portfolio international MAGAZIN

Portfolio International

portfolio international

Ausgabe 04/2016

Die Kreditbremse

...mehr


Verlagsprodukte

Arbeitskraftabsicherung: Die neue Vielfalt

...mehr


Digitalisierung: Wandel ist in vollem Gange

...mehr

 



Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
Chart
DAX 10.612,00 -0,14%
TecDAX 1.798,50 -0,20%
EUR/USD 1,1226 +0,11%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

DT. POST 28,09 +0,42%
ALLIANZ 136,12 +0,31%
FRESENIUS... 72,69 +0,30%
DT. BANK 11,35 -2,41%
VOLKSWAGEN VZ 119,17 -1,52%
SAP 81,29 -1,40%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 211,35%
Bakersteel Global AF 155,39%
Crocodile Capital MF 129,14%
Stabilitas PACIFIC AF 128,12%
BTS Funds (Lux) Ga AF 122,55%

mehr

Beratung
26.08.2014

Generali irritiert Bestandskunden

Makler Michael Otto

Über 200 Versicherer und Vertriebe sind dem GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb bisher beigetreten, darunter auch die Generali. Doch im Umgang mit Bestandskunden legt sie ein Verhalten an den Tag, das sich nicht mit dem Kodex verträgt.

Die Generali baut derzeit ihren Vertrieb um und schafft eine einzige Organisation, um effizienter zu arbeiten, den Beratungs- und Betreuungsansatz zu vereinheitlichen und letztlich 30 Millionen Euro einsparen. Leidtragende könnten viele Bestandskunden sein. Viele von ihnen bekommen derzeit Post, in der es an unauffälliger Stelle mit Hinweis auf das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und den Vertrag des Kunden heißt: „Verletzen Sie vorsätzlich oder grob fahrlässig eine Obliegenheit, … können wir innerhalb eines Monats … den Vertrag fristlos kündigen.“

Dieser Satz stammt aus dem seit 2008 geltenden VVG. Soweit, so gut. Doch die Generali schickt diese Post auch Kunden, deren Policen älter sind. Man erweckt den Eindruck, dass das neue VVG auch für die älteren Bestände uneingeschränkt gilt. „Das ist eine grobe Irreführung, die den Kunden im Schadenfall schlechter stellen könnte“, ärgert sich Michael Otto, Inhaber der Otto Assekuranzmakler KG in Isernhagen.

Otto hat der Generali dies im März 2014 auch geschrieben und sich solche Post an seine Kunden, von denen er eine Postempfangsvollmacht hat, verbeten. Grund: Der Gesetzgeber hatte durch ein Einführungsgesetz (EGVVG) bestimmt, dass  für Altfälle noch das gesamte Jahr 2008 das alte VVG gelten sollte. Bis 30. November 2008 konnten die Versicherer zudem das Kleingedruckte der Bestände an das neue VVG anpassen. „Die Generali hat diese Frist ungenutzt verstreichen lassen“, so Versicherungsmakler Otto.

Nun so zu tun, als hätte man die Anpassung doch vorgenommen, verstößt gegen so ziemlich jeden Grundsatz im GDV-Verhaltenskodex, an dem man die Vertriebe zwingend messen will. „Aber selber werden Kunden bewusst irregeführt“, so Otto. Der Grund ist klar: Durch das neue VVG könnten Kunden bei der Schadenregulierung schlechter gestellt werden, weil die versäumte Anpassung der AVB bis Ende November 2008 dazu führt, dass selbst eine Verletzung vertraglicher Obliegenheiten durch den Kunden am Ende ohne jede Sanktion für den Kunden bleibt.

So entschied der Bundesgerichtshof (BGH) bereits am 12. Oktober 2011: Die Sanktionsregelung im Rahmen von Altverträgen ist bei Verletzung vertraglich vereinbarter Obliegenheiten unwirksam, wenn der Versicherer keinen Gebrauch von der Möglichkeit der Anpassung nach EGVVG gemacht hat (Az.: IV ZR 199/10). Insbesondere ist trotz grober Fahrlässigkeit keine Leistungskürzung im Sinne der Quotelung erlaubt, die das neue VVG vorsieht.

Der Hinweis der Generali an ihre Bestandskunden kann also gar nicht rechtswirksam werden. Der Versicherer ließ in seiner Antwort an den Versicherungsmakler Ende März 2014 keinen Zweifel daran, dass er dieses BGH-Urteil kennt und die im Urteil „aufgestellten Anforderungen im Rahmen unserer Schadenregulierung sicherstellt“. Doch bis in den August 2014 hinein setzt die Generali ihre irreführenden Hinweise zum VVG in Nachträgen zu älteren Versicherungspolicen fort. „Man erweckt wider der Bestimmung des Gesetzgebers  und der höchstrichterlichen Entscheidung den Eindruck, dass eine Quotelung vertragsgerecht ist“, so Otto. Der Versicherer muss sich fragen lassen, ob er im eigenen Verhalten andere Maßstäbe anlegen darf als er vom Vertrieb fordert und gegen sich selbst durch den Beitritt zum GDV-Verhaltenskodex gelten lassen muss.

Detlef Pohl

Weiterführende Links: 

portfolio international update 26.08.2014

 
Einen Kommentar schreiben
Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

CAPTCHA Bild zum Spamschutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
* Pflichtfelder
 
 
Anzeige
Anzeige