portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 03/2016

Fondspolicen? Neue Klassik? Indexpolicen?

...mehr


Verlagsprodukte

Arbeitskraftabsicherung: Die neue Vielfalt

...mehr


Digitalisierung: Wandel ist in vollem Gange

...mehr

 



Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 10.524,50 -0,60%
TecDAX 1.713,00 -0,59%
EUR/USD 1,1198 -0,82%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

VOLKSWAGEN VZ 122,56 +2,03%
RWE ST 14,69 +0,75%
SAP 77,82 +0,68%
INFINEON 14,99 -0,79%
FRESENIUS... 65,17 -0,67%
LUFTHANSA 10,35 -0,65%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 205,14%
Structured Solutio AF 129,17%
Morgan Stanley Inv AF 127,55%
Crocodile Capital MF 126,32%
BTS Funds (Lux) Ga AF 120,62%

mehr

Beratung
03.11.2015

INTERVIEW: "Produkte mit neuen Garantien sind echte Wachstumstreiber"

Thomas Wiesemann

portfolio international update sprach am Rande der DKM in Dortmund über neue Entwicklungen im Maklermarkt mit Dr. Thomas Wiesemann, Vorstand für Maklervertrieb der Allianz Lebensversicherung-AG und der Allianz Private Krankenversicherung-AG.

Herr Dr. Wiesemann, hat die Allianz in der Lebensversicherung zum 1. Januar auf neue Vergütung gemäß Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVRG) umgestellt? Es waren ja unterschiedliche Modelle geprüft worden.

Wir haben alle Anforderungen des LVRG zum 1. Januar 2015 umgesetzt. Damit gingen wesentliche Verbesserungen für die Kunden einher – auch eine verbesserte Preis-Leistungs-Transparenz. Die Allianz weist die Effektivkosten bereits seit 2011 aus. Wir halten eine konsequente und vergleichbare Umsetzung des Effektivkostenausweises für ein wichtiges  politisches Signal. 

Ebenfalls seit Januar sind die kalkulierten Abschlusskosten reduziert und somit die Rückkaufswerte bei Produkten gegen laufenden Beitrag in den ersten Vertragsjahren deutlich erhöht worden. Das hat auch Auswirkungen auf die Vergütung der Vermittler: die laufende Betreuung wird nun seit 1. Juli bei der Allianz stärker betont. Unser Standardmodell bei Altersvorsorgeverträgen gegen laufenden Beitrag sieht vor, dass ein Teil der Abschlussvergütung über die Laufzeit verteilt wird. Mittelfristig werden die Einkommensströme der Vermittler dadurch deutlich stabiler und nachhaltiger.

Flexible Modelle, die die laufende Betreuung stärker betonen, führen kurzfristig dennoch zu Einkommenseinbußen bei Maklern. Wie will die Allianz dies abfedern?

Der Effekt hängt auch davon ab, wie der Geschäftsmix aussieht. Wichtige Bereiche der Lebensversicherung sind ja von den Änderungen gar nicht betroffen, etwa Biometrie-Tarife, Sondertarife im Firmengeschäft oder Einmalbeitragspolicen. Viele Vermittler sehen zudem die Chance, mit dem LVRG sukzessive mehr laufende Einkommen als bisher zu erzielen. Wir unterstützen dies mit neuen Garantieprodukten in der Altersvorsorge, die sich immer mehr zu einem echten Wachstumstreiber entwickeln. Mittlerweile stammen bei uns schon zwei Drittel des Neugeschäfts aus diesen innovativen Produkten.

Das bringt ja noch keine Entlastung auf der Einkommensseite.

Es erhöht aber den Umsatz und damit das Einkommen. Zudem unterstützen wir mit forcierter Digitalisierung der Prozesse, was den Vertrieb effizienter macht. So lassen sich neuerdings Maklerverwaltungs- und Vergleichsprogramme über Bipro-Schnittstellen medienbruchfrei mit den Vertriebs- und Verwaltungsanwendungen der Allianz verbinden. Die Integration von Risikovoranfrage und Risikoprüfung in Echtzeit in wichtige Vergleichsprogramme ist ein weiteres Beispiel. Das führt zu geringerem Verwaltungsaufwand beim Makler und zu schnellerer Policierung. Außerdem tun wir viel für die Weiterbildung. Allein für den Lebensbereich sind 2015 in der Allianz-Maklerakademie über 4.000 Teilnehmer in über 100 Seminaren geschult worden.  

Zahlreiche Änderungen zu LV-Courtagezusagen 07/15 zeigten, dass die Vergütungshöhe formal gleich bleibt, aber Haftzeiten und Bewertungsfaktoren für Makler kaum noch nachprüfbar sind. Warum so kompliziert?

Das stimmt nicht. Unsere Modelle – Verteilung eines Teils der Abschlusscourtage über die Laufzeit oder Verlängerung der Haftzeit – sind einfach und transparent. Die Umsetzung wurde überwiegend als stimmig und partnerschaftlich gesehen. 

In Sachen „Basiskodex für den Versicherungsvertrieb“ reagierte die Allianz zwischenzeitlich auf Beschwerden verzögert. Werden nun auch Kodizes von Makler-Berufsorganisationen akzeptiert?

Wir akzeptieren Kodizes, die in Bezug auf den sogenannten Basiskodex mindestens inhaltlich gleichwertig sind, also etwa von den Verbänden VDVM, BVK, Votum, SDV und VGA.  Darüber hinaus erkennen wir Kodizes von weiteren Verbünden an, wenn der Vermittler sich darauf beruft und wir dies als inhaltlich gleichwertig geprüft haben, unter anderem bei IGVM.

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) hat vor gut einem Jahr die Bestandsvergütung neu geregelt. Was genau hat sich seither geändert?

Die APKV zahlt für neue, erstmalig vorgelegte Betreuungswechselwünsche seit 15. September 2014 Maklern mit gültigem Mandat Bestandspflegegeld, auch wenn die Police zuvor von der Ausschließlichkeit abgeschlossen worden war und umgekehrt. Zum 1. März 2015 wurden alle Policen, für die bereits vor dem 15. September 2014 ein Maklermandat mit Kundenwunsch hinterlegt wurde, ebenfalls bestandspflegegeldpflichtig übertragen. Dazu gab es nur positive Rückmeldungen.

Wie hoch ist die KV-Bestandsvergütung für Makler nun im Schnitt?

Das ist immer individuell. Zahlen nennen wir zu bilateralen Geschäftsverhältnissen grundsätzlich nicht.

Hoffentlich genug, denn Bestandspflege macht ja auch Arbeit!

In der Tat. Besonders bei der Krankenvollversicherung ist die Betreuung während der Laufzeit mit einem besonderen Aufwand verbunden. Auch führen Veränderungen in der Lebenssituation zu häufigeren Anpassungen. Ein Krankenversicherungsvertrag „lebt“ ganz anders als andere Policen. 

Wie haben Sie den Hausverein überzeugt, dessen Agenten ja jetzt gekürzte Vergütungen in Kauf nehmen müssen, wenn ein Maklermandat vorliegt? 

Wir haben eine einvernehmliche Regelung erzielt. Im Übrigen gilt die Regelung ja in beide Richtungen. Auch ein Makler kann den Vertrag an einen Allianz-Vertreter verlieren und umgekehrt.

Kritik gibt es auch, weil Chefs von Allianz-Generalvertretungen zugleich als Makler zugelassen sind. Wie verträgt sich das mit dem GDV-Kodex?

Die Allianz Beratungs- und Vertriebs AG arbeitet mit gebundenen Vertretern zusammen (nach Paragraf 34d Absatz 4 Gewerbeordnung). Oder die Vertreter besitzen eine eigene Zulassung als Vermittler (nach Paragraf 34d Absatz 1 Gewerbeordnung). In wenigen Ausnahmefällen wurde Top-Vertretern erlaubt, eine zusätzliche Makler-GmbH zu gründen. Die Tätigkeit wird sehr transparent gemacht und die Vermittlung als Makler erfolgt dann in keinem Fall im Namen der Allianz. Wir sehen darin keine Beeinträchtigung des GDV-Kodex.

Die Allianz will klassische Lebensversicherungen im Neugeschäft nicht mehr aktiv bewerben. Doch abgeschwächte Garantien sind nicht jedermanns Sache. Können Makler sicherheitsbedachten Kunden überhaupt kapitalmarktnahe Konzepte mit gutem Gewissen empfehlen, und das bei verlängerten Haftzeiten?

Sie können das unbedingt. Wir fragen uns, welche Türen wir für die Kunden öffnen, und nicht, welche wir schließen. Der klassische Ansatz behält in Spezialsegmenten seine Bedeutung, etwa bei Sofortrenten und bei komplexen Rückdeckungen in der betrieblichen Altersversorgung. Aber für den langfristigen Aufbau in der Altersvorsorge ist es immer weniger sinnvoll, auf rein klassische Produkte zu setzen, weil die konventionellen Garantien viel Geld kosten und die Kapitalanlage stark einschränken. Das schmälert die Rendite der Kunden fürs Alter. Deswegen haben wir schon frühzeitig unser Geschäftsmodell angepasst und bereits 2007 begonnen, kapitalmarktnahe Produkte zusätzlich zur Klassik auf den Markt zu bringen. All diese Produkte weisen weiterhin Garantien auf – langfristiger Kapitalerhalt und lebenslange Rentenleistungen, die auf dem Sicherungsvermögen basieren. Wir haben damit unsere Marktanteile bei laufenden Beiträgen im ersten Halbjahr 2015 deutlich ausgebaut.   

Mit welchen Neuerungen wartet die Allianz auf?

Im Juli haben wir das neueste Vorsorgeprodukt „Komfort Dynamik“ auf den Markt gebracht. Es kombiniert das starke Sicherungsvermögen der Allianz mit einer Dynamikkomponente und wesentlichen Garantien. Die gesamte Kapitalanlage wird dabei von unseren Anlagespezialisten gesteuert, also zu 100 Prozent „managed by Allianz“. Zudem setzen wir weiter erfolgreich auf hochwertige Krankenvollversicherungen, bei denen unsere Reservestärke als Wettbewerbsvorteil zur Geltung kommt. Last but not least: Es wird weitere Fortschritte in der Digitalisierung geben, die den Maklern echten Mehrwert bringen. 

Das Interview führte Detlef Pohl 

(Bild: Allianz)

Weiterführende Links: 

portfolio international update 03.11.2015

 
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige