Dass es derzeit mehr Fondsgesellschaften gibt, als die Anleger brauchen, dürfte unter Marktbeobachtern unumstritten sein. Auch hinsichtlich der Frage, welche der Gesellschaften in der anstehenden Konsolidierung der Asset-Management-Branche langfristig die besten Überlebenschancen haben, scheinen viele Experten einer Meinung: Einige gut aufgestellte, möglichst international agierende große Gesellschaften mit komplettem Produktangebot und einzelne kleinere bis mittelgroße Asset Manager, die in lukrativen Nischen hervorragende Leistungen erbringen.
Für alle anderen Fondsgesellschaften dürfte es schwer werden. Das gilt für mittelgroße Gesellschaften, die eine komplette Produktpalette anbieten und dabei nicht in dem Maße von Skaleneffekten profitieren können wie ihre größeren Konkurrenten. „Stuck in the middle“ nennen das anglophile Betriebswirtschaftler, „gefangen in der Mitte“. Aber das gilt ebenso für kleine Gesellschaften, die nicht die notwendige Qualität liefern, um Investoren nachhaltig von ihrem Angebot zu überzeugen. Es reicht eben nicht, eine Nische zu besetzen, sondern es müssen dort auch überzeugende Ergebnisse geliefert werden.
Vor diesem Hintergrund könnten die Analysen zur Produktqualität mittelgroßer und kleinerer Fondsgesellschaften, welche die Redaktion von portfolio international gemeinsam mit den Fondsexperten der Feri Euro Rating Services durchgeführt haben, auch Schlüsse auf die Zukunftsperspektiven einzelner Fondsgesellschaften zulassen. Gerade kleinere und mittelgroße Asset Manager können und sollten es sich nicht leisten, über längere Zeiträume durchschnittliche oder gar schlechte Fonds anzubieten.
Insofern scheint es besorgniserregend, dass 52 der von Feri Ende Mai als „kleine Gesellschaften“ definierten 71 Fondsanbieter mehr mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht geratete Fonds im Angebot haben als gut oder sehr gut geratete. Sicherlich ist das eine Momentaufnahme, über die man im Einzelfall diskutieren kann und muss. Aber wenn in der Produktpalette von fast drei Vierteln dieser Fondsgesellschaften mittelmäßige und schlechte Fonds überwiegen, scheint eine Konsolidierung der Branche auch im Sinne der Anleger überfällig.
Lesen Sie dazu die Titelgeschichte von Ralf Kolbe in der nächsten Ausgabe von portfolio international. Das Heft erscheint am Freitag.
portfolio international update 05.07.2012




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