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Vorsorge

29.03.2016

Upgrading für Kassenpatienten I

Krankenzusatzversicherungen werden für gesetzlich Versicherte immer wichtiger, denn sie ergänzen die Kassenleistungen, die immer schmaler ausfallen. Doch die privaten Zusatzversicherungen für Zahn­ersatzleistungen und stationäre Behandlung haben nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen. Teil I
Dr. Stefan Knoll

Heribert L. hatte bei einem Sturz von der Leiter zwei untere Schneidezähne eingebüßt. Das sah nicht nur hässlich aus, sondern war auch äußerst hinderlich. Sein Dentist konnte es richten: zwei Implantate, Metallkeramikkronen als Suprakonstruktion. Heribert L. konnte hinterher besser beißen und kauen, zu kauen hatte er allerdings auch an der Zahnarztrechnung. Denn die zwei Ersatzstücke kosteten jeweils stolze 2.543 Euro, zusammen also 5.088 Euro.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattete einen Festzuschuss von 723,60 Euro, Bonus für den regelmäßigen Gang zum Zahnarzt schon eingerechnet. Auf 4.362,40 Euro blieb er sitzen. Mit einer Zahnzusatzversicherung wäre ihm das nicht passiert. Bei einem Vertrag mit 75 Prozent Leistung hätte die private Versicherung 3.090,90 Euro erstattet. Damit wären für Heribert L. noch 1.271,50 Euro Restkosten übrig geblieben, ein Viertel der Gesamtkosten. Aber damit hätte er leben können.

Zusatz- und Ergänzungsversicherungen für Kassenpatienten werden immer wichtiger. Beim Zahnersatz liegt das auf der Hand und hat sich bei den Kassenpatienten längst herumgesprochen. Denn die mageren Kassenleistungen dämpfen das Kostenrisiko kaum. Die Restkosten sind gerade bei Zahnersatz so erheblich, dass sie bei vielen Menschen an die finanzielle Substanz gehen. Doch niemand möchte gern, dass man seine finanziellen Verhältnisse am Zustand der Zähne ablesen kann.

Private Zahnzusatzversicherungen sind deshalb weit verbreitet. Unter den 24,3 Millionen privaten Krankenzusatzversicherungen sind allein 14,4 Millionen Policen für die Behandlung beim Zahnarzt. Doch auch private Zusatzversicherungen für die ambulante Behandlung und für Wahlleistungen im Krankenhaus sind bei Kassenpatienten gefragt, erlauben sie doch, dass sie sich damit medizinische Leistungen und Services ähnlich wie Privatpatienten leisten können.

Hans Pfeifer
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