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18.05.2006

Nachwuchs für die Investmentbranche

Immer mehr Unternehmen aus der Asset-Management-Branche bilden ihren Nachwuchs selbst aus. Dafür gibt es seit einigen Jahren die Ausbildung zum Investmentfondskaufmann, die erstmals auf die besonderen Bedürfnisse der Fondsgesellschaften eingeht. Die Branche war bei der Entwicklung des Berufsbilds federführend.

Ein großes Interesse für den Wertpapierhandel und für die Börse insgesamt sollte schon vorhanden sein, wenn man Investmentfondskaufmann lernen will, ist sich Annika Knoke, Junior Relationship Manager bei der Frankfurter Universal-Investment-Gesellschaft, sicher. Ende Januar bekam die 23-Jährige ihr Zeugnis überreicht. Damit gehört sie zu den ersten 36 jungen Leuten, die die drei- beziehungsweise zweieinhalb-jährige berufliche Erstausbildung zum Investmentfondskaufmann oder zur ­Investment-fondskauffrau erfolgreich absolviert haben.

Immer mehr Unternehmen aus der Asset-Management-Branche bilden ihren Nachwuchs selbst aus. Dafür gibt es seit einigen Jahren die Ausbildung zum Investmentfondskaufmann, die erstmals auf die besonderen Bedürfnisse der Fondsgesellschaften eingeht. Die Branche war bei der Entwicklung des Berufsbilds federführend.



Ein großes Interesse für den Wertpapierhandel und für die Börse insgesamt sollte schon vorhanden sein, wenn man Investmentfondskaufmann lernen will, ist sich Annika Knoke, Junior Relationship Manager bei der Frankfurter Universal-Investment-Gesellschaft, sicher. Ende Januar bekam die 23-Jährige ihr Zeugnis überreicht. Damit gehört sie zu den ersten 36 jungen Leuten, die die drei- beziehungsweise zweieinhalb-jährige berufliche Erstausbildung zum Investmentfondskaufmann oder zur ­Investment-fondskauffrau erfolgreich absolviert haben. Denn dieser Beruf ist nagelneu. Die Investmentbranche mit dem Bundesverband Investment und Asset Management BVI an der Spitze, die Gewerkschaft Verdi, Berufsschullehrer der Frankfurter Bethmannschule und die IHK Frankfurt am Main entwickelten gemeinsam das neue Berufsbild, das auf die Bedürfnisse der Investment-branche zugeschnitten ist. Der Grund: Die bisher bestehenden Ausbildungen wie die zum Bank- oder Versicherungskaufmann konnten inhaltlich mit den speziellen Anforderungen des seit den 90er Jahren stark wachsenden Fondsgeschäfts nicht mehr mithalten.


  • Bessere Berufschancen als im Bankensektor

Für Annika Knoke, die eigentlich Bankkauffrau wie ihre Mutter werden wollte, waren die besseren Job-Chancen ausschlaggebend bei der Wahl der Berufsausbildung. Ich wollte unbedingt in die Finanzbranche, erklärt sie, aber da im klassischen Banken-sektor die Perspektiven damals getrübt waren, habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Und im Investmentbereich gefunden. Alle 36 Leute aus unseren zwei Berufsschulklassen haben entweder sofort einen Job bekommen oder studieren, berichtet die Absolventin.


Die Praxisausbildung absolvierte sie zusammen mit einem weiteren Auszubildenden ihres Jahrgangs bei der Universal, der Berufsschul­unterricht fand blockweise über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen statt. Inzwischen haben vier weitere junge Frauen und Männer bei der Universal ihren Lehrvertrag zum Investmentfondskaufmann unterschrieben, alle mit besten Jobaussichten. Insgesamt werden in Frankfurt aktuell 80 Azubis in vier Berufsschulklassen sowie in München Auszubildende aus sieben Investmentgesellschaften auf den Berufseinstieg vorbereitet.


Während im ersten Jahrgang vorwiegend große Unternehmen, wie die genossen-schaftliche Union Investment, der Dit und Deka Investment, junge Leute ins Rennen schickten, haben jetzt auch kleinere Unternehmen die Chance ergriffen, den eigenen Nachwuchs punktgenau auszubilden. Damit übernehmen sie nicht nur, wie BVI-Geschäftsführer Stefan Seip bei der Übergabe der ersten Zeugnisse Ende Januar betonte, Verantwortung gegen­über jungen Menschen, was bei der geringen Ausbild-ungsquote von bundesweit gerade mal 30 Prozent beachtlich ist.


Darüber hinaus sichern sich die Investmentgesellschaften auch einen gut ausgebildeten, motivierten Nachwuchs - also ein Geschäft, das sich für beide Seiten, für die Berufs-einsteiger wie für die Unternehmen, in jedem Fall lohnt. Wer weiterkommen will, kann ab Herbst 2006 die IHK-Ausbildung zum Investment-Fachwirt beginnen oder neben der Arbeit studieren. Dafür haben sich einige von Annikas Azubi-Kollegen entschieden. Studiengänge wie der zum Bachelor of Finance bieten sich für Investmentkaufleute an. Annika will erstmal arbeiten, die Branche richtig kennen lernen und Geld verdienen, spätere Veränderungen sind ­natürlich nicht ausgeschlossen. (Weitere Informationen zum Ausbildungslehrgang unter: www.bvi.de/de/infocenter/investmentfondskfm/index.html).


Elke Pohl


 
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