Krankenversicherungsvereins der Gruppe lehnt sich gegen Bâloise-Holding auf.
HAMBURG - Der Aufsichtsrat des Deutscher Ring Krankenversicherungsvereins hat schweres Geschütz gegen die Konzernmutter aufgefahren. Die Schweizer Bâloise-Holding lähme mit der beabsichtigten Umstrukturierung und Neubesetzung der Vorstände von Deutscher Ring Leben und Deutscher Ring Sach die Arbeit aller Versicherer in der Gruppe. So lautet der einstimmige Beschluss einer Sondersitzung in dieser Woche. Die Absicht der Bâloise-Holding war bereits vor einigen Tagen durchgesickert. Während der Aufsichtsratssitzung der Deutscher Ring Lebens- und Deutscher Ring Sachversicherung am 26. November 2008 soll der gesamte Vorstand - nicht nur der Vorstandsvorsitzende - von beiden Unternehmen abberufen und durch einen unternehmensfremden Vorstand ersetzt werden.
Die Lebens- und Sachversicherung des Deutschen Rings werden dann vom Sitz der Basler Versicherung in Bad Homburg aus geführt. Der Vorstand des Krankenversicherungsvereins bleibt hingegen in seiner Zusammensetzung erhalten. Bislang gibt es nur ein Vorstandsgremium für die alle drei Sparten. Dagegen macht der Aufsichtsrat des Krankenversicherers, der sich als Versicherungsverein in den Händen seiner Mitglieder befindet, nun energisch Front.
Seit knapp 80 Jahren bilden Deutscher Ring Lebens- und Krankenversicherung einen Gemeinschaftsbetrieb mit einer gemeinsamen Hauptverwaltung, gemeinsamen Niederlassungen und allen Kernbereichen wie einer IT, einem Marketing und einem Kundenservice. Die Zusammenarbeit ist seit 1962 über einen Organisationsvertrag geregelt. Kern des Vertrages ist eine Festlegung, wonach ein weitreichendes Einvernehmen bei Entscheidungen im Tagesgeschäft zwischen Lebens-, Sach- und Krankenversicherung herzustellen ist.
Künftig wird es nach dem Willen der Bâloise vier Vorstandsmitglieder der Krankenversicherung und neu vier Vorstandsmitglieder für die Lebens- und Sachversicherung mit Sitz in Bad Homburg geben. Damit verdopple sich nicht nur die Zahl der Vorstandsmitglieder von vier auf acht, sondern 15 bis 20 Bereiche wie Personal, Revision, Controlling, Rechnungswesen und Kapitalanlage seien dann gleichzeitig jeweils zwei Vorstandsmitgliedern unterstellt sind, die sich ständig über ihre zu erteilenden Weisungen abzustimmen haben.
Beim Krankenversicherungsverein befürchtet man, dass die Synergieeffekte der Basler auf seine Kosten gehoben werden sollen. Das akzeptiere der Aufsichtrat der Krankenversicherung nicht, hieß es in einer Mitteilung. Darin fordert er das Management der Bâloise auf, von einer voreiligen Beschlussfassung im Aufsichtsrat der Deutscher Ring Lebens- und Sachversicherung am 26. November abzusehen und statt dessen gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten.
portfolio international update 20.11.2008/kmo/maa





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