MÜNCHEN – Erstmals bringt Swiss Life – Niederlassung für Deutschland eine Pflegerente auf den Markt. Der „Pflege- & Vermögensschutz“ wird in zwei Tarifvarianten geboten: Sofortschutz (T 170) oder Aufbauplan (T 172). Letzterer hat statt der üblichen Wartezeiten eine Leistung frühestens zehn Jahre nach Abschluss, lohnt also für Eintrittsalter von 50 bis 65, weil das Pflegerisiko statistisch noch gering ist. Die Konkurrenz leistet häufig nur, wenn innerhalb einer vereinbarten Wartezeit eine unfallbedingte Pflegebedürftigkeit eintritt oder erstattet lediglich die eingezahlten Beiträge zurück.
Der Sofortschutz erhielt laut Anbieter vom Analysehaus Morgen & Morgen bereits die Bestnote „ausgezeichnet“ (5 Sterne). Die Police ist als Risikoversicherung mit Kapital bildenden Elementen kalkuliert – von 63 bis 3.500 Euro Monatsrente für Eintrittsalter von 40 bis 75. Die Beitragszahlung erfolgt vorerst nur einmalig. Stirbt der Pflegebedürftige, so erhalten die Erben 90 Prozent der eingezahlten Beiträge sowie die Überschussanteile zurück, abzüglich schon gezahlter Pflegerenten. Zudem gibt es gegen Aufpreis sechs Monats-Pflegerenten Sofortzahlung.
In beiden Tarif-Varianten gibt es Qualitätsabstufungen nach Komfort- und Premiumschutz. Beim Komfortschutz gibt es in Stufe I 25 Prozent der versicherten Rente und in Stufe II 50 Prozent (Premium: I = 50 %; II = 75 %), in Stufe III stets 100 Prozent. Die Einstufung in Pflegestufe II gibt es schon bei vier nicht mehr möglichen Verrichtungen des täglichen Lebens und bei Demenz bereits ab Schweregrad fünf der Reisberg-Skala. Das ist besser als das Gesetz und viele Konkurrenten.
Eine Geld-zurück-Garantie bei Tod in zwei Varianten bietet sonst niemand am Markt: Bei Tod vor Eintritt des Pflegefalls werden 90 Prozent des eingezahlten Beitrags und die dem Vertrag zugeteilten Überschussanteile an die Angehörigen ausbezahlt. Bei Tod nach Eintritt des Pflegefalls gilt dasselbe, aber dann werden alle zuvor geleistete Pflegerenten abgezogen.
Günstig: Hat ein Kunde mindestens 18 Monate ununterbrochen eine Rente der Pflegestufe III bezogen, verzichtet Swiss Life auf die Herabsetzung der Pflegerente, sofern die Einstufung in eine geringere Pflegestufe erfolgt oder die Pflegebedürftigkeit ganz entfällt.
Das Preisniveau ist mangels identischer Produkt-Konkurrenz nur schwer zu bestimmen. Ein 60-jähriger Mann, der 1.000 Euro Garantie-Rente in Stufe III absichert, zahlt im Komforttarif mit Sofortschutz einmalig 19.443 Euro, eine Frau 26.211 Euro. Dafür bekommen die Erben im Todesfall 90 Prozent plus zugeteilte Überschüsse zurück, falls der Kunde nicht zum Pflegefall geworden war. Soll auch bei Tod während des Pflegefalls Geld zurückfließen, kostet dies rund 7.000 Euro mehr. Swiss Life will demnächst mit einer Police gegen laufenden Beitrag nachziehen.
(Mehr zur neuen Pflegerente lesen Sie in der Februar-Ausgabe von portfolio international. Das Heft erscheint am Freitag.)
portfolio international update 06.02.2012/dpo/gcu





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