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27.04.2017

Rentenversicherer spüren manipulierte Zinsmärkte

Ganz gleich, ob Sofortrenten oder aufgeschobene Rente: Es dauert immer länger, bis das Sparkapital die Einzahlungen übersteigt. Bei Verträgen, die jetzt abgeschlossen werden, wird dies immer seltener der Fall sein, zeigt der neue Map-Report.

Die aktuelle jährliche Untersuchung des Branchendienstes Map-Report über Sofortrenten 1997 bis 2017 und aufgeschobene Renten im Zeitraum 2006 bis 2017 (Nr. 892) kommt zwar zu dem Ergebnis, dass es viel Zeit braucht, damit Sparer mit Rentenversicherungen Geld verdienen können. Dennoch berichtet er bei den untersuchten Perioden über idyllische Zeiten, denn bei in der Vergangenheit abgeschlossenen Verträgen kam meistens am Ende mehr heraus als eingezahlt wurde. Das ist für Neukunden nicht mehr so, es sei denn, sie werden sehr alt.

Der Vergleich zur aufgeschobenen Rentenversicherung gegen laufende Beitragszahlung fokussiert sich auf die Rendite-Entwicklung ausgezahlter Kapitalabfindungen anhand von drei Musterbeispielen für die Laufzeiten über zwölf, 20 und 30 Jahre. Das Zinsniveau drückt dabei gewaltig auf die Renditen der Lebensversicherer. Die Kapitalabfindungen aufgeschobener Renten sinken weiter und liegen 2017 im Musterfall mit 20 Jahren Laufzeit im Marktschnitt rund 8.000 Euro unter denen des Jahres 2007.

Die bei Vertragsabschluss garantierten Renditen waren über alle Laufzeiten bei sämtlichen Teilnehmern positiv. Für die Vertragsdauer von zwölf Jahren wurde im Jahr 2005 durchschnittlich eine Rendite von 1,28 Prozent bei einer Kapitalabfindung von 15.658 Euro garantiert. Bei 20-jähriger Laufzeit wurden durchschnittlich 2,96 Prozent und 33.064 Euro versprochen. Über die 30-jährige Vertragsdauer wurden durchschnittlich 2,92 Prozent und 58.005 Euro zugesagt.

Der neue Map-Report untersucht für insgesamt 20 Unternehmen die Ergebnisse von Sofortrenten sowie für 16 Versicherer die Ergebnisse von aufgeschobenen Renten. Dabei werden die Renditen und Kapitalabfindungen in Diagrammen abgebildet. Zudem wird in Übersichten gezeigt, wie leistungsfähig die einzelnen Gesellschaften im Vergleich zum Marktdurchschnitt agierten. Zusätzlich wurde untersucht, wie hoch die bei Vertragsabschluss garantierten Kapitalabfindungen und Beitragsrenditen für die drei Laufzeiten über zwölf, 20 und 30 Jahre waren.

Die Untersuchung der aufgeschobenen Renten mit zwölfjähriger Laufzeit ergab, dass die Kapitalabfindung zum 1. Januar 2017 im Musterfall im Schnitt 17.224 Euro betrug, nachdem insgesamt 14.400 Euro eingezahlt worden waren. Das sind genau 99 Euro weniger als ein Jahr zuvor. Die Beitragsrendite betrug 2,73 Prozent (2016: 2,81 Prozent). Die besten Ergebnisse lieferten einmal mehr die Europa mit 18.273 Euro, Cosmos mit 18.065 Euro und Debeka (18.026 Euro). Bei einer Laufzeit von 20 Jahren hat der Kunde 24.000 Euro eingezahlt. Ausbezahlt bekam er im Marktschnitt 36.390 Euro bei einer Rendite von 3,81 Prozent. Die besten Zahlen kamen hier von der Cosmos, Öffentliche Braunschweig und R+V.

Wer in den vergangenen 30 Jahren jährlich 1.200 Euro in seine Rentenversicherung eingezahlte, der bekam im untersuchten Beispielfall zur Fälligkeit am Jahresanfang 2017 eine Ablaufleistung von 77.413 Euro bei einer Rendite von 4,57 Prozent. Eingezahlt hat der Kunde in diesem Zeitraum 36.000 Euro. Testsieger Neue Leben schaffte 82.025 Euro (4,89 Prozent Rendite). Das sind immer noch beachtliche Werte (siehe auch Grafik).

„Die bei Vertragsablauf garantierten Renditen waren über alle Laufzeiten bei sämtlichen Teilnehmern positiv“, konstatiert Map-Report. Dieser Effekt dürfte allerdings künftig kaum mehr eintreten. Denn bei neuen Verträgen ist es längst nicht mehr selbstverständlich, dass die Garantierenten die Summe der eingezahlten Beiträge jemals erreichen werden.

Detlef Pohl

(Bild: Map-Report)

Weiterführende Links:

portfolio international update 27.04.2017

 
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