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17.03.2010

INTERVIEW: "Honorarabrechnung ist nicht Honorarberatung"

Dieter Rauch

Dieter Rauch

Der zweite Teil des Interviews mit Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbunds deutscher Honorarberater.

Wie grenzen sich freie Berater, die als Geschäftsmodell auf die Honorberatung setzen, von den Banken ab? portfolio international sprach dazu mit Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbunds deutscher Honorarberater. Dies ist der zweite Teil eines Interviews, das auch um die Frage "aktives versus passives Fondsmanagement" ging (lesen Sie hier den ersten Teil).

portfolio international update: Herr Rauch, Honorarberatung wird zunehmend häufiger auch bei den Banken angeboten, vor allem Direktbanken setzen offensiv auf das Thema. Geraten freie Vermittler, wie etwa die im VDH, auf das Nebengleis?

Dieter Rauch: Nein, ganz im Gegenteil. Die Anleger können durchaus unterscheiden, ob es sich um eine echte Honorarberatung handelt oder ob die Bank nur eine Honorarabrechnung macht. Eine norddeutsche Volksbank wirbt beispielsweise damit: "Wir haben das, was Verbraucherschützer fordern: Die faire Honorarberatung für Investmentfonds". Neu daran ist nur der Vergütungsgeber. Die Vergütung erfolgt nicht mehr indirekt durch den Produktanbieter, sondern direkt durch den Anleger - der Produktverkauf steht aber nach wie vor im Vordergrund. Alle uns bekannten Modelle von Banken zielen darauf ab, dass der Kunde sein Wertpapiervermögen übertragen muss. Nur weil darauf ein Honorar bezahlt werden muss und Kickbacks erstattet werden, ist daraus noch keine Honorarberatung geworden.

portfolio international update: Was zeichnet aus Ihrer Sicht eine echte Honorarberatung aus?

Dieter Rauch: Honorarberatung ist die Bereitstellung von Zeit und Know-how, unabhängig von etwaigen Produktabschlüssen oder Wertpapierdepots. Wenn das Honorar kein Provisionsersatz ist, muss grundsätzlich ein Zusammenhang mit der tatsächlich erbrachten Beratungsleistung hergestellt werden können. Steht schon am Anfang des Gesprächs fest, dass am Ende ein Produkt oder Depot verkauft werden muss, aus dem sich dann das Honorar bemisst, ist der Kunde keinen Schritt weiter gekommen. Dann hat man der Provision nur einen anderen Namen gegeben.

portfolio international update: Ist Honorarberatung wirklich eine Dienstleistung als solche, oder muss ein Berater nicht irgendwie eine fixe Gebühr pro Jahr erheben, um auf seinen Schnitt zu kommen?

Dieter Rauch: Natürlich sind Honorarberater auch Kaufleute und müssen betriebswirtschaftlich effizient kalkulieren. Wie jeder Handwerker muss auch ein Honorarberater seinen individuellen Stundensatz kennen. Damit kann er sein Honorar am tatsächlichen Aufwand bemessen. Besitzt ein Anleger zum Beispiel ein Depot in einer Größenordnung von 50.000 Euro und der Berater berechnet hierauf ein volumenbezogenes Honorar von 1,5 Prozent pro Jahr, so kann er bei einem intern kalkulierten Stundensatz von 150,00 Euro exakt fünf Stunden beraten. Sowohl der Anleger als auch der Berater weiß von Beginn an, welche Leistung er in Anspruch nehmen beziehungsweise erbringen kann. Honorarberatung versetzt den Berater in die Lage, seine Vergütung exakt zu planen. Um beim Beispiel des Handwerkers zu bleiben - dieser kann auch keine fixe Gebühr pro Jahr berechnen, sondern hat gelernt zu kalkulieren. In einem System, in dem Jahrzehnte von den Produktgebern genau definiert wurde, was und wie ein Berater zu verdienen hat, ist es deshalb nachvollziehbar, dass viele damit erst einmal ein Problem haben.

portfolio international update: Die Verbraucherzentrale Bayern bietet Honorarberatung für 90 Euro an, was muss ein freier Honorarberater verlangen, um auf seinen Schnitt zu kommen?

Dieter Rauch: Auf jeden Fall zwischen 130 und 150 Euro. Das hängt aber auch von den individuellen Gegebenheiten des Unternehmens ab. Ich kenne durchaus auch Berater, die schon für etwa 100 Euro die Stunde beraten können, etwa wenn sie ein mietfreies Büro und wenig Personalkosten haben. 90 Euro ist allerdings schon auf Dumpingniveau und nur durch staatliche Subventionen möglich. Wir fordern daher auch, die freien und intitutsunabhängigen Honorarberater mit einer entsprechender Qualifikation zu subventionieren. Dies könnte beispielsweise durch einen Zuschuss zu den Beratungshonoraren erfolgen, wie es heute bereits bei der Unternehmensberatung üblich ist. Man könnte etwa auch ein Register für förderfähige echte Honorarberater, ähnlich der KfW-Beraterbörse, schaffen und würde damit auch die Zeitnot in den Verbraucherzentralen lindern. Denn offensichlich erhalten diese zwar Zuschüsse, sind aber anzahlmäßig zu wenig, um ihren Auftrag nachzukommen. Damit könnte man flächendeckende Beratung ermöglichen.

Hinweis: Der Verbund der Deutschen Honorarberater veranstaltet am 23. März 2010 eine Honrarberaterkonferenz in Frankfurt am Main. Mehr Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

portfolio international update 17.03.2010/maa

 
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