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21.01.2016

Kommt die variable Riester-Garantie?

Die Brutto-Beitragsgarantie, die der Gesetzgeber für die staatlich geförderte Riester-Rente vorschreibt, konterkariert unter den gegenwärtigen Finanzmarktbedingungen die Ziele der Altersvorsorge. Daher sollte die starre Garantie durch eine flexible und individuell anpassbare Form der Absicherung ersetzt werden, fordert das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA).

„Die Kosten für diese Garantien sind wegen des Niedrigzinses seit 2009 rapide angestiegen. Der indirekte Preis, den Sparer für eine Absicherung ihrer Beiträge bezahlen, ist deutlich höher als allgemein angenommen und beträgt häufig ein Mehrfaches der eingezahlten Beiträge“, erklärt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine Untersuchung der Frankfurt School of Finance & Management, in der mit einem Opportunitätskostenansatz die Höhe der Garantiekosten ermittelt wurde.

„Sparer sollten selbst entscheiden können, ob und in welcher Höhe sie ihre Beiträge absichern lassen“, fordert Morgenstern. Das setze allerdings voraus, dass das Preis-Leistungsverhältnis der Garantien ausreichend transparent ist. Eine 25-jährige Anlegerin zum Beispiel, die ab diesem Sommer 42 Jahre lang Monat für Monat 50 Euro in einen Sparvertrag mit Beitragsgarantie einzahlt, verzichtet im Vergleich zu einer Anlage ohne Garantie auf einen Vermögenszuwachs von rund 140.000 Euro, obwohl die Wahrscheinlichkeit für den Garantiefall weniger als vier Prozent beträgt – siehe Grafik. Das ist mehr als das Fünffache der eingezahlten Beiträge.

„Langfristige Altersvorsorge braucht in der Ansparphase, die sich über Jahrzehnte erstreckt, wenig oder gar keine Garantien. Das zeigen auch die Erfahrungen der Vergangenheit“, so Morgenstern. Die Beitragsgarantie in der Riester-Rente sei aus falsch verstandener Fürsorgepflicht vom Gesetzgeber in die Bedingungen der Riester-Rente aufgenommen worden. „Flexiblere Lösungen mit Wahlrechten und Optionen, die sowohl die Situation des Sparers als auch die Länge des Sparvertrages berücksichtigen, wären unter den gegebenen Bedingungen die bessere Lösung.“

Laut Studie tritt bei dem Sparplan, der zu 100 Prozent die eingezahlten Beiträge garantiert, der Garantiefall per Definition nie ein, schließlich sei die Absicherung bereits in die Anlagestrategie eingebaut. Für alle anderen Strategien, die keine Garantie oder nur eine teilweise Garantie der angelegten Beiträge enthalten, liege die Anzahl der Garantiefälle unter vier Prozent, in den meisten Fällen sogar unter einem Prozent.

Dr. Alexander Kihm, Mitgründer und verantwortlich für Produktentwicklung und Technologie bei der Firma Fairr.de GmbH, die auch einen Riester-Fondssparplan (Fair-Riester) ausschließlich mit ETF und ohne Abschlussvergütung anbietet, sieht das genau so. „Allerdings gibt es hohe Kosten für die Garantie nur, wenn sie mit klassischen Methoden, also risikominimierend für den Anbieter, abgebildet wird“, so Kihm. So werde etwa bei CPPI und ähnlichen Modellen (DWS, Union und viele Riester-Fondspolicen) immer nur risikoreich in Aktien investiert, solange der Depotstand einen Puffer aufweist. Dies führt dann zum Cash-Lock, also dem Verharren in risikoarmen Geldanlagen trotz langer Restlaufzeit, falls dieser Puffer einmal durchbrochen wird.

„Unser Fair-Riester basiert hingegen nicht auf dem Grundsatz, das Risiko für den Anbieter zu minimieren und irgendwie die geforderte Garantie sicherzustellen, sondern die Rendite zu maximieren, wobei ‚nebenbei‘ aufgrund der Anlagestrategie am Ende der Einsatz wieder herauskommt“, beton Kihm. Nicht sinnvoll sei es, die Beitragsgarantie bei Riester ganz abzuschaffen, um damit gesenkte Vertragskosten wieder aufblähen zu können.   

Ganz nebenbei würde der DIA-Vorschlag die Attraktivität für die Vermittlung von Riester-Verträgen bei Maklern wieder erhöhen.     

Detlef Pohl

(Bild: Frankfurt School of Finance & Management) 

Weiterführende Links: 

portfolio international update 21.01.2016

 
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