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Vorsorge
17.02.2012

Mehr Durchblick bei Riester-Verträgen

Das Institut für Transparenz in der Altersvorsorge unterbreitet Verbesserungsvorschläge zum Entwurf des neuen Produktinformationsblattes.

BERLIN – Als einen Quantensprung auf dem Weg zu einer transparenten Altersvorsorge bezeichnet Mark Ortmann, Geschäftsführer des ITA – Institut für Transparenz in der Altersvorsorge, den aktuellen Entwurf für ein neues Produktinformationsblatt zu den staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen. Er sieht aber zugleich noch erheblichen Nachbesserungsbedarf, vor allem bei der Verständlichkeit und den Kosten. „Nach Einführung des neuen Produktinformationsblatts werden es Anbieter deutlich schwerer haben, Kosten zu verstecken“, ist Ortmann überzeugt.

Das ITA macht aber Bedenken zur geplanten Darstellung der Effektivkosten geltend. Sie seien ohne Frage sinnvoll, um die gesamten Kosten eines Vertrags mit anderen Verträgen zu vergleichen. Entscheidend sei aber, in welcher Form die Effektivkosten dargestellt werden. „Anders als bei anderen Kostenangaben sollten Effektivkosten in Prozent angegeben werden“, heißt es in einer ITA-Stellungnahme. Effektivkosten in Euro, wie vorgeschlagen, seien nach Meinung des ITA verwirrend.

Begründung: Die Effektivkosten in Prozent bleiben bei unterschiedlichen jährlichen Erträgen in etwa gleich hoch. Berechne man dagegen die Effektivkosten in Euro über die gesamte Laufzeit, schwanken die Euro-Beträge dramatisch. Niemand wisse aber, ob sich sein Vertrag mit zwei oder acht Prozent jährlich entwickeln wird.

„Wenn man nicht weiß, ob die hochgerechneten Gesamtkosten eines Vertrags 10.000 Euro oder 50.000 Euro betragen werden, dürfen wir dem Kunden keinen konkreten Betrag nennen“, verlangt Ortmann. Das würde dazu führen, dass der Kunde die Kostenbelastung falsch einschätzt. Eine stabile Gesamtkostenangabe dagegen wäre die folgende: Der unterstellte jährliche Ertrag von sechs Prozent vermindert sich um zwei Prozent durch die Entnahme sämtlicher Kosten.

Für verbesserungswürdig hält das ITA auch die Formulierungen in dem Muster des Produktinformationsblattes und die Grafiken, die das Chance-Risiko-Profil beschreiben. Die Grafiken seien nicht ausreichend verständlich. Außerdem erfordere die Berechnung der Grafiken eines einheitlichen und unabhängigen Standards. Verstöße gegen diesen Standard müssten geahndet werden.

portfolio international update 17.02.2012/kmo/gcu

 
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