portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 03/2017

Der Brexit und seine Folgen für Vermittler

...mehr


Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 12.213,00 -0,13%
TecDAX 2.278,00 +0,14%
EUR/USD 1,1782 +0,15%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 13,94 +0,78%
INFINEON 19,12 +0,46%
MERCK 92,64 +0,43%
THYSSENKRUPP 25,27 -0,69%
DT. POST 35,14 -0,25%
Henkel VZ 113,63 -0,25%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA World Funds Gl RF 164,33%
Structured Solutio AF 121,61%
Crocodile Capital MF 103,59%
Commodity Capital AF 100,58%
Allianz Global Inv AF 99,22%

mehr

Beratung

02.08.2017

Mifid 2 betrifft künftig auch Fondspolicen II

Die Finanzmarktrichtlinie (Mifid 2) ist mit dem Zweiten Finanzmarktnovellierungsgesetz weitgehend in deutsches Recht umgesetzt worden. Was sich ab 2018 für Finanzanlagenvermittler bei der Anlageberatung sowie für Versicherungsmakler bei Fondspolicen, die als „verpackte Anlageprodukte“ eingestuft werden, ändert. Teil II

Ursprünglich war in der Diskussion, Vermittlern von Fondspolicen, also auch Maklern, bei der Zulassung weitreichende Investmentkenntnisse abzufordern beziehungsweise eine Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung zu verlangen. Das ist vom Tisch. „Jetzt geht es in erster Linie um verschärfte Aufklärungs- und Transparenzvorschriften“, weiß Daniel Berger (siehe auch Kasten). Für den Vertrieb gilt: Fondspolicen bleiben weiterhin ein Versicherungsprodukt nach Paragraf 34d, eine Lizenz nach Paragraf 34f ist nicht erforderlich.

Diskussion um Fondspolicen
Im Vertrieb bleibt also vorerst alles beim Alten. Versicherungsmakler mit Zulassung nach Paragraf 34d Gewerbeordnung dürfen weiter Kapitalversicherungen und damit auch fondsgebundene Produkte vermitteln. „Eine Fondspolice an sich ist kein komplexes Produkt“, sagt Johanna Bröcker, Produktvorstand der Standard Life Versicherung Deutschland. Kompliziert werde es erst im Zusammenhang mit Garantien. „Entscheidend ist die Kompetenz, aber nicht, nach welchem Buchstaben der Gewerbeordnung der Berater zugelassen ist.“ Da Garantien von Standard Life als Ertragsbremsen angesehen werden, bietet die Gesellschaft seit über zwei Jahren Fondspolicen nur noch ohne Garantien an.

Brüssel will offenbar vergleichbare Wohlverhaltensregeln für Anlageprodukte aller Vertriebswege erreichen. Das wird sowohl mit IDD, derzeit aber noch mehr mit Mifid2 durchgesetzt. „Es geht vor allem um mehr Transparenz für Kunden, etwa höhere Anforderungen für die Entgegennahme von Provisionen in der Beratung, anfängliche und fortlaufende Kostenaufstellung, Offenlegung von Interessenkonflikten, Erfragen seiner Risikoneigung, Aufzeichnung sämtlicher Telefonate, Product Governance samt Definition von Zielmärkten für jedes Produkt“, erklärt Berger.

rechtsanwalt Berger erwartet, dass sich die Regeln von 34f und 34d zukünftig angleichen werden. „In der Anlageberatung dürften künftig Bestandsprovisionen nur noch statthaft sein, wenn sie durch zusätzliche laufende Dienstleistungen, etwa jährliche Bestandsanalysen und Gespräche, gerechtfertigt sind“, schätzt Dr. Gunter Reiff, Rechtsanwalt und Steuerberater beim Wirtschaftsprüfer RP Asset Finance Treuhand.

Beim Paragrafen 34f gebe es mit der Umsetzung von Mifid 2 schon jetzt Änderungen für die freien Finanzanlagenvermittler. Das mündet in eine Geeignetheitsprüfung, die angeblich eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen Beratungsprotokoll sein soll. Künftig muss wohl nicht mehr der Inhalt des Beratungsgesprächs dokumentiert werden, sondern nur die Empfehlung muss der Berater schriftlich begründen.

34f-Vermittler: Vorerst weiter so
„Meines Erachtens macht kein Vermittler etwas falsch, wenn er erst einmal so weitermacht, wie es die Finanzanlagenvermittlerverordnung derzeit vorschreibt“, so Berger. Für Fondspolicenvermittler (nach 34d) werden Details in einer noch kommenden Verordnung geregelt. Es bleibt also spannend, auch und gerade für Vermittler von fondsgebundenen Vorsorgeprodukten.

Fazit: Ab 3. Januar 2018 wird das Zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz, das die Mifid2-Richtlinie umsetzt, den Vertrieb von Investmentfonds verändern. Es wurde am 12. Mai vom Bundesrat ohne Änderungen bestätigt. Betroffen sind von den freien Vermittlern vor allem Berater mit Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung. „Provisionsvertrieb darf sich wahrscheinlich nur noch als abhängige Beratung bezeichnen“, sagt Nils Wein, Chefjustitiar von Standard Life Deutschland. Einiges sei noch offen, zumal die Verordnung über die Finanzanlagenvermittlung vom Bundesfinanzministerium noch nicht angepasst worden ist. Die nachvertragliche Anlageberatung gewinnt an Gewicht. „Dies dient auch der langfristigen Kundenbindung“, betont Wein.

portfolio international 02.08.2017

Detlef Pohl
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige