Das Volumen der Kapitalanlagen der deutschen Lebensversicherer ist im vergangenen Jahr, gemessen an den Bilanzwerten, um 1,3 Prozent auf 740,2 Milliarden Euro gestiegen. Dies geht aus der neuen Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2012“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, die jüngst veröffentlicht wurde. Weitere 54,6 Milliarden Euro kamen noch an Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen hinzu – nach 55,8 Milliarden Euro im Turnus zuvor.
Wie einer Übersicht der Kapitalanlagebestände zu entnehmen ist, wird das Gros der Assets in der Kategorie „Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen“ gehalten. Insgesamt summieren sich die bilanzierten Werte auf 348,8 Milliarden Euro, wie der GDV errechnet hat. Das entspricht allerdings nur noch 47 Prozent der Gesamtkapitalanlagen, während Schuldverschreibungen in den vergangenen Jahren in der Regel gut 50 Prozent der Kapitalanlagebestände ausgemacht haben. Kurzfristig scheint sich ein Rückgang zu manifestieren. Denn gegenüber 2010 ist der Wert aller bilanzierten Schuldverschreibungen um knapp 2,3 Prozent zum zweiten Mal in Folge gesunken.
Positiv hat sich im Gegensatz dazu die Kategorie „Aktien, Investmentanteile und andere nicht verzinsliche Wertpapiere“ entwickelt, die binnen Jahresfrist um 1,1 Prozent auf 200,4 Milliarden Euro wuchs. Die Kapitalanlagen in diesem Segment haben damit einen neuen Spitzenwert erreicht. Vor dem Hintergrund der volatilen Kapitalmärkte ein überraschender Zuwachs, schließlich sank der von zahlreichen institutionellen Investoren als Benchmark herangezogene Eurostoxx-50-Index im gleichen Zeitraum um knapp 18 Prozent. Gleichwohl muss man die aggregierten Zahlen des GDV in diesem Fall aufschlüsseln. Denn nach Angaben einer Sprecherin des GDV entfielen zum 31. Dezember 2011 lediglich 2,9 Prozent der Kapitalanlagen der Lebensversicherer auf Aktien. Der Großteil der Kategorie muss indessen mit 21,1 Prozent „in Fonds enthaltenen Renten“ zugerechnet werden, die mit Aktien nichts zu tun haben.





Deutsche Bank / Realtime Indikation