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Beratung
03.06.2014

Universa mit Eigentor bei Weiterbildung

Kurz vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien luden die Universa Versicherungen (Nürnberg) Versicherungsmakler zu einem besonderen Event ein. Zum ersten Spiel der deutschen Mannschaft am 16. Juni gegen Portugal gibt es ein „Universa WM Public Viewing“ in Nürnberg. Das wird als Weiterbildung für Makler deklariert.

In der Einladung – siehe Fotokopie – bleibt der Versicherer in der Fußballersprache und wirbt für die Veranstaltung mit: „Drei Punkte für Deutschland – zwei Punkte für Sie“. Gemeint sind zwei Punkte, die auf das Weiterbildungskonto des Maklers gehen, wenn er zum gemeinsamen Fußball-Schauen erscheint.

Der Versicherer hat dazu einfach eine „kurze Produktschulung“ zu Kinder- und Zahnzusatzpolicen vorne weg organisiert. Man will offenbar das Angenehme (Fußball) mit dem Nützlichen (Produktschulung) verbinden. So weit, so gut. Doch die Universa „kategorisiert dieses Event“ zu der Initiative „Gut beraten“. Die Pointe: „Sie erhalten somit für diese unterhaltsame Veranstaltung auch noch zwei Punkte auf ihr Weiterbildungskonto“.

Damit dürfte die Universa ein klassisches Eigentor geschossen haben. Denn mit Weiterbildung im Sinne der Initiative „Gut beraten“ hat eine Produktschulung ungefähr so viel zu tun wie die Deutsche Vermögensberatung mit unabhängiger Versicherungsberatung.

Zur Erinnerung: Die freiwillige Initiative „Gut beraten – Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland“ wird unter anderem vom VDVM und dem BVK getragen. Jede Weiterbildung soll mit Punkten belohnt werden, die zu besserer Kundenberatung beiträgt. Trainiert werden in den Kursen sowohl Fachkompetenz und Wissen als auch personale Fähigkeiten, wie Urteilsvermögen, Eigenständigkeit, Teamfähigkeit und Kommunikationsverhalten. Ziel sind fünf Fortbildungstage pro Jahr. Nach fünf Jahren soll jeder Teilnehmer 200 Weiterbildungspunkte erreicht haben und erhält dann  ein entsprechendes Zertifikat. 

Das Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV) dokumentiert die Weiterbildungsaktivitäten seit 7. April 2014 in einer Weiterbildungsdatenbank. Wie Dr. Birgit Fohlmeister, Geschäftsführerin des BWV Nordbayern-Thüringen, gegenüber portfolio international erklärte, werden nur Weiterbildungspunkte von akkreditierten Bildungsanbietern akzeptiert. 

Ob dies als Maßstab ausreicht, ist fraglich. Die Universa Lebensversicherung ist als Bildungsanbieter und auch als „Trusted Partner Basis“ akkreditiert. Damit hat formal alles seine Ordnung, aber inhaltlich? Machen solche Events Schule, taugt die Initiative nicht einmal mehr als Feigenblatt, der Versicherungsbranche ein seriöseres Image in der Öffentlichkeit zu geben.

Detlef Pohl

Weiterführende Links: 

portfolio international update 03.06.2014

 

Kommentare

Das mit der fragwürdigen Weiterbildung kommt davon, wenn Dilettanten der Politik regulierend bei Dingen eingreifen, von denen sie keine bis wenig Ahnung und eigentlich dazu auch kein Recht haben.Marktwirtschaft sieht anders aus. Wir Makler werden immer mehr zu Handlangern der Politik, die sich durch die Lobbybildung eindeutig auf der Seite der Konzerne ziehen lässt. Die Planungen im LV-Bereich sprechen auch hier eine deutliche Sprache. So bekomme ich keinen Verbraucherschutz, sondern ich grabe den unabhängig beratenden Kollegen immer mehr das Wasser ab und stärke Srtukki-Buden, Banken und die gebundenen Vermittler bzw. deren Konzerne.

Mit größtem Entsetzen habe ich diesen Artikel gelesen. Ich bin selbst bei UNIVERSA Nürnberg versichert und musste wiederholt vor Gericht Leistungen einklagen, die willkürlich gekürzt worden waren. Auf der anderen Seite verschwendet die UNIVERSA als Versicherungsverein die Gelder der Kunden für dubiose Vertriebsveranstaltungen, bei denen Makler für eine "kurze Produktschulung" (!!) mit anschließender Abendveranstaltung und Fußball hofiert werden und dafür eine Weiterbildung angerechnet bekommen?! Ich werde dazu eine BaFin-Beschwerde einreichen. Es ist unfassbar, wie die Versicherungsbranche das letzte Körnchen an Vertrauen noch zerstört.

Nicht nur dieses Event schießt am Ziel vorbei. Nach drei Probeveranstaltungen, die als Fortbildung getarnt beworben wurden, hat sich meine generelle Skepsis leider bestätigt. Für wie dumm hält uns die Branche eigentlich? Wie verführbar sind die Kollegen tatsächlich? Und was fällt unserer Branche noch alles ein, unseren Ruf nachhaltig mit immer neuen "Initiativen" zu schädigen?

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