aktienfonds Abflüsse von mehr als fünf Milliarden Euro verzeichnet haben.

Doch Mischfonds ist nicht gleich Mischfonds. In jüngerer Vergangenheit ist es Mode geworden, diesen Fonds ein Etikett mit der Aufschrift „vermögensverwaltend“ anzuhängen. Nach Angaben des Rating- und Research-Anbieters Scope hat mittlerweile rund die Hälfte der über 2000 in Deutschland angebotenen Mischfonds einen „vermögensverwaltenden Anspruch“. Scope hat dies zum Anlass genommen, diese Fonds als eigene Asset-Klasse zu definieren und sie einem systematischen Rating-Prozess zu unterziehen. Mitte August hat der Rating-Anbieter erste Ergebnisse für zunächst 78 Fonds veröffentlicht. „Im Vergleich zu herkömmlichen Mischfonds schneiden Fonds mit vermögensverwaltendem Anspruch im Durchschnitt gut ab“, heißt es in einer Scope-Analyse. Allerdings sei das Spektrum der vermögensverwaltenden Fonds im Hinblick auf Performance- und auch auf Risikokennzahlen breit gefächert.

Die Eingrenzung vermögensverwaltender Fonds ist schwierig

In diesem Zusammenhang stellt sich die grundsätzliche Frage, ob eine separate Beurteilung „vermögensverwaltender“ Mischfonds einigermaßen stringent möglich ist. „Die Abgrenzung zwischen herkömmlichen Mischfonds und vermögensverwaltenden Fonds ist im Einzelfall schwierig“, heißt es auch in der Scope-Analyse. Das hat die Gesellschaft nicht davon abgehalten, gemeinsam mit dem Research- und Beratungsunternehmen MMD Multi Manager drei „konstitutive Merkmale für vermögensverwaltende Fonds“ herauszuarbeiten, die auch als Grundlage für die Klassifizierung der zu beurteilenden Fonds dienen: Das Anlagevermögen müsse über mindestens drei Anlageklassen gestreut und unabhängig von Marktindizes gemanagt werden. Außerdem müssten die Fonds über ein Risikomanagement zur Begrenzung des maximalen Verlustes verfügen.

Nun steht Scope mit dem Wunsch nach einer klaren Definition und Eingrenzung vermögensverwaltender Fonds keinesfalls alleine da. „Ich bin der Meinung, dass man derzeit sehr inflationär mit dem Begriff ‚vermögensverwaltende Fonds‘ umgeht. Für das Vertrauen der Anleger scheint es mir nicht hilfreich, wenn sich fast jeder Mischfonds als vermögensverwaltend bezeichnet“, betont beispielsweise Günter Schlösser, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VUV). Seiner Ansicht nach sollte ein vermögensverwaltender Fonds ein mittel- bis langfristiges Kerninvestment darstellen, das eine möglichst gleichmäßige Wertsteigerung erzielt. Dabei sollten sich diese Fonds nicht an einer Benchmark orientieren.

Hinsichtlich möglicher Kriterien für eine Abgrenzung dieser Fonds scheint Schlösser nicht allzu weit von der Scope-Definition entfernt: „Wir meinen, dass ein vermögensverwaltender Fonds mindestens in drei oder vier Anlageklassen investieren sollte.“ Eine breite Streuung habe eine Reduzierung des Risikos und eine Glättung der Renditen zur Folge. Und: „Eine Risikokontrolle sollte auf jeden Fall eingebaut sein.“ Allerdings hält der VUV-Vorstand manche Debatten über eher technische Details für zweitrangig: „Wir sollten eine Produktkategorie schaffen, die für Anleger kaufenswert ist, weil sie gewisse Kriterien erfüllt – geringe Wertschwankungen, keine Bindung an eine Benchmark, mittel- und langfristig stabile Erträge. Das sind für mich die wichtigsten Kriterien.“ Anschließend könne man darüber diskutieren, ob man diese Ziele am besten mit zwei, drei, fünf oder sieben Anlageklassen erreicht. Der Name einer solchen Produktkategorie sei Nebensache: „Wie das Kind heißt, ist mir letztendlich egal“, betont Schlösser.

Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige