Nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen der Euro-Krisenländer anzukaufen, erwarten Zinsexperten steigende Baugeldzinsen. "Rasches Handeln ist gefragt, denn noch können Baufinanzierungskunden von Traumkonditionen profitieren", sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender des Vermittlers Interhyp: "Wir empfehlen Immobilienkäufern, Bauherren und Eigenheimbesitzern mit Finanzierungsbedarf, ihr Vorhaben möglichst bald anzugehen und sich die momentan noch historisch günstigen Zinsen für einen langen Zeitraum zu sichern, möglichst für fünfzehn oder zwanzig Jahre."
Die Entwicklung der Baugeldzinsen orientiert sich an Angebot und Nachfrage am Anleihenmarkt, insbesondere an lang laufenden deutschen Staatsanleihen. Nachdem die EZB das Ankaufsprogramm verkündet hat, haben die Märkte mit sinkenden Renditen für die Anleihen der Krisenstaaten und steigenden Renditen für deutsche Bundesanleihen reagiert.
Steigende Zinsen für die Anschaffung von Wohneigentum erwartet auch Deutschlands größte Bausparkasse Schwäbisch Hall. "Am langen Ende der Zinskurve hat sich nach unserer Einschätzung nichts Wesentliches verändert. Mittel- bis langfristig werden die Zinsen wieder steigen. Auch Baugeld wird dann wieder teurer", meint Fachmann Stephan Wuttke von der Bausparkasse.
Zu welchen Mehrkosten steigende Baugeldzinsen führen, zeigt Interhyp-Chef Goris an einem Beispiel: Momentan ist es in vielen Fällen noch möglich, ein zehnjähriges Darlehen von 200.000 Euro für einen Sollzins um rund 2,5 Prozent zu finanzieren. "Steigt der Zins für ein solches Darlehen zum Beispiel um 0,5 Prozentpunkte auf drei Prozent, spart man sich mit den günstigeren Konditionen bei gleichbleibender Rate über die zehn Jahre Zinskosten von rund 10.000 Euro", erläutert Goris.
portfolio international update 11.09.2012/gcu/gor




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