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Vorsorge
27.11.2014

Neues von der Pflege

Entwicklung der Pflegebedürftigkeit

Die Anzahl der Pflegebedürftigen ist allein im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent gestiegen. Zwar wird das Pflegestärkungsgesetz ab 1. Januar 2015 die Leistungen für Pflegebedürftige verbessern. Die Entwertung der Pflegeleistungen seit 1995 kann es jedoch nicht kompensieren. Die Frage nach der Deckungslücke im Pflegefall kann nicht mehr pauschal beantwortet werden.

Pflegebedürftige werden zahnmedizinisch schlechter versorgt als Nicht-Pflegebedürftige, lautet eine Erkenntnis des jüngsten Pflegereports 2014 der Barmer GEK. Daneben liefert die Untersuchung eine Reihe weiterer Erkenntnisse, die für die Pflegeversicherungsbranche von Interesse sind. Die immer wieder beschworene Zunahme der Anzahl der Pflegefälle ist keine ferne Vision, sondern längst eingetreten. Allein 2013 nahm die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland um 3,5 Prozent zu, so dass inzwischen 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig sind.

Doch das Risiko ist regional unterschiedlich verteilt und wird sich in Zukunft ganz unterschiedlich entwickeln (siehe Grafik). Während beispielsweise die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen-Anhalt von 2010 bis 2050 um 57 Prozent ansteigen wird, ist für Baden-Württemberg mit 113 Prozent eine doppelt so hohe Steigerung zu erwarten. Nach den Erkenntnissen des Pflegereports zeigt sich außerdem eine starke Korrelation zwischen Versorgungskapazitäten und Inanspruchnahme. Eine relativ höhere Heimkapazität wirkt sich durch einen steigenden Anteil der stationären Pflege aus.

Solche Tendenzen werden Auswirkungen auf die Pflegekosten haben. Sie werden besonders stark in Bundesländern anziehen, in denen eine hohe Nachfrage besteht. Schlussfolgerung: Die Frage nach der Höhe der Deckungslücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Leistungen vor Ort, für die eine private Vorsorge aufkommen muss, kann künftig nicht mehr pauschal, sondern nur noch individuell beantwortet werden. Denn welcher Baden-Württemberger wird seine pflegebedürften Eltern ins Heim nach Sachsen schicken wollen, nur weil es dort am billigsten ist? 

Die Barmer GEK konstatiert, dass das erste Pflegestärkungsgesetz ab 1. Januar 2015 die Leistungen für Pflegebedürftige verbessert, moniert jedoch, dass es immer noch keine regelgebundene Leistungsdynamisierung gibt. Zwischen 1995 und 2008 hätten die Versicherungsleistungen um rund 20 bis 25 Prozent an Wert verloren. Die im Pflegestärkungsgesetz beschlossene vierprozentige Anpassung für die Jahre 2012 bis 2015 schaffe nur knapp einen Inflationsausgleich, leiste aber – ebenso wie die 2008 beschlossenen Anpassungen – keinen Beitrag zur nachholenden Kompensation des Wertverlustes zwischen 1995 und 2008.

Für verfehlt hält die Untersuchung des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen, das den Pflegereport im Auftrag der Barmer GEK erstellt hat, die 2013 eingeführte zulagengeförderte private Pflegezusatzversicherung („Pflege-Bahr“).  Es handele sich um ein Nischenprodukt. Es sei nicht zu erwarten, dass es jemals zum Massenprodukt wird. Vielmehr bleibe es ein Produkt für wenige Besserverdienende, das durch die steuerfinanzierte Förderung einkommensstarker Haushalte eine Umverteilung von unten nach oben impliziere. Mitverantwortlich für die geringe Verbreitung sei auch die berechtigte Kritik der Verbraucherschützer am „Pflege-Bahr“, die auf die unzureichenden Leistungshöhen der Standardverträge ebenso hinweisen wie auf die Gefahr der Negativselektion, die daraus resultiere, dass der „Pflege-Bahr“ vor allem für schlechte Risiken attraktiv ist, die keine ungeförderte Versicherung mit Gesundheitsprüfung bekommen können.

Fazit: In der Vorsorgeberatung für das Pflegerisiko müssen der individuelle Bedarf sowie die Dynamisierung von Leistungen mehr denn je eine Rolle spielen.

Hans Pfeifer

(Grafik: Barmer GEK/Pflegereport 2014)

Weiterführende Links:

Pflegereport 2014 der Barmer GEK

Erstes Pflegestärkungsgesetz

portfolio international update 27.11.2014/gor

 
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