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Beratung
08.10.2012

Probleme mit der Portabilität der bAV

Viele fondsgebundenen Betriebsrenten weisen eine endfällige Garantie aus, die bei zwischenzeitlichem Jobwechsel jedoch im Moment der Übertragung nicht gilt, so dass der Vertrag plötzlich ein Negativkapital ausweist.

Bei Fondspolicen wird die Garantie in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) über eine Beitragszusage mit Mindestleistung hergestellt. Somit wird garantiert, dass zumindest die eingezahlten Beiträge zu Rentenbeginn in voller Höhe vorhanden sind. Dieses Versprechen gilt jedoch meist nicht vor Rentenbeginn, also während der Einzahlungsphase. Damit könnten bei jedem Jobwechsel, der mit Übertragung der aktuellen Ansprüche einhergeht, Verluste verbunden sein.

„Im Beratungsgespräch wird häufig nicht darüber informiert, dass durch Portabilität bei vielen Produkten der Garantiewert ganz wegfällt“, betonte Oliver Drewes, Geschäftsführer des Pools Maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH in einem Rundtischgespräch mit portfolio international.

Ein Ausweg: Man verzichtet auf Portabilität und nimmt stattdessen einen Versicherungsnehmerwechsel vor, ohne dass der neue Arbeitgeber die Haftung übernehmen muss. Dann kann der Arbeitnehmer seinen alten Vertrag weiterführen. Eine harte Garantie für die gesamte Laufzeit von Fondspolicen wird im gesamten Markt bisher leider nicht angeboten.

Maxpool hat jetzt zu solchen Ungereimtheiten eigene Thesen in den Markt geworfen. „Als Qualitätspool und bester Freund des Maklers sehen wir uns in der Pflicht, Problemthemen dieser Art offen zu kommunizieren“, begründet Drewes den Vorstoß, der zu höherer Markttransparenz beitragen soll. In der Kritik stehen neben den Garantien von Fondsprodukten in der bAV auch Vergütungsrückbelastungen bei portierten Verträgen.

Hintergrund: Sofern im Zusammenhang mit einem Arbeitgeberwechsel eine Direktversicherung portiert wird, belastet der Versicherer dem ursprünglichen Abschlussvermittler anteilig dessen Abschlussvergütung zurück. Der übernehmende Makler erhält die jedoch nicht anteilig gutgeschrieben, was laut Maxpool plausibel wäre. Der portierte Vertrag – und damit der Kunde – bekommt die anteilige Vergütung aber auch nicht gutgeschrieben, sodass sie offenbar voll beim abgebenden Versicherer verbleibt. „Diese Regelung ist ungerecht gegenüber der Maklerschaft“, so Drewes.

portfolio international update 05.10.2012/dpo/gcu 

 
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