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Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

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Analyse
03.05.2017

Risk Parity als elementares Anlageziel

Rainer Juretzek

Erträge erwirtschaften mit begrenztem Risiko, das ist das Motto der Stunde. Wie sich das Risiko intelligent steuern lässt, und zwar durch den sogenannten Risikoparitäts-Ansatz, behandelt in seinem Gastbeitrag Rainer Juretzek, Geschäftsführer der Analytica Finanz Research Beratungsgesellschaft mbH (Bad Homburg).

Es gibt keinen risikolosen Zins, nur noch ein zinsloses Risiko. Die Anbieter von Finanzprodukten, insbesondere die Fondsgesellschaften, müssen sich den damit verbundenen Herausforderungen stellen. Die Vielzahl stetiger Anlegerbefragungen kommt dabei zu dem gleichen Ergebnis: Der deutsche Anleger will bei Finanzanlagen kein Risiko eingehen. Und er braucht auch keine Rendite; bei zwei Billionen Euro Geldanlagen gibt er sich mit 0,05 Prozent Zinsen auf dem Sparbuch zufrieden.

Erträge erwirtschaften mit begrenztem Risiko will insbesondere der klassische Mischfonds. Er arbeitet nach dem Prinzip fester Anlagequoten, beispielsweise 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen. Steigen die Aktien stärker als die Anleihen, steigt ihr wertmäßiger Anteil zum Beispiel auf 50 Prozent, muss durch wertmäßige Umschichtung (Rebalancing) in Anleihen das Verhältnis 60 zu 40, also die wertmäßige Gewichtung, wieder hergestellt werden. Da Anleihen in der Regel das geringere Risiko aufweisen, soll über das Rebalancing auch eine Steuerung des Risikos erfolgen. Dabei ist es aber nicht ungewöhnlich, dass 60 Prozent Aktien dann 90 Prozent des Risikos auf sich vereinen. Hauptziel ist eben das Erreichen einer Erwartungsrendite.

Risiko lässt sich auch anders steuern, und zwar durch den sogenannten Risikoparitäts-Ansatz (Risk-Parity), der vor 20 Jahren in den USA von der Fondsgesellschaft Bridgewater Associates entwickelt und in einem „Allwetter“-Hedge-Fund umgesetzt wurde. Seit einigen Jahren wird er auch hierzulande bei einigen Investmentfonds verfolgt. Im Vordergrund dieser Anlagestrategie steht nicht die Gewichtung der wertmäßigen Anteile der Assets, sondern die Gewichtung der aufgrund verschiedener Kennzahlen berechneten Risikoerwartungswerte der Anteile. Wesentliches Moment einer risikobegrenzten Strategie ist die Diversifikation. Sie erfüllt ihren Zweck aber nur dann, wenn die Assets in den verschiedenen Marktphasen nicht gleichlaufen, das heißt keine hohe Korrelation zueinander aufweisen.

 
Rainer Juretzek
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