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Vorsorge
20.06.2012

Pflege-Riester: Noch viele offene Fragen

Der Münchener Verein Versicherungsgruppe unterstützt die staatlich geförderte Pflegeversicherung und gründet den Blog "Bahrgeld". Ein Auszug einiger Kernfragen und Antworten des Vereins zum Pflege-Riester.

Wie soll die geförderte private Pflegezusatzversicherung „Pflege-Riester“ aussehen?
-Es soll eine Pflegetagegeld-Versicherung sein.
-Die Mindestabsicherung liegt bei 600 Euro monatlich (bei Pflegestufe 3).
-Die Leistungen müssen für alle Pflegestufen von 0 bis 3 vorgesehen werden.
-Die maximale Absicherung orientiert sich an der jeweiligen Höhe der Leistungsstufen der Pflegepflichtversicherung.
-Eine Dynamisierung soll in Höhe der Inflation vereinbart werden können. Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge dürfen nicht vereinbart werden.
-Die Wartezeit beträgt maximal fünf Jahre.

Unbekannt sind noch die Vorschriften für eine Begrenzung der Verwaltungs- und Abschlusskosten. Dies soll in einer Rechtsverordnung geregelt werden. Um zu gewährleisten, dass die Versicherungsverträge die Förderkriterien erfüllen, soll der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) brancheneinheitliche Vertragsmuster für die förderfähige private Pflege-Zusatzversicherung festlegen.

Kann ich mir den Versicherungsschutz selbst aussuchen?
Der gewünschte Versicherungsschutz soll frei und individuell vereinbart werden können. Der Versicherungsschutz muss jedoch mindestens eine monatliche Zahlung von 600 Euro im Pflegefall bei Pflegestufe 3 vorsehen. Darüber hinaus müssen bestimmte Förderkriterien erfüllt sein.

Welche Kriterien müssen vom Beitrag her erfüllt werden, um die Förderung zu erhalten?
-Der Mindestbeitrag des Versicherten soll 120 Euro jährlich betragen (10 Euro monatlich).
-Der jährliche Förderbeitrag in Höhe von 60 Euro kommt hinzu (5 Euro monatlich).
-Die Beiträge sollen abhängig vom Eintrittsalter als Unisexbeiträge kalkuliert sein.

Was ist, wenn die rund 90 Millionen Euro Förderung nicht ausreichen?
Die Bundesregierung erwartet im ersten Jahr (2013) rund 1,5 Millionen Verträge mit einem Fördervolumen von zunächst rund 90 Millionen Euro. Das längerfristige Fördervolumen wird von der Anzahl der abgeschlossenen Verträge abhängen. Es gibt somit keine Obergrenze bei der Gesamtförderung. 

Was ist, wenn ich schon eine private Pflegezusatzversicherung habe?
Der Vorschlag der Politik beinhaltet noch keine Aussage darüber, ob eine bestehende private Pflegevorsorge bezuschusst wird. In jedem Fall müssen die Verträge bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Aber schon knapp zwei Millionen Menschen haben beschlossen, dass eine private Pflegevorsorge wichtig ist – unabhängig von einer staatlichen Förderung. Nachdem für die geförderte Pflegevorsorge Kontrahierungszwang besteht, erscheint es möglich, dass der risikogerechte private Pflegeschutz ohnehin günstiger bleiben wird.

portfolio international update 20.06.2012/gcu/gor

 
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