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Ausgabe 03/2017

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Vorsorge
21.08.2017

Neue Ära bei der bAV beginnt II

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) installiert ein völlig neues bAV-System, verbunden mit solch gravierenden Neuerungen, wie die reine Beitragszusage („pay & forget“) und ein Zielrentensystem ohne Garantien. Der Perspektivwechsel beschäftigt die Branche massiv, zeigte sich beim „bAV-Expertenforum“ in Köln, zu dem die HDI Lebensversicherung rund 100 spezialisierte Versicherungsmakler geladen hatte. Teil II

HDI stellt Nahles-Rente und Riester-bAV in Aussicht 
Neun Millionen Arbeitnehmer ohne bAV seien in nicht-tarifgebundenen Firmen tätig. Diese Betriebe können und sollten weiterhin die bewährte klassische bAV nutzen. Und gut 16 Millionen Beschäftigte arbeiten in Deutschland für weniger als 2.200 Euro brutto im Monat. „Für sie ist die Kombination von Arbeitgeberzuschuss, Riester-bAV und Geringverdiener-Förderung unschlagbar“, stellte von Löbbecke fest und für 2018 ein Riester-bAV-Produkt in Aussicht. Der bAV-Chef von Talanx glaubt zudem „an die Koexistenz von Nahles-Rente und traditioneller bAV“.

Wann die bAV auch in Zukunft lohnt, analysierte Dr. Thomas Dommermuth, Steuerberater und Professor an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, in seinem Vortrag anhand ausgewählter Musterfälle für unterschiedliche Einkommensgruppen und gab damit den Maklern konkrete Arbeitshilfen an die Hand. Rund 13,1 Millionen Arbeitnehmer in KMU seien noch ohne bAV. Viele davon verdienen weniger als 2.200 Euro. Diese Zielgruppe könnte insbesondere erreicht werden durch den Geringverdiener-Zuschuss in Höhe von 240 bis 480 Euro im Jahr. Das BRSG biete mit der Flankierung der bAV-Leistung durch teilweise Freibeträge bei der Grundsicherung von rund 200 Euro pro Monat (nach Paragraf 82 Absatz 4 und 5 SGB XII) „einen guten ersten Schritt“ in Richtung stärkere Verbreitung auch bei Geringverdienern.

„Doch auch ab 2018 ist die bAV nicht überall lohnend“, so der Wissenschaftler. Ein Grund mehr, dass zur bAV fachlich seriös – und vernünftig bezahlt – beraten wird. Kritisch sieht Dommermuth, dass das BRSG die Doppelverbeitragung bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für Betriebsrentner nicht abschafft. Zudem schwebe das „Damokles-Schwert künftiger Beitragssatz-Erhöhungen“. So profitieren letztlich privat Kranken- und Pflegeversicherte am meisten, also Besserverdiener. Ganz neue Chancen gebe es für die Riester-bAV, wo die bisherige Doppelverbeitragung abgeschafft wird. Bei entsprechender Gestaltung (Kollektivtarif, Arbeitgeber-Zuschuss, bAV-Riester) sei das Potenzial „sehr gut bis exzellent“.

Kapitalanlage und Emotionen gehören dazu
Auch kollektives Sparen profitiert von guter Kapitalanlage. Wie ein institutioneller Investor gerade in der Niedrigzinsphase dabei strategisch vorgeht, umriss in seinem Vortrag Stefan Klimpel, seit 2011 Leiter des Geschäftsbereichs Kapitalanlagen der Talanx Deutschland AG. „Kapitalanlagen, deren Risiken nicht ausreichend transparent sind, werden gemieden“, so Klimpel. Verfolgt würde eine überwiegend defensive, hochwertige Anlagestrategie, das heißt: Die Zinsverbindlichkeiten werden überwiegend durch sichere Zinsanlagen der Aktiva bedeckt.

Das Kapitalanlageergebnis von HDI Leben könne sich 2016 in einem schwierigen Marktumfeld sehen lassen: Die Durchschnittscoupon im Bestand liegt bei 3,4 Prozent, die durchschnittliche Wiederanlagerendite 2016 betrug 1,5 Prozent. Die Duration, also die Kapitalbindungsdauer einer Geldanlage in einem festverzinslichen Wertpapier, lag bei 10,9 Jahren. Die Aktienquote machte rund 1,0 Prozent der Kapitalanlagen aus. Beteiligungen, darunter Infrastruktur-Investments, waren zu 1,2 Prozent an den Kapitalanlagen beteiligt. Deren Charme liege vor allem im verhältnismäßig gut planbaren langfristigen Cash-Flow. „Speziell für Versicherer mit langfristigen Verpflichtungen ist diese Asset-Klasse auch im Hinblick auf die Konjunkturunabhängigkeit der Erträge, hinsichtlich der Nachfrage und natürlich wegen der sehr attraktiven Renditen bei vertretbaren Risiken geeignet“, so Klimpel.

Im letzten Vortrag des Expertenforums gab Verkaufstrainer Matthias Ramge Praxistipps zum erfolgreichen bAV-Verkauf. Er fokussierte sich dabei vor allem darauf, wie Makler Arbeitnehmer für Vorsorge sensibilisieren können. „Manchmal ist es ganz einfach: Lassen Sie den Arbeitnehmer Gehaltsabrechnung und Rentenbescheid im Original mitbringen, denn diesen eigenen Dokumenten vertraut er.“ Dann sei die weitere Gesprächsführung leichter, denn der Arbeitnehmer begreife sehr schnell, was ihm im Alter an Geld zwischen Nettolohn und gesetzlicher Rentenanwartschaft fehlt. Weitere Informationen zur Tagung, die Vorträge sowie viele Fotos gibt es im Internet (bav-expertenforum.de).  

portfolio international 21.08.2017

 
Detlef Pohl
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