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Anlage
05.03.2015

Genau hinschauen bei Nachhaltigkeitsfonds

Henry Schäfer

Was genau in diesen Produkten steckt, ist oft nicht oder nicht einfach herauszufinden, wie eine jüngste Untersuchung von Best-in-Class-Investmentfonds darlegt.

Das Angebot an Investmentfonds mit dem Etikett Öko-, Ethik- oder Nachhaltigkeitsfonds ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Was aber genau in diesen Produkten steckt, ist vielen Anlegern oft nicht bekannt, und böse Überraschungen sind manchmal nicht ausgeschlossen, betonen Wissenschaftler des Betriebswirtschaftlichen Instituts der Universität Stuttgart in der jüngsten Studie: „BiC in Sustainability?. Die Transparenz von Best-in-Class-Nachhaltigkeitsfonds in Deutschland“. So rieb sich mancher Anleger die Augen, als nach dem Unglück auf der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010 der Verantwortliche für die Ölpest, das Unternehmen BP, in etlichen Nachhaltigkeitsfonds enthalten war, erinnert die Studie.

Die Studienmacher um Prof. Henry Schäfer haben aus den rund 400 Nachhaltigkeitsinvestmentfonds, die in Deutschland Privatanlegern angeboten werden, vor allem die „Best-in-Class“-Fonds analysiert. Diese Fonds behaupten durchweg, nur Aktien und Anleihen von „sauberen“ und „sozialen“ Unternehmen beziehungsweise Staaten zu enthalten, erläutern die Forscher. Um nun ökologisch, sozial und ethisch wertvolle Aktien und Anleihen in einem Fonds unterzubringen, werden die Kandidaten mit teilweise bis zu 300 Einzelkriterien durchleuchtet. Dies macht entweder die Fondsgesellschaft selbst oder sie kauft diese Leistung bei einer Rating-Gesellschaft ein, erläutern die Studienautoren.

Die 27 untersuchten Best-in-Class-Produkte ermitteln mit Plus- und Minuspunkten für unterschiedliche Umwelt- und Sozialfelder einen Gesamtpunktestand, der zu einer Rating-Note führt. Entspricht die Punktzahl der Mindestnote „nachhaltige Unternehmensführung“ seitens des Fondsanbieters oder der externen Rating-Agentur, ist die entsprechende Aktie oder Anleihe für den Nachhaltigkeitsfonds qualifiziert, heißt es weiter. „Bei diesem Verfahren kann es passieren, dass viele Pluspunkte in der Nachhaltigkeitsleistung eines bestimmten Unternehmensbereichs, zum Beispiel hervorragende Sozialleistungen, die Minuspunkte eines anderen, zum Beispiel hohe Umweltbelastungen, nicht nur ausgleichen, sondern sogar netto übersteigen“, mahnen die Autoren.

Dann kann etwa ein in der öffentlichen Wahrnehmung „schlechtes“ Unternehmen in einem Ethikfonds enthalten sein. Meistens arbeiten solche Fonds zusätzlich mit Ausschlusskriterien, um Produkte oder Produktionsweisen, die Anleger meiden möchten, auszuklammern, etwa Waffen oder Kinderarbeit. Wertpapiere von entsprechenden Unternehmen oder Staaten dürfen dann per se nicht im Fonds enthalten sein, erläutern die Forscher weiter.

Die untersuchten Produkte haben die gesetzlich vorgegebenen Informationen insgesamt gut dokumentiert. Bei Fonds, die von der Fondsgesellschaft durchgängig selbst betreut werden, fanden die Forscher keine Beanstandungen. Anders sieht es bei Nachhaltigkeitsfonds aus, bei denen die Vorschlagslisten für die Bestückung mit Aktien und Anleihen aus dritter Hand, von einer Rating-Agentur, stammten. In diesen Fällen waren die entsprechenden Informationen für Anleger schwer verfügbar, betonen die Autoren. „Es bedarf teilweise erheblicher zusätzlicher Anstrengungen, zu erfahren, welche Umwelt-, Sozial- und Ethikvorstellungen die Rating-Agentur in den Fonds eingebracht hat und ob der Fond mit dem jeweiligen Weltbild des Anlegers von ‚guten‘ oder ‚schlechten‘ Unternehmen übereinstimmt“, bemängelt Studienleiter Schäfer.

Es sollten mehr zeitlich aktuelle, laufende, direkte und kostenlos verfügbare Informationen bereitgestellt werden. „Gerade bei Publikumsinvestmentfonds, die den Anspruch als Nachhaltigkeitsfonds erheben und nach dem Best-in-Class-Ansatz konstruiert sind, müssen sich die Fondsgesellschaften um mehr Aufklärung bemühen, wenn sie von externer Seite Zulieferungen einkaufen“, meint Schäfer.

Heike Gorres

(Bild: Universität Stuttgart)

Weiterführende Links:

Kontakt zur Studie

Nachhaltigkeitsrenditen auf den Grund gegangen

portfolio international update 05.03.2015/dpo

 
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