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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Beratung

26.11.2012

Unisex – und was noch?

Die Versicherer trommeln zum Geschäft am Jahresende und werben mit vorgezogenen Unisexlösungen. Vermittler drückt aber teils ganz woanders der Schuh. Vor allem im Tagesgeschäft und bei der Ver­gütung klemmt es mächtig. portfolio international legt dar, wie die größten Klippen im Vertriebsalltag umschifft werden können.

Kurz vor Weihnachten ändert sich eine mehr als 100-jährige Praxis der Versicherer: Selbst eindeutig nachweisbare biologische Unterschiede dürfen künftig nicht mehr bei der Kalkulation der Verträge berücksichtigt werden. Getrennte Tarife für Männer und Frauen gehören bald der Vergangenheit an. Versicherer haben längst errechnet, wie sich Unisex auf die Beiträge auswirkt. Der Jahresendspurt für die Versicherungsbranche hat schon vor Wochen begonnen. Makler und andere Vermittler stehen vor aufwendigen Beratungsaufgaben.

Klar scheint nur: Bestehende Verträge werden nicht angetastet. Unter den Bestandsschutz fallen auch Verträge mit integrierter Dynamik, durch die Beiträge und Leistungsumfang regelmäßig steigen, sowie Nachversicherungsgarantien bei Risikolebensversicherungen. Außerdem betrifft die neue Unisexwelt die betriebliche Altersvorsorge noch nicht komplett: Lediglich bei Direktversicherungen wird es nur noch Unisextarife geben.

Unisex birgt Überraschungen
Aus staatlich verordneten Einheitstarifen versuchen die Versicherer jetzt, das Beste zu machen. Dabei sind auch ungewollte Überraschungen möglich. „Eine neue Produktlandschaft“ erwartet Dr. Christoph Helmich, PKV-Vorstand des Versicherungsverbundes Continentale. Die Spanne reicht von leichten Umstellungen ohne den Zwang zur völligen Tarifänderung über wegfallende Tarife bis hin zu gänzlich neuen Tarifen mit völlig neuen Preisen und auch Leistungen. Helmich schließt für die Continentale „aktuarielle Übungen aus“ und will Vorsicht bei der Kalkulation walten lassen.

Die Folge: Generell werden die neu zu kalkulierenden Sicherheiten den Beitrag in Richtung des bislang teureren Geschlechts treiben. „Was bisher im Mix 100 Prozent bedeutete, weil ein Geschlecht nur 80 und das andere 120 Prozent kostete, dürfte sich mit Unisex in Richtung 115 Prozent bewegen“, schätzt Helmich für die private Krankenversicherung (PKV). Er wollte auf dem PKV-Forum der Continentale bewusst nicht dem Schlussverkauf das Wort reden, jedoch steht fest: „Für Männer sind Bisex-Tarife vor allem in der PKV-Vollversicherung und auch in der Pflegezusatzversicherung viel günstiger.“

Andere Anbieter haben ihr Marketing längst auf Offensive für den Schlussverkauf geschaltet. „Männer, wollt ihr wirklich die Gleichberechtigung?“, fragen etwa die Bayerischen Beamtenversicherungen auf ihrer Internetseite und raten zum schnellen Abschluss von Berufsunfähigkeits- (BU-), Renten- und Krankenzusatzversicherungen für Männer. Ein anderer Lebensversicherer verspricht: „2012 macht die Stuttgarter alle Männer zu Helden“ und rechnet derzeit fünf Prozent Beitragsvorteil bei einer Privatrente gegenüber dem Unisextarif aus. Der Volkswohl-Bund gibt Vermittlern ein Rechentool an die Hand, das zum Beispiel auf baldigen Abschluss einer Unfallversicherung für Frauen in risikoreichen Berufen abstellt, da die Beiträge künftig in der Gefahrengruppe B deutlich steigen werden. Dabei sind die ausgeworfenen Zahlen allenfalls modellhaft und vorläufig. Und beim Bedarf dürften die meisten Frauen mit einer BU-Absicherung besser bedient sein. Dennoch: Für Frauen gibt es jetzt Handlungsbedarf – falls Absicherungslücken bestehen – vor allem in der Risikolebens-, Auto- und Unfallversicherung.

Detlef Pohl
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