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Ausgabe 03/2017

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Vorsorge
22.05.2017

Über Generationen vorsorgen II

Amar Banerjee

Die Rentenreformen bürden der jungen Generation die Kosten des demografischen Wandels auf. Auch bei der geförderten privaten oder betrieblichen Vorsorge – Basis-, Riester- und Betriebsrenten – regiert das Prinzip „privat geht vor Katastrophe“. Wer generationenübergreifend vorsorgen und seine Kinder finanziell unterstützen will, kann dies mit geeigneten Instrumenten tun: Immobilien, Versicherungen, Vermögensübertragungen. Teil II

Generationenübergreifend versichern

Zunehmend ergreift das Prinzip der generationenübergreifenden Vorsorge auch die private Pflegeversicherung. Das ist nur folgerichtig, hat Pflegebedürftigkeit von nahen Angehörigen, in der Regel der Eltern, erhebliche Auswirkungen auf das Vermögen der Kinder, wenn diese zum Unterhalt verpflichtet sind. Eine private Pflegeversicherung stellt deshalb per se einen Vermögensschutz für die Erben dar.  
Wenn es zum Leistungsfall kommt, der Versicherte also pflegebedürftig wird, trifft das voll zu. Tritt der Pflegefall nicht ein, ist die Frage, was mit dem Angesparten passiert.

Bei den meisten privaten Pflegeversicherungen handelt es sich um Risikoversicherungen. Kommt es nicht zum Pflegefall, so zahlt die Versicherung auch keine Leistung. Anders als bei mancher Pflege-Rentenversicherung nach Art der Lebensversicherung. Wird das angesparte Kapital nicht ausgezahlt, weil es nicht zum Pflegefall kam, erhalten die Erben die Beiträge ausgezahlt. Solche Versicherungen sind naturgemäß teurer als Pflegeversicherungen nach dem Risikoprinzip, allerdings auch deutlich flexibler.

Am konsequentesten wird das Prinzip der generationenübergreifenden Vorsorge in der Pflegeversicherung bisher beim „Swiss Life Pflege- & Vermögensschutz“ umgesetzt. Dabei können Versicherte vereinbaren, dass ihre Erben im Todesfall und ohne zwischenzeitlichen Eintritt von Pflegebedürftigkeit 65 bis 80 Prozent der eingezahlten Beiträge plus der erwirtschafteten Überschüsse ausgezahlt bekommen. Wurden bereits Pflegeleistungen in Anspruch genommen, profitieren die Hinterbliebenen beim Tod des Versicherten vom vorhandenen Restguthaben, sofern diese Option vereinbart worden war. „Beim Thema Pflege handelt es sich um eine echte generationenübergreifende Vorsorgeherausforderung“, betont Amar Banerjee, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter der Versicherungsproduktion von Swiss Life Deutschland.

Außer mit Versicherungen kann man auch mit Bausparverträgen für die Nachkommen vorsorgen. Viele Bausparkassen halten dafür spezielle Tarifvarianten bereit. Eltern oder Großeltern sparen den Vertrag an, der an die Kinder oder Enkel übertragen werden kann. Wurde eine Begünstigten-Klausel vereinbart, geht der Bausparvertrag nicht in die Erbmasse ein, sondern fällt den Begünstigten zu. Im Normalfall, bei Tod des Bausparers, geht er an die Erben. Wie auch immer: Vererbter oder geschenkter Bausparvertrag – auf jeden Fall wird Startkapital an die kommende Generation weitergegeben, die über die weitere Nutzung frei entscheiden kann. 

Vermögen zu Lebzeiten übertragen
Vor allem bei der Übertragung von Immobilienvermögen stehen Schenkungen an Kinder oder Enkel hoch im Kurs, meist auch unter schenkungs- und erbschaftssteuerlichem Gesichtspunkt. Alle zehn Jahre stehen Freibeträge zur Verfügung (siehe Tabellen), die sich – die entsprechende Werthaltigkeit vorausgesetzt – auch mehrfach ausschöpfen lassen. Wenn die Schenkenden sich zudem noch ein Nießbrauchsrecht vorbehalten, das heißt ein lebenslanges Nutzungsrecht an der verschenkten Immobilie, haben sie sowohl etwas für die eigenen Altersvorsorge als auch für die ihrer Kinder beziehungsweise Enkel getan. Der Nießbrauch ist zusätzlich auch noch steuermindernd anrechenbar.

Dass solche Konstruktionen nur unter Einbeziehung von Steuerberater und Anwalt rechtssicher möglich sind, versteht sich von selbst. Für die meisten Fälle generationenübergreifender Vermögensweitergabe, also in der Regel von den Eltern an die Kinder beziehungsweise von den Großeltern an die Enkel, dürften die Steuerfreibeträge des aktuellen Erbrechts ausreichen. Allerdings haben solche Konstrukte auch ihre Fallstricke. Beispielsweise dann, wenn der Schenkende pflegebedürftig werden sollte. Fordert das Sozialamt von den Angehörigen Pflegekosten zurück, prüft es auch, ob Vermögen verschenkt wurde und ob es einen Rückforderungsanspruch geben könnte. Können die Angehörigen nicht für die Pflegekosten einspringen, müssen sie die Immobilie im schlimmsten Fall sogar wieder verkaufen.

portfolio international 22.05.2017

 
Hans Pfeifer
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