ARTLENBURG – Die Ertragslage der Autoversicherer ist angespannt: Der einstige Gewinn von 703 Millionen Euro 2007 hat sich 2010 in einen Verlust von 626 Millionen Euro verkehrt. Von 73 untersuchten Autoversicherern steckten 57 Unternehmen zum Teil tief in den roten Zahlen. Dies dokumentiert das Rating Deutscher Autoversicherer, soeben vorgelegt vom Marktbeobachtungsdienst Map-Report. Böse Falle: Wegen der niedrigen Zinsen können sich Autoversicherer vom Kapitalmarkt derzeit keinen Ausgleich für versicherungstechnische Verluste holen. Vor allem Billiganbieter laufen damit Gefahr, Schäden nicht nachhaltig bezahlen zu können, weil es an ausreichend Reserven und Eigenmitteln fehlt.
„Durch Medien oder Internetportale werden dennoch Hunderttausende zu Billiganbietern geschleust und kaufen weiter die Katze im Sack“, moniert Manfred Poweleit, Chefredakteur von Map-Report. Er setzt mit dem neuen Rating wieder auf Sachinformation, die eine fundierte Kaufentscheidung ermöglicht. 33 Autoversicherern wurde ein Rating erteilt. Mit der Bestnote „hervorragend“ schnitten 13 Gesellschaften ab: die Gesellschaften HUK-Coburg-Gruppe, die öffentlichen Versicherer aus Braunschweig, Hannover (VGH) und Düsseldorf (Provinzial), die beiden WGV-Gesellschaften, Oldenburgische Landesbrandkasse, beide DEVK-Gesellschaften, BGV und Optima. Die Allianz, erstmals nach längerer Unterbrechung wieder dabei, landete auf Platz 31 und schnitt nur befriedigend ab.
Im Rating gibt es eine Neuerung. Die Ombudsleute der Versicherungswirtschaft veröffentlichen im Gegensatz zur BaFin keine unternehmensindividuellen Beschwerdezahlen. Daher hat Map-Report die Autoversicherer nach ihren Ombudsmannbeschwerden gefragt und diese Kennzahl mit maximal 5 Punkten in die Bewertung aufgenommen. Die mit Abstand wenigsten Beschwerden verzeichneten 2010 HanseMerkur, die Provinzial-Gesellschaften sowie Volkswohl Bund. Die meisten Beschwerden beim Ombudsmann gab es über Europa (2,62 Beschwerden pro 100.000 Verträge) und HUK24 (2,61).
Interessant sind auch die Daten, welche Versicherer in den vergangenen fünf Jahren Geld verdient haben und welche nicht. Einige große Anbieter wie HUK-Coburg, AXA, LVM und Allianz haben 5,6 Prozent und mehr Gewinn gemacht. Andere Große wie Versicherungskammer Bayern oder Aachen-Münchener schwächeln mit einer schwarzen Null; einige haben gar Verluste eingefahren, darunter R + V, VHV und Generali. Besonders schlecht schneiden einige Direktversicherer ab, vor allem Direct Line, Ergo Direkt und Cosmos.
Den größten Zuwachs an haftpflichtversicherten Autos 2010 verzeichneten HUK24 und HUK-Coburg Allgemeine mit jeweils deutlich über 300.000 Neukunden gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2010. Dagegen verlor die Allianz über 400.000 Fahrzeuge. Generali büßte über 120.000 Haftpflichtkunden ein, Garanta fast 80.000 und AachenMünchener 53.000.
(Die Studie „Rating Deutscher Autoversicherer“ mit der Nr. 784-785/2011 kann bei Map-Report unter www.map-report.com für 75 Euro erworben werden.)
portfolio international update 16.11.2011/dpo/gcu





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