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18.05.2006

Garantien bleiben Maklers Liebling

Die Produkte in der Altersvorsorge werden nach Meinung vieler Makler trotz oder gerade wegen eines starken Trends hin zu fondsgebundenen Versiche-rungen auch in Zukunft nicht ohne Kapitalabsicherungen und Garantie-versprechen auskommen.


Versicherungskunden sind durchaus bereit, Abstriche an der Performance zu machen, wenn sie im Gegenzug dafür Garantien vom Versicherer bekommen. Der Wunsch vieler Kunden nach Sicherheiten bei Altersvorsorgeprodukten offenbar wird sogar noch größer als in der Vergangenheit. Diese Einschätzungen vertraten mehr als vier Fünftel der Makler und Mehrfachagenten, die von Towers Perrin Tillinghast unlängst befragt wurden. Mit dieser Untersuchung sollten im Auftrag der Gerling Lebensver-sicherung Produkttrends nach dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes erkundet werden. Die Befragung lief im März und April.

Die Produkte in der Altersvorsorge werden nach Meinung vieler Makler trotz oder gerade wegen eines starken Trends hin zu fondsgebundenen Versiche-rungen auch in Zukunft nicht ohne Kapitalabsicherungen und Garantie-versprechen auskommen.




Versicherungskunden sind durchaus bereit, Abstriche an der Performance zu machen, wenn sie im Gegenzug dafür Garantien vom Versicherer bekommen. Der Wunsch vieler Kunden nach Sicherheiten bei Altersvorsorgeprodukten offenbar wird sogar noch größer als in der Vergangenheit. Diese Einschätzungen vertraten mehr als vier Fünftel der Makler und Mehrfachagenten, die von Towers Perrin Tillinghast unlängst befragt wurden. Mit dieser Untersuchung sollten im Auftrag der Gerling Lebensver-sicherung Produkttrends nach dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes erkundet werden. Die Befragung lief im März und April.


  • Mehr Flexibilität verlangt

Nach dem Abgesang auf die klassische Lebenspolice inte­ressiert sich die Assekuranz brennend dafür, bei welchen Produkten die Musik spielen wird. Eines brachte die Umfrage ans Tageslicht: Der Trend wird nach Makler­meinung weiter in Richtung fondsgebundene Versicherungen gehen. So meinte eine deutliche Mehrheit, dass die Fondspolice in den kommenden fünf Jahren die klassischen LV-Tarife als Standard-produkt für die Altersvorsorge ablösen wird. Darüber hinaus gehen 55 Prozent mit großer und weitere 15 Prozent mit einiger Wahrscheinlichkeit von einem erneuten Einbruch bei den klassischen Kapitalprodukten aus, der von der geplanten Garantie-zinssenkung ausgelöst wird. Das wäre nach den herben Einschnitten im vergangenen Jahr eine erneute Bedrohung für das Neugeschäft.


Doch die Studie liefert zugleich einige Antworten, wo die Versicherer ansetzen müssen: Die Fondspolicen werden künftig ohne Garantiekomponenten nicht auskommen. 70 Prozent der Befragten halten unterschiedlich ausgestaltete Garantiekomponenten innerhalb von Altersvorsorge­produkten ohne Wenn und Aber für notwendig. Weitere 13 Prozent stimmten dieser Feststellung zumindest teilweise zu. Neben den Garantien fordern die Makler eine größere Flexibilität der Rentenversicherungen. Besonders hoch im Kurs stehen zum Beispiel die Möglichkeit einer Anpassung an veränderte Lebens-situationen, eine flexible Abrufphase im Anschluss an die Ansparzeit, eine BU-Beitrags-befreiung, Beitragspausen zum Beispiel für den Fall der Mutterschaft, ohne das vorhan-dene Risikoabsicherungen damit verloren gehen, sowie ein Ablaufmanagement in der Phase vor Rentenbeginn. Damit sehen sich vor allem jene Versicherer bestätigt, die bereits jetzt auf Universal-Life-Konzepte umgestiegen sind, die eine sehr große Flexibilität während der gesamten Laufzeit zulassen.


  • Fondsbranche macht den Versicherern Druck

Obwohl die Tarife einerseits sehr gut anpassbar sein sollen, spielen Zusatzdeckungen nach Meinungen der Makler andererseits eine eher untergeordnete Bedeutung: Dread-Disease-Komponenten oder Grundfähigkeitsversicherungen zum Beispiel erwarten die Vertriebspartner nicht unbedingt. So hielten nur neun beziehungsweise acht Prozent diese beiden Zusatzdeckungen für sehr wichtig. Rund ein Fünftel war sogar bereit, ganz auf diese Komponenten zu verzichten.


Anbieter, die im Vertrieb das Rennen machen wollen, müssen nach der zusammen-fassenden Einschätzung der Makler vor allem über Kapitalanlageexpertise, eine leistungsstarke Administration sowie über die Fähigkeit verfügen, langfristige Garantien aussprechen zu können. Das sind die Stellschrauben, an denen die Versicherer bei der Auseinandersetzung mit der Konkurrenz vor allem drehen müssen. Das macht die Lage für viele nicht einfach.


Towers Perrin kommt zum Schluss, dass der Wettbewerb im Segment der Altersvor-sorge gerade nach den Veränderungen durch das Alterseinkünftegesetz spannend bleibt, nicht nur unter den Versicherern, sondern auch mit Anbietern aus anderen Segmenten. Die von einigen Marktteilnehmern prognostizierte Abwanderung der Vermittler von den Versicherungsprodukten hin zu Fondslösungen werde in jenen Bereichen stattfinden, wo die Versicherungsgesellschaften nicht mit neuen und marktgerechten Vorsorgekonzepten punkten können, heißt es abschließend. Dabei werde das Thema Garantien für die Anspar-, aber auch für die Entsparphase wichtig sein. Beim Umgang mit den Garantien müsse allerdings offen über deren Leistungs-fähigkeit und die damit verbundenen Kosten informiert werden. Aus der Produktwelt der Altersvorsorge werden Garantien so schnell nicht verschwinden, so das Fazit von Towers Perrin Tillinghast.


Klaus Morgenstern

 
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