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Vorsorge
17.05.2017

Über Generationen vorsorgen I

Amar Banerjee

Die Rentenreformen bürden der jungen Generation die Kosten des demografischen Wandels auf. Auch bei der geförderten privaten oder betrieblichen Vorsorge – Basis-, Riester- und Betriebsrenten – regiert das Prinzip „privat geht vor Katastrophe“. Wer generationenübergreifend vorsorgen und seine Kinder finanziell unterstützen will, kann dies mit geeigneten Instrumenten tun: Immobilien, Versicherungen, Vermögensübertragungen. Teil I

Junge Schweizer Familien müssen gleichaltrigen deutschen vorkommen wie Gestalten aus einer anderen Welt. Eine Eigentumswohnung in einer schicken Stadtvilla in Zürich für 2,5 Millionen Franken beispielsweise: für viele kein Problem. Denn entweder haben sie schon geerbt, oder die Erbimmobilie und das Vermögen der Eltern sind ihnen so sicher, dass keine Bank ein Problem damit hat, die Anschaffung zu finanzieren. In der Schweiz zeigen sich, wie übrigens auch in England, wo Ersterwerber von Immobilien nur etwa halb so alt sind wie in Deutschland, die Wirkungen generationenlanger, ungestörter Vermögensübertragungen. Weder Kriegszerstörungen, noch Enteignungen oder Hyperinflationen haben in diesen Ländern im 20. Jahrhundert massenhaft Vermögen vernichtet.  

In Westdeutschland profitierten erst die Kinder und Enkel der Wirtschaftswundergeneration. Das war es aber auch schon, denn was danach kommt, fällt ziemlich ärmlich aus. Die Mehrheit der heute Erwerbstätigen wird die Vermögen ihrer Eltern kaum mehr erreichen, im Gegenteil: Viele werden nach einem langen Arbeitsleben ziemlich arm dran sein. Dazu trägt nicht nur die Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus bei. Auch bei der privaten Vorsorge hapert es, viele Menschen haben schlicht nicht genug Geld, um ausreichend privat vorzusorgen. Befristete, Leih- und Teilzeit-Arbeitsverhältnisse engen den Spielraum ein. Und wenn Vorsorge betrieben wird, dann ist das System nicht auf Nachhaltigkeit angelegt.

Wer mit der Riester-Rente, einer Basisrente, einer Betriebsrente oder einer privaten Rentenversicherung vorsorgt, spart, um im Alter das Kapital aufzuzehren. Selbst wenn zum Todesfallzeitpunkt noch Kapital vorhanden sein sollte, ist eine Vererbung ausgeschlossen (Basisrente) oder das Kapital fällt es an die Versichertengemeinschaft (Privat- und Betriebsrente). Die Erben  haben nur begrenzt, beispielsweise durch die Rentengarantiezeit, etwas davon. Aufzehren, nicht vererben, ist das Prinzip des deutschen Vorsorgesystems. Und wenn im Jahr 2030 zwei Erwerbstätige für einen Rentner arbeiten müssen, ist der gesellschaftliche Generationenvertrag endgültig am Ende.

Generationenvertrag privat organisieren

Wer seinen Kindern oder Enkeln etwas vermachen möchte, muss den Generationenvertrag privat organisieren. Am besten geht das immer noch mit Immobilien. Selbst im Riester-System ist dies möglich. Wer auf Wohn-Riester statt auf Riester-Rente spart, hat am Ende mit staatlicher Unterstützung eine entschuldete eigene Immobilie, die nicht nur für die Eigentümer durch mietfreies Wohnen eine „Zusatzrente“ abwirft, sondern für deren Erben auch einen Vermögenswert darstellt.

Immobilien werden auch künftig der klassische Weg der Vermögensweitergabe sein. Eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach geht davon aus, dass künftig in zwei von drei Erbfällen Häuser, Grundstücke und Eigentumswohnungen übertragen werden. Und ohne Immobilien ist alles Erben in der Regel nicht viel wert. Erst wenn Immobilien mitvererbt werden, beträgt der Übertragungswert meist mehr als 150.000 Euro, so die Studie von Empirica „Erben in Deutschland 2015 bis 2024“ im Auftrag des Deutschen Instituts für Altervorsorge. Auch das übertragene Geldvermögen liege bei Immobilienerbschaften oft über dieser Schwelle. Wer Immobilien erbt, erbt meist auch noch viel Geld, so Empirica. Allerdings: „Erbschaften werden zunehmend ungleicher, denn die Vermögensausstattung wird immer mehr durch regionale Unterschiede geprägt“, sagt Dr. Reiner Braun von Empirica.

Auch in vielen Versicherungsprodukten hat das Prinzip der generationenübergreifenden Vorsorge Einzug gehalten. Klassiker sind die Kinder- und Enkel-Policen, bei denen Eltern oder Großeltern für Kinder, Enkel oder Patenkinder vorsorgen. Die Begünstigten können den Vertrag später übernehmen und fortführen. Einige Produkte sind schon fast Legende: Biene Maja (Nürnberger), Max Schlaubär (Die Bayerische), Tabaluga (Universa), Enkelpolice (Allianz) Starthilfe (Ideal), Primus50plus (LV 1871), DEVK-Enkelpolice,  Kinderrente (Generali) oder Flexvorsorge Junior (Versicherungskammer Bayern).

portfolio international 17.05.2017

 
Hans Pfeifer
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